News 10.12.2013, 14:55 Uhr

Swiss will Handys von Start bis Landung erlauben

Das Handyverbot in Flugzeugen wankt. Nach den USA hat auch Europa die Regelungen für elektronische Geräte in Flugzeugen angepasst. Die Schweiz zieht mit.
In Schweizer Flugzeugen darf wohl bald am Tablet gelesen werden. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat die Verwendung elektronischer Geräte während Start und Landung erlaubt. Zumindest im Flugmodus dürfen die Geräte benützt werden.
Die Bestimmung gilt zwar nur für Airlines aus EU-Ländern, doch auch in der Schweiz will man mit der EASA mitziehen. Dafür will das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) sorgen. Wie BAZL-Sprecherin Martine Reymond gegenüber dem Tages-Anzeiger vermeldet wolle man in der Schweiz den europäischen Richtlinien folgen.
Die Umsetzung liegt dann aber in der Hand der Fluggesellschaften. «Es kommt darauf an, wie schnell die Fluggesellschaften ihre internen Richtlinien anpassen», so Reymond. Bei der Swiss begrüsst man den Entscheid der EASA und will die neuen Richtlinien bereits Anfangs 2014 adoptieren. Ob dies aber erreicht werden kann, hängt wiederum von der EASA ab. Dieses muss die technischen Auflagen für alle Flugzeugtypen entsprechende überprüfen. Auch die internen Prozesse der Swiss müssen auf die neuen Regeln angepasst werden.

Telefonieren weiter verboten

Keine Änderungen gibt es beim Telefonierverbot in Flugzeugen. Tablets, Smartphones und Co. müssen weiterhin im Flugmodus betrieben werden. Netzwerk- und Funkverbindungen sind nicht erlaubt. Verboten bleibt das Telefonieren weiterhin wegen dem Verdacht, dass Handysignale den Funkverkehr der Piloten stören könnten.
Möglicherweise fällt aber auch dieses Verbot in naher Zukunft. «Heute war nur der erste Schritt», meint EU-Verkehrskommissar Siim Kallas. Am Ende entscheide aber immer die Besatzung, ob die Geräte verwendet werden dürfen. Aus Sicherheitsgründen behält sich jeder Pilot das Recht vor, elektronische Geräte im Flugzeug zu untersagen.
Auch der Störfaktor Handy ist ein Thema. «Das Flugzeug ist der letzte ruhige Ort der Welt, wo die Leute nicht mit dem iPhone telefonieren», so Kallas. Auch bei einem aufgehobenen Verbot ist die gesellschaftliche Akzeptanz noch nicht garantiert.



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