Windows Defender verursacht Boot-Probleme

Ein fehlerhaftes Update von Microsofts Windows Defender blockiert bei manchen Windows-10-Geräten das Hochfahren. Ein Patch wird nachgeliefert. Was in der Zwischenzeit hilft, erfahren Sie hier.

von Stefan Bordel 08.02.2019

Bei Microsoft ist aktuell der Wurm drin: Nachdem zuletzt schwere Fehler in den Cloud-Diensten der Redmonder für Service-Ausfälle und sogar Datenverluste gesorgt hatten, macht nun ein verkorkstes Update für den Windows Defender Probleme.

Wie Microsoft auf seiner Support-Webseite mitteilt, verhindert Version 4.18.1901.7 der hauseigenen Schutzlösung auf manchen Geräten unter Windows 10 den Systemstart. Betroffen sind Geräte, die über die BIOS-Funktion Secure Boot gestartet werden. Das Feature soll sicherstellen, dass Systeme ausschliesslich mit verifizierter und sicherer Software hochfahren.

Die Entwickler des Windows Defenders sollen bereits an einem Bugfix arbeiten, der dann im Rahmen des nächsten Updates verteilt werde. Bis dahin können sich Admins und Anwender mit einem Workaround behelfen, um den Systemstart zu ermöglichen.

Hierzu muss zunächst in den BIOS-Einstellungen Secure Boot deaktiviert werden, um wieder ins System booten zu können. In Windows ist anschliessend folgende Kommandozeilen-Eingabe erforderlich:

"%programdata%\Microsoft\Windows Defender\Platform\4.18.1901-7\MpCmdRun.exe" -revertplatform

Nach einer kurzen Wartezeit (etwa eine Minute) sichert der Befehl sc query windefend die Aktivität des Prozesses ab. Über die Eingabe sc qc windefend ist abschliessend noch zu kontrollieren, ob der Verweis zur fehlerhaften Version 4.18.1901.7 auch entfernt wurde. Nach diesen Eingaben kann Windows wieder verlassen und Secure Boot reaktiviert werden.

Verkorkste Updates und praxisferne Workarounds

Wirklich praxistauglich ist diese Behelfslösung aber weniger. Während im professionellen Umfeld Administratoren mühselig den Vorgang auf jedem einzelnen Rechner wiederholen müssen, dürften weniger technikaffine Nutzer schon vor Änderungen im BIOS zurückschrecken.

Microsoft sollte dringend an der Qualitätssicherung seiner Software-Updates arbeiten. Allein die beiden grossen Feature-Updates mussten aufgrund schwerwiegender Probleme wieder zurückgezogen werden. Da verwundert es auch kaum, warum laut Netmarketshare immer noch 43 Prozent aller Windows-Nutzer auf den Oldie Windows 7 setzen. Ab kommendem Jahr führt allerdings kein Weg mehr an Windows 10 vorbei, da Microsoft den Support für den Vorgänger einstellt. Allein Firmenkunden können dann noch auf Sicherheits-Updates und Bugfixes zurückgreifen – gegen Bezahlung versteht sich.


    Kommentare

    • häse 09.02.2019, 10.32 Uhr

      Microsoft sollte dringend an der Qualitätssicherung seiner Software-Updates arbeiten. Anderseits ist es seit jeher bekannt, wenn wegen kleinen Software Änderungen auch noch zusätzlich unerwünscht andere Fehler auftreten. Es wäre wirklich nicht immer nötig gewisse Userwünsche immer zu realisieren. Besser wäre, wenn Microsoft somit weniger Updates bringen würde. Bald jedes Mal bei einem neuen automatischen Update bin ich im Zweifel ob das System wirklich wieder ohne Fehler funktioniert, geschwe[...]

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