Test: Acer Chromebook Spin 13 (CP713-1WN-52TK, 2018)

Chromebooks sollen leicht und günstig sein. Mit dem Spin 13 zielt Acer auf Business-Kunden. Kann es im PCtipp-Test überzeugen?

von Claudia Maag 20.05.2019
Acer Chromebook Spin 13 Acer Chromebook Spin 13 Zoom© Acer

Das Acer Chromebook Spin 13 misst 1,7 × 30,9 × 24,5 Zentimeter (H × B × T) und wiegt 1,59 Kilogramm. Das Chromebook ist für den mobilen Gebrauch gedacht. Für die Autorin ist es gerade noch klein und leicht genug, um es zwischendurch mit sich herumzutragen, aber eher fürs längere Arbeiten im Zug oder (Home) Office geeignet. Das Chromebook kommt mit Aluminiumgehäuse (Metal Chassis), das sich angenehm und wertig anfühlt. Das Gerät sieht auf dezente Weise klassisch-elegant aus. Acer zielt auf den Business-Sektor, was sich auch im hohen Preis für ein Chromebook widerspiegelt.

Das Spin 13 bietet 8 GB RAM und 64 GB Nutzungsspeicher, basiert auf Chrome OS und hat einen stolzen Strassenpreis von 999 Franken (Stand: 13. Mai 2019). Allerdings ist dieses Chromebook ein Convertible und das IPS-LCD-Touch-Display ist durchaus kostspielig in der Herstellung.

Display: überraschend gut

Das Touch-Display ist aus Corning-Gorilla-Glass gefertigt und löst mit 2256 × 1504 Pixeln auf. Wenn Sie diese Auflösung in den Einstellungen wählen (ab Werk nicht standardmässig), wird die Darstellung von Elementen auf dem Bildschirm allerdings auf «winzig» geändert. Mit grösserer Schriftgrösse und Seitenzoom (in den Einstellungen) arbeitet es sich trotzdem noch angenehm in Office-Programmen.

Falls Ihnen ein Text nicht gross genug erscheint, zoomen Sie auf dem Touch-Display einfach mittels Zwei-Finger-Geste ein, wie man das vom Smartphone kennt. Der Multitouch-Bildschirm kann ausserdem mit dem Eingabestift (Stylus-Pen) bedient werden (mitgeliefert).
 
Generell hat uns das LCD-Display sehr gefallen. Das Display nutzt übrigens IPS-Technologie (In-Plane Switching). IPS-Monitore sollen einen grösseren Blickwinkel bieten und Farben natürlicher und mit höherer Farbintensität darstellen. Beim Surfen und Fotos anschauen waren die Farben tatsächlich intensiv dargestellt.

Eher negativ aufgefallen ist, dass das Display leicht spiegelungsanfällig ist, was bei Sonneneinstrahlung beim Schreiben mehrfach störte. Beim Filmeschauen spiegelt es tagsüber etwas zu stark, doch nach Einbruch der Dunkelheit steht dem Movie-Vergnügen nichts mehr im Weg.

Gefallen hat uns übrigens grundsätzlich der Sound (Zwei-Stereo-Lautsprecher), wenn er auch bei starken Bässen leicht blechern klingt.

Acer Chromebook Spin 13: Kommt mit Multi-Touch-Display Acer Chromebook Spin 13: Kommt mit Multi-Touch-Display Zoom© Acer

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Ausstattung

Generell sind Chromebooks nur mit dem Nötigsten ausgestattet, um günstig sowie leicht zu sein und dabei eine lange Akkulaufzeit zu bieten.

Das Spin 13 kommt mit einem Intel-Core-i5-(8250U)-Prozessor. Als Unterstützung sind 8 GB RAM und 64 GB Nutzspeicher im Gepäck. Letzteren findet die Testerin etwas wenig, der Rest ist für ein Chromebook in Ordnung. Des Weiteren ist eine UHD-620-Grafikkarte von Intel verbaut. Das Convertible ist tatsächlich recht fix unterwegs – auch beim Surfen mit mehreren geöffneten Tabs und mehreren Videos gibt es keine Ruckler oder Verzögerungen. Einen Fingerabdruck-Scanner sucht man allerdings vergeblich.

Akkulaufzeit: tipptopp

Das Spin 13, das uns von Acer zur Verfügung gestellt wurde, hat einen Lithium-Polymer-Akku mit 4670 mAh verbaut. Gemäss Hersteller hält der Akku 10 Stunden durch. Je nach Nutzung kommt das in unserem Test auch hin; auch bei dreistündiger intensiver Office-Programm-Nutzung und drei Stunden Filmeschauen.

