Tipps & Tricks 13.04.2015, 06:00 Uhr

So kopieren Sie eine Musik-CD richtig auf den PC

MP3-Dateien sind in aller Munde bzw. Ohren. Aber wie holt man aus einer gekauften Musik-CD die Musikstücke im MP3-Format heraus? Der Fachbegriff heisst «rippen».
Lösung: Die Musikdaten, die auf einer gekauften Musik-CD liegen, können Sie nicht einfach per Windows-Explorer herunterkopieren. Die Musikstücke müssen aus der CD ausgelesen und in einem mit Computern und MP3-Playern kompatiblen Format gespeichert werden. Das Auslesen der Musikstücke und Speichern als auf dem PC, MP3-Player und Smartphone abspielbare Musikdateien nennt man Rippen. Dazu kommt auch ein richtiges Benennen und Nummerieren der gerippten Alben und Songtitel. 
Mit dem bei Windows vorinstallierten Windows Media Player können Sie das tun; auch wenn jener nicht besonders leistungsfähig oder flexibel ist. Aber eins nach dem anderen. Zuerst zeigen wir das anhand des Windows Media Players, danach mit einem etwas besseren Werkzeug, die Sie allerdings nachinstallieren müssen.

Windows Media Player verwenden

MP3 hat sich als Dateiformat auf den tragbaren Abspielgeräten durchgesetzt. Deshalb stellen Sie den Windows Media Player so ein, dass er MP3-Dateien erzeugt - und zwar in ansprechender Qualität.
Starten Sie den Windows Media Player. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle und gehen Sie im Kontextmenü zu Weitere Optionen. Wechseln Sie zum Reiter Musik kopieren. Beim «Format» wählen Sie MP3. Bei der «Audioqualität» ziehen Sie den Schieberegler etwas nach rechts, greifen Sie allermindestens zu 192 kBit/s, noch besser zu 256 kBit/s. Wenn Sie gerade vorhaben mehrere CDs zu rippen, dann aktivieren Sie auch «CD nach dem Kopieren auswerfen».
MP3-Einstellungen im Windows Media Player
Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit den Speicherort: Sollen die Daten in C:\User\IhrName\Music landen oder wollen Sie Ihre Musikstücke anderswo haben? Über die Schaltfläche Ändern passen Sie das an. Wichtig ist gleich darunter auch der Dateiname. Es erweist sich in der Praxis als sinnvoll, die Reihenfolge Interpret, Album, Songnummer und Songtitel zu verwenden. Aktivieren Sie die hierfür noch fehlenden Kästchen und stellen Sie allenfalls über die Schaltflächen Nach unten oder Nach oben sicher, dass die Reihenfolge stimmt. Das sorgt dafür, dass die Songs in der Original-Reihenfolge daherkommen, wenn Sie ein Album abspielen. Klicken Sie auf OK.
Normalerweise erscheint ein simples Abspielfenster, wenn Sie eine CD einlegen. Falls Sie sich in der Bibliotheksansicht befinden, klicken Sie unten rechts aufs Icon für Zur aktuellen Wiedergabe wechseln.
Im Wiedergabefenster oben rechts entdecken Sie ein unscheinbares Icon für CD kopieren. Klicken Sie darauf, dann ändert es sich zu einem Aufnahme-Knopf. Jetzt kopiert der Media Player die Songs auf die Festplatte - auch wenn Sie im Abspielfenster selbst auf den Pause-Knopf drücken. Warten Sie einige Minuten. Falls Sie vorhin die Einstellungen so gewählt haben, dass der Media Player die CD nach dem Kopieren auswirft, merken Sie sofort, wenn er damit fertig ist.
CD kopieren
Der Media Player ist an eine riesige Musikdatenbank angebunden. Darum erkennt er bei bekannteren Interpreten meist nach wenigen Sekunden, um welche Band, welches Album und um welche Songs es sich handelt. In diesem Fall müssen Sie nichts weiter unternehmen. Sollte der Media Player den Interpreten und die Songs aber nicht kennen, müssen Sie die Namen von Hand eingeben, was ziemlich mühsam ist. Häufig greift der Media Player sogar zu falschen Informationen. Er fragt in Zweifelsfällen nämlich nicht nach. Das ist dann enorm lästig. Das ist der Zeitpunkt, an dem Sie wünschen, Sie hätten ein besseres Werkzeug als den Media Player.
Für die Korrektur öffnen Sie den Musikordner im Windows Explorer. Markieren Sie erst alle zum selben Album gehörenden Songs, klicken diese mit rechts an und öffnen die Eigenschaften. Im Reiter Details korrigieren Sie Interpret, Albuminterpret, Albumtitel, Jahr und sonstige fehlerhafte Informationen. Klicken Sie auf OK. Nun klicken Sie nur einen Song an und rufen wiederum über die rechte Maustaste die Eigenschaften auf. Passen Sie den «Titel» an und wiederholen Sie das für jeden weiteren falsch oder nicht benannten Songtitel. Basteln Sie bitte noch nicht an den Dateinamen selbst herum! Denn wenn innerhalb der Dateien die Meta-Infos (Titel, Interpret usw.) stimmen, können Sie später die eigentlichen Dateinamen daraus richtig erstellen lassen - allerdings nicht mit dem Media Player, sondern mit MP3tag, einem im nächsten Kapitel erwähnten Hilfsprogramm.

