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Ricardo.ch ändert Gebührenreglement

Ricardo.ch hat ein neues Gebührenreglement angekündigt. Zahlt man unter dem Strich jetzt mehr oder weniger? Wir haben nachgerechnet.

von Hannes Weber 12.06.2014

Wer auf Ricardo.ch etwas verkauft, zahlt Gebühren. Den grössten Teil davon bilden die Abschlussgebühren. Diese werden nun per 1. Juli neu geregelt, wie die Schweizer Auktionsplattform bekannt gab. Neu wird zwischen privaten und gewerblichen Verkäufern unterschieden.

Private Verkäufer

Private Verkäufer zahlen neu eine einheitliche Abschlussgebühr. Bislang richtete sich diese nach der Höhe des Verkaufspreises und betrug gestaffelt zwischen 2,5 und 6,5 Prozent. Neu beträgt die Gebühr einheitlich 8 Prozent, unabhängig vom Verkaufspreis. Was auf den ersten Blick nach einer massiven Erhöhung ausschaut, wird durch die neue maximale Abschlussgebühr relativiert. Diese beträgt 40 Franken – mehr müssen Sie nie zahlen. Ab einem Verkaufspreis von 500 Franken bleibt die Abschlussgebühr also konstant bei 40 Franken.

Neue Ricardo-Gebühren: Wir haben nachgerechnet Neue Ricardo-Gebühren: Wir haben nachgerechnet Zoom

Konkret bedeutet das für private Verkäufer, dass sie bei tiefen und mittleren Verkaufspreisen mehr Abschlussgebühren bezahlen, bei hohen Verkaufspreisen weniger.

Beispiel 1:

Verkaufspreis: 100 Franken
Abschlussgebühr (bisher): 6,5 Prozent = Fr. 6.50
Abschlussgebühr (neu): 8 Prozent = Fr. 8.-
Differenz: plus Fr. 1.50

Beispiel 2:

Verkaufspreis: 1500 Franken
Abschlussgebühr (bisher): 6,5 Prozent für Fr. 200.- (Fr. 13.-) + 4,5 Prozent für Fr. 800.- (Fr. 36.-) + 2,5 Prozent für Fr. 500.- (Fr. 12.50) = Fr. 61.50
Abschlussgebühr (neu): 8 Prozent = Fr. 120-. Maximale Abschlussgebühr = Fr. 40.-
Differenz: minus Fr. 21.50

Vereinfacht kann man auch sagen, dass die Abschlussgebühren bei Verkaufspreisen bis 800 Franken höher sind, danach tiefer als bisher:

Beispiel 3:

Verkaufspreis: 800 Franken
Abschlussgebühr (bisher): 6,5 Prozent für Fr. 200.- (Fr. 13.-) + 4,5 Prozent für Fr. 600.- (Fr. 27.-) = Fr. 40.-
Abschlussgebühr (neu): 8 Prozent = Fr. 64.-. Maximale Abschlussgebühr = Fr. 40.-
Differenz: Fr. 0.-

Während die höheren Abschlussgebühren bei Beträgen bis 200 Franken nicht gross ins Gewicht fallen, ist der Unterschied bei einem Verkaufspreis von 500 Franken (also der Betrag, bei dem die neue maximale Abschlussgebühr von 40 Franken erreicht wird) am grössten:

Beispiel 4:

Verkaufspreis: 500 Franken
Abschlussgebühr (bisher): 6,5 Prozent für Fr. 200.- (Fr. 13.-) + 4,5 Prozent für Fr. 300.- (Fr. 13.50.-) = Fr. 26.50
Abschlussgebühr (neu): 8 Prozent = Fr. 64.-. Maximale Abschlussgebühr = Fr. 40.-
Differenz: plus Fr. 13.50

Mit der neuen Gebührenregelung will Ricardo.ch die Abschlussgebühren für Private transparenter und einfacher gestalten. Als Teilkompensation der höheren Abschlussgebühren bei tiefen Beträgen ist zudem ab 1. Juli neu die Option «Sofort-Kaufen» bei Auktionen gratis. Bisher kostet diese 60 Rappen.

Auf der nächsten Seite: Gewerbliche Verkäufer, Fazit und Stellungnahme von Ricardo.ch

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    Kommentare

    • Desaster 12.06.2014, 17.02 Uhr

      Sorry, die haben einen an der Waffel. Von wegen fairer und transparenter... Der allergrösste Teil der Auktionen ist weit unter Fr. 800.00. Dieser Erklärungsversuch ist lächerlich. Jetzt liefert man doch tatsächlich schon fast einen Zehntel an die Ricardo-Haie ab! Das ist nur noch frech, wenn man vergleicht, wieviel man vor Jahren für die genau gleiche Leistung bezahlt hat. Ich habe endgültig genug, ich verkaufe meine Artikel künftig per Fixpreis auf anderen Plattformen.

    • Dabadeee 12.06.2014, 20.05 Uhr

      Für Privatverkäufer wird Ricardo mit den neuen Gebühren nun ähnlich uninteressant wie Ebay Deutschland (dort sind es ca. 10%). Insbesondere für tiefere Verkaufspreise riecht mir das nur nach Abzocke. Wäre interessant zu wissen, wie hoch der Anteil der Verkäufe unter CHF 500.- ist. Ich würde mal behaupten es sind mindestens 3/4 aller Verkäufe (vermutlich noch mehr). Fair und transparent ist meiner Meinung nach was anderes...

    • brunoerni 13.06.2014, 09.34 Uhr

      Bin seit 12 Jahren auf ricardo.ch (als Privatverkäufer und -käufer) und dies ist nicht die erste Gebührenerhöhung. Es wird tatsächlich immer uninteressanter etwas auf ricardo zu verkaufen. Wenn ich etwas zu verkaufen habe geschieht dies daher zunehmends über http://www.tutti.ch oder http://www.anibis.ch. Bei ricardo bin ich nur noch Käufer. Falls aber ricardo überhäuft wird mit professionellen Verkäufern (siehe ebay) dann ist diese Plattform für mich definitiv Geschichte.

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