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Die Foto- und Video-Formate mit Zukunft

Leistungsfähige Smartphones erzeugen mittlerweile so raffinierte Fotos und Filme, dass die alten Formate ihnen nicht mehr gewachsen sind. Die neuen Helden heissen HEIF und HEVC. Eine Einführung.

von Klaus Zellweger 09.10.2019

Unzählige Foto- und Videoformate sind im Lauf der Zeit vorbeigezogen. Doch der Wildwuchs wird zum Glück eingedämmt, das macht die Dinge einfacher. Früher wurden zum Beispiel Videos als MPEG, AVI, QuickTime, Flash, WMV und in anderen Formaten herumgereicht, oft begleitet von einer speziellen Abspiel-Software. Dann kam das sehr effiziente MP4-Format (H.264) und hat viele andere Videoformate verdrängt.

Auch die relevanten Fotoformate sind heute überschaubar: Neben TIF, JPEG, PNG und PSD (Photoshop) gibt es nicht mehr viel, das man ernst nehmen müsste. Einige Formate brachten bei ihrem Erscheinen revolutionäre Eigenschaften mit, etwa das JPEG-Format, das bereits 1992 vorgestellt wurde. Für kompakte und trotzdem hochwertige Bilddateien ist es bis heute das beliebteste Format und wird von fast jedem Gerät verstanden. Dennoch: Langsam läuft seine Zeit ab, denn die Ansprüche an ein Bildformat haben sich verändert. Heute fotografieren Smartphones in Serie, Fotos werden verändert, möchten zurückverwandelt oder von Animationen begleitet werden. All das können die alten Formate nicht.

Für Fotos: HEIF

HEIF ist das jüngste Bildformat – und ihm wird eine grosse Zukunft beschieden. Das Kürzel steht für High Efficiency Image File. Diese Dateien werden bei den Apple-Geräten ab dem iPhone 7, dem iPad Pro ab iOS 11 oder neuer unterstützt. Macs verstehen das Format seit macOS 10.13 High Sierra. HEIF ist allerdings kein Apple-Format, sondern wurde unter der Ägide der Moving Picture Experts Group (MPEG) entwickelt und steht damit allen Herstellern zur Lizenzierung offen. Auch unter Android wird es wohl irgendwann zum bestimmenden Bildformat werden. Die Unterstützung für HEIF erfolgte bereits mit Android P, aber der Durchbruch auf dem Google-System steht ihm noch bevor.

Unter Windows 10 werden diese Dateien nicht automatisch unterstützt. Vielleicht werden die Bilder nicht angezeigt und wenn Sie eine Datei doppelklicken, erscheint die Aufforderung, einen Codec aus dem Microsoft Store herunterzuladen. Holen Sie sich in diesem Fall die kostenlosen «HEVC-Videoerweiterungen vom Gerätehersteller». Sie erreichen die Seite direkt über die Internetadresse go.pctipp.ch/2027. Danach werden die Fotos nicht nur im Explorer angezeigt, sondern lassen sich zum Beispiel auch in Word einfügen; dazu muss im Öffnen-Dialog die Option Alle Dateien angewählt sein, Bild 1.

Tipp: Wenn Sie mit einem älteren System arbeiten, konvertiert die Site heictojpg.com diese Dateien kostenlos ins JPEG-Format.

Bild 1: Fotos im neuen HEIF-Format lassen sich auch unter Windows 10 in andere Programme importieren, werden aber zuerst nicht als Bilder erkannt Bild 1: Fotos im neuen HEIF-Format lassen sich auch unter Windows 10 in andere Programme importieren, werden aber zuerst nicht als Bilder erkannt Zoom© PCtipp

Eigenheiten von HEIF

Bei HEIF handelt es sich nicht einfach nur um ein neues Grafikformat, sondern um einen Container, der weit mehr Daten als nur ein Bild speichern kann. Dazu gehören ausser Einzelbildern ganze Bildserien mit Metadaten, unterschiedliche Kompressionswerte, Animationen und mehr. Bearbeitungsschritte lassen sich zurücknehmen oder Teilbereiche anders komprimieren, ohne dass die ursprünglichen Bildinformationen verloren gehen.

HEIF ist die Antwort auf die neuen Anforderungen von Smartphones, die Videos an Fotos anhängen, mit Stickern versehen und für verschiedene soziale Medien aufbereiten. Vor allem aber ermöglicht das Format eine bessere Qualität als JPEG-Dateien ohne die Artefakte, obwohl sie nur etwa halb so gross sind.

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    Kommentare

    • karnickel 12.10.2019, 09.15 Uhr

      Tja, es wird sich zeigen müssen, ob HEIF sich durchsetzen kann. Nur weil Apple es "drückt" heisst ja noch nicht, dass es ein Industriestandard wird. Ich prophezeie dann mal, dass es bei Videos je länger je weniger relevant wird, in welche Container man H.265 komprimierte Inhalte (Bild, Ton, Daten) presst. Ob MKV oder in einen anderen wird immer unwichtiger, weil die potente Hardware zum Dekodieren der Ströme gleich noch ein dutzend Container-Formate kennen darf.

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