Einrichtung

Das Chromebook ist schnell und leicht eingerichtet. Der Nutzer wird auch direkt nach der WLAN-Verbindung gefragt; die Verbindung klappt ohne Weiteres.

Es benötigt 7,5 Sekunden, um aufzustarten. Die Surfgeschwindigkeit war im Test zügig, auch bei mehreren parallel geöffneten Tabs. Generell laufen Apps mit dem Chrome-OS-Betriebssystem flüssig und zügig.

Mittlerweile werden Android- und in Beta-Version auch Linux-Apps unterstützt. Wir konnten unser Android-Smartphone rasch koppeln, allerdings wurde es als Samsung Galaxy S10+ erkannt, es handelt sich jedoch um ein Huawei-Gerät.

Betriebssystem: Chrome OS

Auch wenn das Chromebook uns in vielem positiv überrascht hat, das Betriebssystem Chrome OS ist nicht für jeden zu empfehlen. Auch wenn es mittlerweile Android- und Linux (Beta)-Unterstützung bietet, so ganz überzeugen konnte das letztlich auf einem Browser basierende Betriebssystem im Vergleich zu Windows nicht.

Apps, die Sie unter Android schätzen, können Sie dank Google Play Store wohl auch auf Chrome OS nutzen. Arbeits-Software, die man unter Windows kennt und mag, könnte allerdings schwierig werden und man muss nach Alternativen suchen. Wer allerdings viel mit Google Drive und Office 365 arbeitet, für den ändert sich wenig.

Acer Chromebook Spin 13: Gefallen hat die Akkulaufzeit Acer Chromebook Spin 13: Gefallen hat die Akkulaufzeit Zoom© Acer

Office-Tauglichkeit

Wir arbeiteten nicht mit Google Docs, sondern sind Microsoft Office gewöhnt. Hier muss man natürlich Abstriche machen. Dank Office 365 konnten wir trotzdem mit Word arbeiten, teilweise gab es leichte Probleme beim Markieren oder Kopieren von Texten, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an ein paar Eigenheiten von Chrome OS.

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Anschlüsse/Konnektivität

Das Chromebook hat einen USB-3.0-Anschluss und eine Kopfhörerbuchse sowie pro Seite einen USB-C-Anschluss (3.1 Gen 1) und einen MicroSD-Slot. Ausserdem ist es Bluetooth-4,2- sowie WLAN-fähig (IEEE 802. 11a/b/g/n/ac).

Ergonomie

Unseren Auf- und Zuklapptest bestand das Chromebook Spin 13 mit Bravour. Das Display bleibt dort, wo man es loslässt, ohne Nachschwingen, und die Scharniere sind robust.

Tastatur
Wir haben fleissig getippt, unter anderem diesen Test. Die Tasten kleben nicht, fühlen sich angenehm an und man hat nicht das Gefühl, dass sie einem bald entgegenkommen werden. Wenn man über die Tastatur streicht, hört man ein leises Klacken, aber im normalen Rahmen.

Touch-Pad

Wir konnten uns nur bedingt damit anfreunden. Nach unserem Gusto reagierte es zu langsam. Nach einem Ausflug in die Einstellungen (empfindlicher eingestellt) wurde es besser. Trotzdem arbeiten wir lieber mit dem Touch-Display, wenn wir Text bearbeiten wollten (z.B. einzoomen, verschieben).

Eingabestift (Stylus-Pen)
Wir haben erstmals einen solchen Stift benutzt. Im klassischen Setting fürs Büro war er nichts für uns. Aber im aufgeklappten Zustand, also beim Zeichnen oder Notizen schreiben, fanden wir Gefallen am Stylus-Pen. Er ist schön dezent vorn unten ins Gerät eingelassen. Doch der Stift selbst fühlt sich ziemlich billig an und wir fragen uns, wie lange es dauert, bis er ersetzt werden muss.

Fazit

Auf die Bewertung des Acer Chromebook Spin 13 hat sich ausgewirkt, dass wir für rund 1000 Franken gern mehr Nutzspeicher gesehen hätten. Des Weiteren ist Chrome OS noch nicht ganz kompatibel mit anderen Betriebssystemen. Ausserdem trübten die Spiegelung des Touch-Displays und die nicht ganz überzeugende Auflösung beim Video- und Filmeschauen die Freude.

Gefallen hat die Akkulaufzeit, die je nach Nutzung 10 Stunden betrug. