Kommentar: WhatsApp-Werbung ist eine Chance

WhatsApp schaltet ab 2020 Werbung. Das muss nicht schlecht sein. Wenn man die richtigen Schlüsse daraus zieht.

von Florian Bodoky 12.06.2019

Seit einigen Wochen ist es fix und von WhatsApp bestätigt. Ab 2020 werden Werbeeinblendungen im Messenger WhatsApp Tatsache sein. Erst beschränkt sich dies auf die WhatsApp-Stati. Dies lässt sich noch leicht umgehen, in dem man die Status-Postings seiner Kontakte nicht mehr anschaut (habe ich persönlich eh nie gemacht). Später wird es dann aber auch möglich, dass man von Unternehmen über WhatsApp kontaktiert und mit Werbung zugemüllt wird. Wenn dann der WhatsApp-Ton erklingt, weiss man nicht, ob man tatsächlich eine Nachricht oder Werbung erhalten hat. Und die besonders Ordentlichen müssen sich die Werbung auch anschauen, da sonst die Notification nicht weggeht.

Klingt schrecklich nervig? Ja. Aber man muss sich dem nicht aussetzen. Seien wir ehrlich: Viele User haben schon nach der Übernahme von WhatsApp durch Facebook mit einem Absprung geliebäugelt oder sogar vorgenommen. Und viele haben die zahlreichen anderen, in Sachen Funktionen und Datenschutz wesentlich besseren, Messenger entdeckt. Nur: Wenn 8 von 10 Kontakten halt nur über WhatsApp erreichbar sind, nimmt man entweder in Kauf, den Messenger weiter zu benutzen oder sich ein Stückweit zu desozialisieren.

Wenn jetzt Werbeeinblendungen kommen, ist das die Chance, dass die phlegmatischen User endlich auf einen anderen Messenger wechseln, weil sie die Werbeeinblendungen stören – etwas, was der mangelnde Datenschutz aufgrund seiner Abstraktion noch nicht schaffte. Fingers crossed!

Tags: Whatsapp

    Kommentare

    • DenialSystem 12.06.2019, 23.42 Uhr

      Amen... ;-)

    • kut 13.06.2019, 14.30 Uhr

      Der Artikelschreiber hat Recht mit "Wenn jetzt Werbeeinblendungen kommen, ist das die Chance, dass die phlegmatischen User endlich auf einen anderen Messenger wechseln, weil sie die Werbeeinblendungen stören – etwas, was der mangelnde Datenschutz aufgrund seiner Abstraktion noch nicht schaffte". Nur hege ich grossen Zweifel, ob genügend User bereit sind, auf einen anderen (sicheren) Messenger wie Threema, Signal oder Wire zu wechseln. Das ist einerseits mit einem gewissen Aufwand und andererseit[...]

    • karnickel 15.06.2019, 09.59 Uhr

      Eine andere Chance wäre, dass durch die Werbeeinnahmen der Sugarmountain nicht mehr Daten-API offenhalten müsste, über die bezahlende Drittfirmen den Dienst finanzieren brauchen.

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