News 24.04.2013, 08:52 Uhr

iPad-Entzug für Kleinkinder

Die intuitive Bedienung des iPad lässt auch Kleinkinder problemlos damit umgehen. Der Umgang mit einem allfälligen Tablet-Entzug ist da schon schwieriger.
Kleinkinder sollten nicht stundenlang am iPad sitzen. Experten warnen Eltern, deren Kinder extensiven Gebrauch von Tablets machen, vor möglichen psychologischen Langzeitschäden, berichtet die britische Tageszeitung The Telegraph.
Bereits seien Kinder wegen Tablet-Entzug in Therapie. Der jüngste bekannte Patient im Vereinigten Königreich ist ein vier Jahre altes Mädchen, das wegen verstörtem Verhalten aufgrund von iPad-Entzug in eine Klinik eingewiesen wurde. Sie habe ein Jahr lang bis zu vier Stunden täglich am Tablet verbracht. Dr. Graham, Gründer des ersten Technologiesuchtprogramms glaubt, es gäbe noch viele weitere Süchtige im selben Alter.
«Die Mutter des Kindes hat mich angerufen und mir die Symptome beschrieben», so Dr. Graham gegenüber dem Telegraph. «Sie erzählte mir, ihre Tochter sei besessen von dem Gerät und frage ständig danach. Sie brauche es für mehrere Stunden täglich und zeige sich ausnehmend gereizt, wenn man es ihr wegnehme.»
Entzugserscheinungen wie bei Heroin
Laut Dr. Graham zeigen junge Technologiesüchtige ähnliche Entzugserscheinungen wie Alkoholiker oder Heroinabhängige. Er warnt ausserdem, dass die Fähigkeit, soziale Kontakte zu knüpfen, unter der Sucht stark leidet. Das werde besonders im Teenager-Alter zu einem ernsthaften Problem, denn auch das schüchternste aller Kinder wünscht sich spätestens dann mehr Sozialkontakte.
Die Kinder von Mobilgeräten fernzuhalten, ist natürlich nicht leicht. Sie sehen den Eltern zu und wollen es selbst probieren. Gerne werden die Geräte als Belohnungen oder Ruhigsteller verwendet. Nicht alle Kinder können jedoch mit dem virtuellen Konsum umgehen. Sie werden süchtig und reagieren entsprechend auf Entzug.
Eltern, die mit der Technologiesucht ihrer Kinder nicht mehr zurechtkommen, zahlen bis zu 23'000 Franken für eine 28-tägige Rehabilitationskur in der Nightingale Klinik in London. Psychiater schätzen, dass die Zahl der digital Abhängigen in den letzten drei Jahren um 30 Prozent zugenommen hat.



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