Firmenlink

ESET

 

Verhafteter Hacker erbeutete Schweizer Millionen

Ein marokkanischer Hacker wurde in Thailand festgenommen. Gesucht wurde er von der Schweizer Bundesanwaltschaft. Er soll in der Schweiz mehrere Millionen Franken durch Kreditkartenbetrug erbeutet haben.

von Luca Diggelmann 06.05.2014
Ein marokkanischer Hacker wurde in Thailand festgenommen: Er soll Schweizer Kreditkarten mit Millionenbeträgen belastet haben Ein marokkanischer Hacker wurde in Thailand festgenommen: Er soll Schweizer Kreditkarten mit Millionenbeträgen belastet haben Zoom In einem Hotel in Bangkok wurde ein marokkanischer Hacker festgenommen. Gesucht wurde er von der Schweizer Bundesanwaltschaft. Er soll «Kreditkarteninformationen via Internet unerlaubterweise erhoben» haben. Damit habe er den Straftatbestand des «betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage» erfüllt. Ausserdem wird ihm «verbotener wirtschaftlicher Nachrichtendienst» vorgeworfen. Laut der Bundesanwaltschaft soll der von dem Hacker verursachte Schaden rund 4 bis 5 Millionen Franken betragen. Die thailändische Polizei nannte eine Summe von 16 Millionen Franken.

Der Hacker soll in die Schweiz ausgeliefert werden und sich vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona verantworten. Die Maximalstrafe für gewerbsmässig betriebenen, betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage ist eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren. Verbotener wirtschaftlicher Nachrichtendienst kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe belegt werden.

Ein Komplize bereits gefasst

Bereits im März wurde ein Komplize des Hackers gefasst. Der unter dem Pseudonym «Diabl0» bekannte Marokkaner wurde ebenfalls in Bangkok gefasst. Die Bundesanwaltschaft bestätigt gegenüber 20 Minuten, dass es sich bei Diabl0 und dem kürzlich gefassten Hacker um Komplizen handelt.

Wie die Bundesanwaltschaft zwei nordafrikanische Hacker in Südostasien festnehmen konnte, will die Behörde nicht verraten. Man könne aus «Fragen der Ermittlungstaktik und -technik» keine genauen Angaben machen. Wichtig seien aber eine gute internationale Vernetzung und aktive Kontakte zu ausländischen Behörden gewesen.

Das Verfahren gegen die marokkanischen Hacker laufen unter einem von zwei Pilotfällen, in denen die Bundesanwaltschaft seit einiger Zeit gegen Phishing-Angriffe vorgeht.


    Kommentare

    Keine Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.