Backup-Tipps für iOS

Die Datensicherung wird entweder in iTunes oder über Apples Online-Dienst iCloud abgewickelt. Die richtige Wahl hängt von den Anforderungen ab.

von Klaus Zellweger 21.01.2014

Unterlassene Backups sind für iOS-Anwender unentschuldbar, denn das System reduziert den Arbeitsaufwand gegen null zu. Trotzdem gibt es Feinheiten und Tipps, um diesen alltäglichen Vorgang noch besser an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Dabei kann ein Backup grundsätzlich auf zwei Arten erfolgen: über den PC respektive Mac oder über Apples Onlinedienst iCloud.

Was steckt in einem Backup?

Doch zuvor sollte die Frage geklärt werden, welche Daten überhaupt in einem Backup gespeichert werden. Die Antwort ist ganz einfach: Alles, was nicht über den iTunes Store gekauft worden ist, also Fotos, Filme, Musik aus anderen Quellen und natürlich Dokumente und Daten, die innerhalb einer App erstellt wurden. Das kann eine Präsentation sein, ein PDF oder der Speicherstand in einem Spiel. Das Backup enthält auch Favoritenlisten in der Telefon-App, Netzwerk-Einstellungen, SMS und dergleichen mehr.

Hingegen werden Apps, Musik, Filme und Bücher aus dem iTunes Store nicht erfasst, da sie ja bereits in der iTunes-Bibliothek gespeichert sind und ausserdem immer wieder heruntergeladen werden können. Im Backup wird lediglich vermerkt, welche Einkäufe installiert waren, damit bei der der Originalzustand wiederhergestellt werden kann. E-Mails werden ebenfalls nicht gespeichert, sondern nur die Konto-Informationen, so dass die digitale Post nach der Wiederherstellung heruntergeladen werden muss.

Backups über iTunes

Beginnen wir mit dem Klassiker: Das iOS-Gerät wird über USB mit dem Rechner verbunden und iTunes gestartet. Falls die Seitenleiste bei Ihnen nicht sichtbar ist, blenden Sie sie dem Kurzbefehl «CTRL-S» ein. Jetzt sehen Sie das Gerät am linken Rand: (1)

Verschlüsselung der Backups Verschlüsselung der Backups Zoom

Wählen Sie als Ziel «Dieser Computer» (2). Sinnvollerweise sollten Sie auch die Option «Lokales Backup verschlüsseln» anwählen. (3) Das dient einerseits der Sicherheit. Vor allem aber sichert iTunes jetzt auch die Kennwörter für WLANs, Twitter- und E-Mail-Konten und dergleichen mehr – alles Daten, die Sie sonst nach einer Wiederherstellung erneut eingeben müssten. Sie müssen lediglich vor der ersten Verschlüsselung ein Kennwort definieren. (4) Dieses benötigen Sie erst dann, wenn Sie das Gerät wiederherstellen. Wenn Sie das Kennwort jedoch vergessen, gibt es keine Möglichkeit mehr, das Backup zu verwenden.

Backups prüfen

Backups können sehr speicherintensiv sein – vor allem, wenn sich in der Fotosammlung auch Filme befinden, die direkt mit dem iPhone gedreht wurden. Und gerade bei gestandenen iOS-Nutzern befinden sich häufig noch Backups in der Sammlung, die zu längst vergangenen Geräten gehören und keinen Nutzen mehr erfüllen. Da jedes Backup schnell einmal mehrere Gigabytes wiegen kann, sollten Sie die hinfällige Sicherungskopien löschen.

Wählen Sie im Menü «Bearbeiten» den Befehl «Einstellungen» und klicken Sie auf den Bereich «Geräte» (1):

Hinfällige Sicherungskopien können eine Menge Speicher verschlingen Hinfällige Sicherungskopien können eine Menge Speicher verschlingen Zoom

Hier sehen Sie die Backups sämtlicher iOS-Geräte, die auf diesem Computer gesichert wurden. (2) Dazu zählen vielleicht auch Sicherungen von Geräten, die Sie gar nicht mehr besitzen.

Ein kleines Schloss zeigt an, dass das Backup verschlüsselt ist. Wenn Sie den Mauszeiger über ein Backup bewegen, wird die Seriennummer des iPads angezeigt. (3) Bei einem iPhone-Backup sehen Sie zusätzlich die Telefonnummer und die einmalige Kennung (IMEI). Damit ist es ein Leichtes, ein Backup einem bestimmten Gerät zuzuordnen, falls der Name nicht aussagekräftig genug ist. Wenn Sie eine Sicherungskopie nicht mehr benötigen, klicken Sie auf die Schaltfläche «Backup löschen». (4)

