CCleaner spioniert Nutzerverhalten aus

Das System-Tool CCleaner sammelt vermehrt Daten seiner Nutzer. Das Deaktivieren gestaltet sich schwierig. Der Hersteller rechtfertigt sich mit Bug Fixing.

von Alexandra Lindner 02.08.2018

Das Windows-Reinigungs-Tool CCleaner spioniert seit dem Update auf Version 5.45 seine Nutzer aus. Offiziell heisst es, dies geschehe nur zu Analysezwecken. Fragwürdig ist die Vorgehensweise dennoch.

Erst Ende vergangenen Jahres wurde das bis dato so beliebte Tool von Hackern missbraucht, um Malware auf den Geräten der Nutzer zu verteilen. Und jetzt gibt es ein neues Ärgernis für die User. Nun ist es vom Hersteller Piriform allerdings hausgemacht. Diesmal geht es um die Überarbeitung der Privatsphäre-Einstellungen.

Wie das Portal ghacks.net berichtet, haben die Nutzer zwar die Möglichkeit, in den Einstellungen die Systemüberwachung und das Monitoring zu deaktivieren. Beim nächsten Start des Programms würden diese beiden Optionen jedoch automatisch wieder auf aktiv gestellt.

Beenden des Tools geht nur über Task-Manager

Zudem ist es nun schwieriger geworden, das Tool überhaupt zu beenden. Wer wie gewohnt auf das X-Symbol klickt, schliesst den CCleaner nicht etwa, sondern minimiert das Programm lediglich. Im Hintergrund ist es jedoch weiterhin aktiv. Wer das Tool beenden will, muss das über den Task-Manager bewerkstelligen. Dieser lässt sich per Tastenkürzel Ctrl+Shift+Esc öffnen.

Im Changelog des Updates wird diese Entwicklung damit begründet, dass die Daten für ein detailliertes Reporting für Bug Fixes und die Verbesserung des Programms benötigt würden. Ausserdem versucht Piriform damit zu beschwichtigen, dass die Daten anonymisiert erhoben und keine personenbezogenen Informationen gesammelt werden. Um welche Daten es konkret geht und wie diese gespeichert werden, hat der Hersteller hingegen nicht mitgeteilt.

Inzwischen hat der Anbieter jedoch Nachbesserungen versprochen. Man arbeite daran, dem Nutzer wieder mehr Kontrolle zu überlassen. Wann es allerdings so weit ist, steht noch nicht fest. Bis dahin ist allerdings davon abzuraten, Version 5.45 zu nutzen.

Tags: Tools

    Kommentare

    • crimle 02.08.2018, 15.22 Uhr

      Auch nicht gerade vertrauenserweckend: Cleaner installiert ungefragt den Browser "Google Chrome". Zwar kann man das entsprechende Häkchen beim ersten Schritt der Installation deaktivieren. Aber es ist a) standardmässig aktiviert b) wird es leicht übersehen Dass ausgerechnet ein Reinigungs- und Entschlackungs-Tool zusätzliche Software mitinstalliert, ist aus meiner Sicht äusserst fragwürdig.

    • crimle 02.08.2018, 15.27 Uhr

      Tipp: "Ccleaner Portable" verwenden! Hier sind die Überwachungsoptionen abgegraut und können gar nicth erst aktiviert werden. Schliesst man "Ccleaner Portable" wird das Programm vollständig beendet und ist im Taskmanager nicht mehr aktiv.

    • malamba 02.08.2018, 15.54 Uhr

      @crimle Was heisst das schon wenn was "angegraut " ist. Welche Daten während der Benutzer Zeit trotzdem unter den Tisch weiter gehen, weiss man nicht. Alternativen gibts genug. http://www.pctipp.ch/tipps-tricks/kummerkasten/windows-8/artikel/windows-auf-laufwerk-c-schnell-platz-schaffen-82048/

    weitere Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.