Kombination CDEx und MP3Tag

Fürs Auslesen der Daten können Sie anstelle des Media Players auch CDEx verwenden. Das ist ein kostenloses und quelloffenes Programm. Wir haben am Tag des Entstehens dieses Artikels genau zwei Audio-CDs in der Redaktion auftreiben können. Eine von einer nicht sehr bekannten Schweizer Band und eine von einer Art «Best of» eines Jazzers. Der Media Player hat die Schweizer Band überhaupt nicht erkannt. Und beim Jazzer lag er zwar richtig, aber hat offenbar das Album verwechselt - kein Titel stimmte. Mit CDEx hatten wir mehr Glück: Beide CDs wurden inklusive Songtiteln erkannt - beinahe perfekt.
Greifen Sie zur Seite des Originalherstellers: http://cdex.mu/. Nach Download und Installation starten Sie CDex, gehen zu Options/Select language und stellen auf «deutsch» um. Öffnen Sie Optionen/Einstellungen. Gehen Sie zu Dateinamen. Wenn Sie das Format «Interpret - Album - Song-Nr. - Songtitel» bevorzugen, dann tippen Sie im Feld «Format» diese Zeichenfolge ein:
%1 - %2 - %3 - %4
Übers Fragezeichen können Sie die möglichen Variablen abfragen. Es gibt hier auch eine Option zum Ersetzen ungültiger Zeichen, etwa des Schrägstrichs (/). Ersetzen Sie jenen durch ein Leerzeichen
Einstellungen bei CDEx
Bei Remote CDDB könnten Sie anstelle der FreeDB für die Titelabfrage auch eine andere benutzen, zum Beispiel MusicBrainz. Das ist einen Versuch wert, falls FreeDB die Interpreten- und Album-Infos zu Ihren CDs nicht erkennt. Aber glauben Sie uns, dass die FreeDB schon sehr viel kennt - sogar weniger bekannte Schweizer Bands, siehe Screenshot. 
Man staune über die Musikdatenbank FreeDB; nur Albumtitel fehlt
Sind die Einstellungen gesetzt, klicken Sie auf OK, dann kanns losgehen. Legen Sie eine CD ein, dann erscheinen nach einigen Sekunden die Album-Informationen. Wenn die Erkennung nicht sofort funktioniert, versuchen Sie es in der rechten senkrechten Leiste mit dem sechsten Icon von oben: «Album-Information von Remote-CDDB lesen». Prüfen und ergänzen Sie die Informationen. Markieren Sie mit Ctrl+A (Strg+A) alle Titel und benutzen Sie in der rechten senkrechten Leiste das zweite Icon von oben: «CD-Tracks nach komprimierte Audio-Datei extrahieren». Das Rippen dauert je nach CD vielleicht ein, zwei Minuten.
Musikstücke rippen
Tipp: Falls Sie schon MP3-Dateien haben, deren Eigenschaften und Dateinamen noch verbesserungswürdig sind, greifen Sie zu MP3Tag. Das Gratisprogramm kann die Dateien nachträglich bearbeiten und findet auch viele Albumcover. Letzteres haben wir in diesem Kummerkasten-Artikel beschrieben. (PCtipp-Forum)


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