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Apple Music ist online

Was kann der Dienst besser als Spotify? Wie viel kostet er und wie war das gleich mit Android? Hier die Antworten.

von Klaus Zellweger 01.07.2015 (Letztes Update: 02.07.2015)

Seit gestern Abend ist er online: Apple Music, der neue Streaming-Dienst von Apple. Damit wirken die Kalifornier einem Trend entgegen, der heute immer schneller um sich greift: Statt dass sie gekauft wird, streamen immer mehr Hörer die Musik gegen eine Pauschale aus dem Internet. Der populärste Dienst dieser Art ist zurzeit Spotify, der auch in der Schweiz abonniert werden kann.

Um Apple Music zu nutzen, muss zuerst das brandaktuelle iOS 8.4 für iPhone und iPad eingespielt werden. Wählen Sie dazu auf dem Gerät unter der Einstellung Allgemein den Bereich Softwareaktualisierung und installieren Sie das Update.

Update auf iOS 8.4 Update auf iOS 8.4 Zoom

Zusammen mit der Systemaktualisierung wird auch die App Musik auf Vordermann gebracht, zu erkennen am neuen Symbol.

Was kann der Dienst?

Zuerst die schlechte Nachricht: Im Gegensatz zu Spotify bietet Apple Music keine Option, um Musik umsonst zu streamen. Allerdings offeriert Apple eine dreimonatige, kostenlose Testperiode – das ist mehr als Zeit genug, um sich von den Qualitäten zu überzeugen. Und das wird geboten:

All-you-can-eat-Buffet. Der grösste Teil von Apples Musik-Katalog steht bereits heute zum Streaming bereit; das sind über 30 Millionen Titel. Viele weitere werden in der absehbaren Zukunft folgen.

Offline-Speicherung. Bei Bedarf können Titel lokal im Gerät gespeichert und somit auch ohne Internet-Zugang gehört werden – für Pendler ohne mobile Flatrate ist das ein Muss. Das Streaming erfolgt mit 256 Kbit im AAC-Format. Das entspricht einem Datenaufkommen von knapp 2 MB pro Minute oder etwa 115 MB pro Stunde. Ein mobiles Datenkontingent von 1 GB hat man also in etwa 9 Stunden durch, allein durch die Verwendung von Apple Music.

iCloud-Mediathek. Zeitgleich zur neuen App wurde auch die aktualisierte iTunes-Version 12.2 vorgestellt. Beim ersten Start haben Sie die Möglichkeit, die ganze Musiksammlung in die iCloud-Mediathek zu verschieben und von dort aus auf alle verbundenen Geräte zu streamen. Dabei kommt es nicht wirklich zu einem Giga-Upload – stattdessen werden einfach die Titel und Wiedergabelisten vom Mac oder PC in der Online-Datenbank indexiert. Das dauert nur wenige Minuten.

Der automatische Abgleich sollte zurzeit tunlichst, unterlassen werden, … Der automatische Abgleich sollte zurzeit tunlichst, unterlassen werden, … Zoom

Warnung! Allerdings sollten Sie von dieser Funktion zurzeit die Finger lassen! Bei unserem Test wurden Songs, Alben und Covers komplett durcheinander gewürfelt- Mit diesem Problem sind wir nicht allein, wenn man sich im Internet umhört. Warten Sie stattdessen einige Tage, bis die Umstellung abgeschlossen ist – und sichern Sie zuvor Ihren iTunes-Ordner auf eine externe Festplatte.

… denn hier stimmt überhaupt nichts: weder das Cover noch das Album noch der Titel des Songs! … denn hier stimmt überhaupt nichts: weder das Cover noch das Album noch der Titel des Songs! Zoom

Vorschläge. Unbekannte Musik wird auf Knopfdruck entdeckt. Über die Schaltfläche «Für dich» am unteren Displayrand zeigt der Dienst Musik, die Ihnen gefallen könnte. Zu Beginn werden einige Stilrichtungen und dann Künstler vorgeschlagen, aus denen ausgewählt wird. So getan, erhalten Sie die passenden Musikvorschläge:

Bereits die ersten Empfehlungen basieren auf den eigenen Vorlieben Bereits die ersten Empfehlungen basieren auf den eigenen Vorlieben Zoom

Titel lassen sich ausserdem mit einem Tippen auf das Herzsymbol zu Favoriten erklären – und je häufiger das geschieht, umso genauer sind zukünftige Vorschläge.

