Kritische Sicherheitslücken gefährden Logitech-Geräte

Ein Experte hat schwere Sicherheitslücken in der Unifying-Funktechnik von Logitech entdeckt. Sie kommt in unzähligen Keyboards, Mäusen und Präsentationsgeräten zum Einsatz.

von Alexandra Lindner 09.07.2019

Viele Eingabegeräte von Logitech sind von kritischen Sicherheitslücken betroffen. Angreifer können über die Schwachstellen in der Unifying-Funktechnik Keylogging betreiben sowie den Rechner des Opfers mit Schadcode infizieren. Der Standard erlaubt es, bis zu sechs Geräte mit einem Funkempfänger zu verbinden. Zum Einsatz kommt die Technologie seit 2009. Auf kompatiblen Geräte ist ein Logo, bestehend aus einem schwarzen Stern auf einer orangen Fläche, zu sehen.

Festgestellt wurden die Lecks von dem Sicherheitsexperten Marcus Mengs, der diese an das «c't-Magazin» meldete. Wie der Fachmann bei seiner Untersuchung herausgefunden hat, kann ein Angreifer nicht nur die Tasteneingabe «belauschen» und so Passwörter und dergleichen abgreifen. Die Schwachstelle ermöglichen es einem Kriminellen ausserdem, auch selbst Tastenbefehle an den betreffenden Rechner zu senden.

Zugriff über Backdoor

Besonders gefährlich sei die Sicherheitslücke dann, wenn dadurch eine Backdoor in das System des Opfers integriert wird. Damit lässt sich der Rechner nämlich nicht nur per Funk kontrollieren. Vielmehr kann der Angreifer sodann auch auf das System zugreifen, wenn der Rechner gar nicht mit dem Netzwerk verbunden ist. Möglich sei dies, da sich das Leck in der Funktechnik des Herstellers befindet und dieser entsprechend zweckentfremdet werden könne, heisst es in dem Bericht weiter.

Auf Anfrage des Portals habe das Unternehmen die Schwachstellen mittlerweile bestätigt, versicherte jedoch auch, dass bereits an der Behebung gearbeitet werde. Wie Logitech mitteilt, werden einige der Schwachstellen absichtlich nicht gepatcht, da ansonsten die Kompatibilität der verschiedenen Geräte nicht mehr gewährleistet werden könne.

Geräte mit Unifying-Funktechnik betroffen

Grundsätzlich von der Sicherheitslücke betroffen sind laut «c't» sämtliche Geräte von Logitech mit Unifying-Funktechnik. Die Technologie kommt nicht nur in Einsteigerprodukten, sondern auch bei aktuellen Spitzenmodellen zum Einsatz. Ebenfalls verwundbar sind Geräte mit einer ähnlichen Funktechnik, wie etwa Produkte aus der Lightspeed-Serie und die Wireless Presenter R500 sowie Spotlight.

Kommentare

  • kut 09.07.2019, 16.15 Uhr

    Eine schlimme Sache ... habe soeben eine solche Maus (M235) mit schwarzem Stern auf einer orangen Fläche gekauft und im Einsatz. Das Ding wird nun sofort ausgetauscht.

  • Hilarius 09.07.2019, 16.22 Uhr

    Ich frage mich schon lange, warum die Kopplung Maus/PC nicht über Bluetooth geschieht. Dieser blöde Stöpsel ragt (am Notebook) heraus und belegt zusätzlich einen USB-Anschluss!

  • kut 09.07.2019, 16.27 Uhr

    Ich frage mich schon lange, warum die Kopplung Maus/PC nicht über Bluetooth geschieht. Dieser blöde Stöpsel ragt (am Notebook) heraus und belegt zusätzlich einen USB-Anschluss! Nach meinem Wissensstand sind aber Bluetooth-Verbindungen bezüglich Sicherheit alles andere als optimal.

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