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So schützen Sie sich vor Canvas Tracking

Canvas Tracking verfolgt Internetnutzer auch ohne Cookies. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diesen Angriff auf die Privatsphäre abwehren.

von Luca Diggelmann 25.07.2014

Was ist Canvas Tracking?

Canvas Tracking ist eine Technik, um Nutzer im Internet zu identifizieren und über mehrere Webseiten hinweg zu verfolgen. Dabei wird von der besuchten Webseite ein unsichtbares Testbild geladen. Anhand der Art und Weise, wie der Browser dieses Bild lädt und darstellt, kann ein Nutzer eindeutig erkannt und somit verfolgt werden.

Canvas Tracking ist eine neue Tracking-Methode Canvas Tracking ist eine neue Tracking-Methode Zoom Im grossen Stil verwendet wurde die Technik erstmals vom Webunternehmen AddThis. «Wir suchen nach einer Alternative zu Cookies», sagt AddThis-CEO Rich Harris gegenüber ProPublica. AddThis habe in den vergangenen Monaten Canvas Fingerprinting getestet. Die gesammelten Daten seien jedoch nur für interne Forschungszwecke verwendet worden.

Wegen der grossen Verbreitung von AddThis wurde Canvas Tracking auf diversen beliebten Webseiten gefunden. Die belgischen Forscher, die das Tracking von AddThis erstmals entdeckten, haben eine Liste der betroffenen Seiten zusammengestellt. Betroffen sind Seiten aller Art. Vom Pornografieportal Youporn bis zur Webseite des Weissen Hauses. Schweizer Seiten (mit .ch-Domain) sind insgesamt 12 betroffen, darunter der welsche TV-Sender RTS, der Büromaterialhändler Conrad oder der Ticketverkäufer Ticketcorner. Nicht alle diese Seiten verwenden AddThis. Einige verwenden eigene Trackingmethoden. Youporn spezifisch entfernte kurz nach der Veröffentlichung des ursprünglichen Artikels von ProPublica sämtliche Technologie von AddThis von seiner Webseite.

Was kann ich gegen Canvas Tracking tun?

Im Gegensatz zu Cookies lässt sich Canvas Tracking nicht mit dem Browser alleine stoppen. Drei Add-Ons für geläufige Browser eignen sich besonders: Disconnect, Privacy Badger und NoScript. Alle drei funktionieren nach unterschiedlichen Methoden, erreichen aber dasselbe: Tracker wie Addthis werden blockiert und damit auch Techniken wie Canvas Tracking.

Disconnect: Eines der Add-ons um Canvas Tracking einzudämmen Disconnect: Eines der Add-ons um Canvas Tracking einzudämmen Zoom

Disconnect ist ein listenbasiertes Anti-Tracking-Tool. Das Add-on ist für Chrome, Firefox, Safari und Opera verfügbar und erkennt Tracker anhand einer Liste, die stetig aktualisiert wird. Will man einen Tracker zulassen, kann man diesen von Hand in dem Add-on eintragen. Als kleines Extra zeigt Disconnect, wie viel Zeit und Bandbreite durch das Ausblenden von Tracker-Elementen gespart wurde. Ein alternativer Dienst zu Disconnect mit etwa demselben Funktionsumfang ist Ghostery.

Privacy Badger (Firefox & Chrome) wird von der Electronic Frontier Foundation (EFF) hergestellt. Der Unterschied zu Disconnect liegt hier in der Art und Weise wie Tracker erkannt werden. Statt mit einer Liste arbeitet Privacy Badger mit automatischen Erkennungsalgorithmen. Privacy Badger merkt, wenn ein Nutzer über mehrere Webseiten hinweg verfolgt wird, erkennt daraufhin den Tracker und blockiert diesen. Das hat den Vorteil, dass weniger pauschal blockiert wird, ist dafür weniger effizient.

NoScript ist das Äquivalent zum Vorschlaghammer der Anti-Tracker-Tools. Wird NoScript das erste Mal eingeschaltet, blockiert es einfach sämtliche Script-Elemente im Browser. Das hilft zwar gegen Tracker, macht aber fast jede Webseite im Netz unbrauchbar. Vertrauenswürdige Seiten müssen von Hand zugelassen werden, was eine Menge Arbeit mit sich bringt. Alternativ kann NoScript auch standardmässig deaktiviert und nur gezielt eingeschaltet werden. In jedem Fall ist NoScript nur für fortgeschrittene Nutzer geeignet.

Tags: Tracking

    Kommentare

    • Hansjörg Honegger 13.08.2014, 10.09 Uhr

      Es geht (wie immer im Internet) um unsere Daten: Welche Webseiten habe ich besucht? Was sind meine Interessen? Was will ich möglicherweise kaufen? Darum versucht man, möglichst viel über uns Surfer herauszufinden. Cookies sind einfach abschaltbar und darum nicht mehr zu gebrauchen. Also wird rasch etwas Neues entwickelt, das sich nicht so leicht deaktivieren lässt. Die ganze Logik ist aber falsch: Leider hat die Industrie noch nicht gemerkt, dass sich mit Zwang nichts erreichen lässt. So geht da[...]

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