Diskrete, unbemerkte Backups

Die Aktualisierung des Backups kann so diskret ablaufen, dass Sie nie mehr etwas davon mitbekommen. Scrollen Sie dazu im Bereich «Übersicht» etwas nach unten. Dort finden Sie die Optionen «iTunes öffnen, wenn dieses […] angeschlossen wird». Entfernen Sie das Häkchen, damit iTunes nicht mehr startet, wenn Sie das Gerät über USB anschliessen – etwa, um lediglich die Batterie zu laden:

Die automatische Synchronisierung kann verhindert werden Die automatische Synchronisierung kann verhindert werden Zoom

Die zweite Option «Mit diesem […] über WLAN synchronisieren» tut genau das, was sie verspricht:

Ein Backup über WLAN läuft unsichtbar im Hintergrund ab Ein Backup über WLAN läuft unsichtbar im Hintergrund ab Zoom

Dazu muss sich das iPhone im selben Netz befinden wie der Rechner und ausserdem mit Strom versorgt werden, zum Beispiel über eine Dock-Station oder ein Netzteil. Von nun an werden die Backups erstellt, ohne dass Sie in irgendeine Prozedur involviert werden. Unter «Letztes Backup» können Sie kontrollieren, wann das letzte Backup erstellt worden ist.

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Gerät wiederherstellen

Bei der Wiederherstellung eines iOS-Gerätes wird das ganze Gerät auf den Stand der letzten Sicherung zurückgesetzt – eine partielle Wiederherstellung ist nicht möglich. Verbinden Sie dazu das iOS-Gerät mit dem Rechner und markieren Sie sein Symbol in der Seitenleiste von iTunes. Klicken Sie anschliessend auf die Schaltfläche «Backup wiederherstellen». Achtung! Dabei werden alle Inhalte, die seit dem letzten Backup hinzugekommen sind, gelöscht!

Seit iOS 7 gibt es ausserdem eine Besonderheit zu beachten: Um ein Gerät zurückzusetzen, muss zuerst die Funktion «Mein iPhone suchen» deaktiviert werden – und dafür ist das Kennwort der Apple-ID nötig. Ohne dieses Kennwort verweigert iTunes die Wiedererstellung, weil es sich um ein gestohlenes Gerät handeln könnte:

Keine Wiederherstellung, solange die Option «Mein iPhone suchen» aktiv ist Keine Wiederherstellung, solange die Option «Mein iPhone suchen» aktiv ist Zoom

Diese Massnahme hilft dabei, iPhones, iPods und iPads für Diebe unattraktiv zu machen. Sie finden den Schalter in den iCloud-Einstellungen des jeweiligen iOS-Geräts.

Backups über iCloud

Ein Backup kann auch in Apples Online-Dienst iCloud gespeichert werden. Das ist nicht nur komfortabel, sondern garantiert auch eine maximale Verfügbarkeit. Wenn Ihr iPhone auf einer Reise gestohlen wird, können Sie sich ein neues Gerät kaufen und im nächstbesten WLAN wiederherstellen. Beim Einschalten werden Sie automatisch gefragt, ob Sie auf ein solches Backup zurückgreifen möchten.

Sie können das iCloud-Backup in iTunes aktivieren oder am iOS-Gerät selbst. Öffnen Sie dazu die Einstellung «iCloud». Tippen Sie ganz unten auf den Bereich «Speicher & Backup» (1):

Für ein Backup in der iCloud muss fast immer das Speicherkontingent aufgestockt werden Für ein Backup in der iCloud muss fast immer das Speicherkontingent aufgestockt werden Zoom

Auf dem nächsten Bildschirm sehen Sie, wie viel Speicher in der iCloud noch frei ist. Das kostenlose Kontingent umfasst 5 GB. (2) Markieren Sie ganz unten die Option «iCloud Backup». (3) Eine kurze Meldung weist Sie darauf hin, dass in Zukunft keine automatischen Backups mehr in iTunes angefertigt werden – allerdings steht es Ihnen frei, in iTunes jederzeit ein zusätzliches Backup anzufertigen, indem Sie auf die Schaltfläche «Jetzt manuell sichern» klicken.

Die Sache hat allerdings einen Haken. Die 5 GB kostenloser Online-Speicher werden sehr wahrscheinlich nicht reichen – erst recht nicht, weil ja auch noch andere Daten wie zum Beispiel E-Mails von diesem Kontingent zehren. Die Preise für ein Speicherupdate sind jedoch gesalzen, und das ist noch diplomatisch ausgedrückt. Wenn Sie das nicht abschreckt, tippen Sie auf «Mehr Speicher kaufen», (4) um das Kontingent aufzustocken. Zusätzliche 10 GB kosten 20 Franken, zusätzliche 20 GB kosten 40 Franken und zusätzliche 50 GB verschlingen satte 100 Franken – pro Jahr, versteht sich. Wer den Online-Speicher aufrüstet, wird also in den meisten Fällen gute Gründe dafür haben.

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