Google übermittelte jahrelang Daten an Netzbetreiber

Google sammelte jahrelang Nutzerdaten. Netzbetreibern standen die Informationen anonymisiert und kostenlos zur Verfügung.

von Alexandra Lindner 22.08.2019

Google stellte Netzbetreibern weltweit über zwei Jahre lang anonymisierte Daten von Android-Nutzern zur Verfügung. Dabei ging es vor allem um die Netzabdeckung, die Verbindungsqualität und dergleichen. Jetzt hat Google den Dienst jedoch eingestellt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet (Englisch).

Die Informationen standen den Netzbetreibern im Rahmen des Services Mobile Network Insights kostenlos zur Verfügung. Google bereitete die Daten laut Reuters in einer Art Karte grafisch auf und viele Anbieter verwendeten diese unter anderem zur Analyse, wo und in welchem Masse das Netz ausgebaut werden sollte.

Wie das Nachrichtenportal weiter schreibt, seien ausschliesslich Daten von Anwendern verwendet worden, die der Übermittlung von Standortinformationen und Analysedaten zugestimmt hätten. Google habe die Daten so aggregiert, dass nur Informationen zum Netz beziehungsweise dessen Qualität an die Betreiber gingen. Es habe zu keiner Zeit die Möglichkeit bestanden, Rückschlüsse auf das verwendete Gerät oder das Nutzerverhalten zu gewinnen, so Reuters.

Einstellung des Dienstes wegen Datenschutzbedenken

Insider haben dem Nachrichtenportal mitgeteilt, dass vor allem die immer strenger werdenden Datenschutzbestimmungen wie unter anderem die EU-DSGVO Google dazu bewogen haben, den Service einzustellen. Der Konzern wurde erst Anfang 2019 in Frankreich zu einer millionenschweren Strafe aufgrund von Datenschutzvergehen verdonnert.

Die Google-Sprecherin Victoria Keugh bestätigte gegenüber Reuters die Einstellung des Dienstes, verwies jedoch auf eine Veränderung der «Produktprioritäten» des Unternehmens. Weitere Angaben habe sie nicht gemacht.


    Kommentare

    • karnickel 27.08.2019, 09.42 Uhr

      Eingestellt? Wohl eher den Teil der Anonymisierung überarbeitet. Offensichtlich gab es da bislang irgendwas, was vielleicht nach zehn Jahren hätte aufgegriffen werden können? Hat es was mit der DSGVO zu tun, dass es jetzt angepasst werden musste? Aber keine Angst, diese Weitergabe gibt es bestimmt längt wieder. Nun halt einfach anders anonymisiert.

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