Auf die Schnelle ist es auch möglich, beim aktuellen Song auf den Stern zu tippen und im Einblendmenü den Befehl Ähnliche Titel spielen anzuwählen:

Neue Musik wird entdeckt, indem alte gemocht wird Neue Musik wird entdeckt, indem alte gemocht wird Zoom

Natürlich fehlt bei diesen Empfehlungen die Langzeiterfahrung, doch bereits in den ersten paar Minuten wird klar, dass dieser Service zu den besten Aspekten von Apple Music gehört.

Connect. Über die Funktion «Connect» können Sie Musikern folgen und sehen, was die Künstler gerade so treiben. Zu erwarten sind Fotos, Mix-Tapes, Videos oder andere Informationshäppchen. Als zahlender Hörer können Sie Inhalte «liken», bewerten und herunterladen.

Was treibt meine Lieblingsgruppe gerade? Was treibt meine Lieblingsgruppe gerade? Zoom

Kostenlose Dienste

Und was passiert, wenn man nicht gewillt ist, den geforderten Obolus zu entrichten? In diesem Fall bleibt immer noch ein wenig Unterhaltung übrig.

Beats 1. Die Radio-Station «Beats 1» spielt rund um die Uhr Musik und wird von professionellen Moderatoren begleitet – allerdings nur in Englisch. Der Sender kann kostenlos gehört werden, indem Sie in der Musik-App am unteren Rand auf die Schaltfläche Radio tippen. Die grosse Fläche in der oberen Hälfte des Displays ist nicht zu übersehen.

Werbefinanziertes Radio. Gleich unter Beats 1 sehen Sie die werbefinanzierten Radiostationen, die sich kostenlos anhören lassen. Allerdings lassen sich ohne Abo nur eine begrenzte Anzahl Songs überspringen.

Links «Beats 1», rechts die werbefinanzierten Sender Links «Beats 1», rechts die werbefinanzierten Sender Zoom

Anmerkung: Diese Radiostationen sollten kostenlos sein, doch ohne Probeabo produzieren sie zurzeit nur eine Fehlermeldung. Das wird sich ändern – oder ist bereits korrigiert.

Connect. Ausserdem können Sie Musikern über die Funktion Connect folgen – als nicht-zahlender Hörer lassen sich deren Inhalte jedoch weder bewerten noch herunterladen.

Tipp: Wenn Sie ohne Probe-Abo durch die neue Musik-App navigieren, werden Sie bei jeder Gelegenheit dazu aufgefordert, ein solches abzuschliessen. Falls Sie daran absolut kein Interesse haben, lässt sich die Oberfläche soweit reduzieren, dass nur noch die kostenlosen Dienste zu sehen sind und die Aufforderungen verschwinden. Öffnen Sie dazu am Gerät die Einstellung Musik und schalten Sie die Option Apple Music zeigen aus.

Kostenpflichtige Dienste lassen sich ausblenden Kostenpflichtige Dienste lassen sich ausblenden Zoom

Doch eigentlich sollten Sie sich das Probe-Abo nicht entgehen lassen – denn sonst entgeht Ihnen tatsächlich etwas.

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    Kommentare

    • stoeff 09.08.2015, 13.01 Uhr

      Ich begreife etwas nicht in diesem Artikel, wenn steht: "Der grösste Teil von Apples Musik-Katalog steht bereits heute zum Streaming bereit; das sind über 30 Millionen Titel". Ich habe das 3-monatige Probeabonnement gelöst, doch wenn ich jetzt im iTunes-Store nach einem bestimmten Stück suche, gibt es weiterhin nur die Möglichkeit, einen Auszug davon zu hören oder es zu kaufen und downzuloaden. Liegt das an meinen Einstellungen oder ist der "gratis"-Zugriff mit Abo nur so gemeint, dass man die v[...]

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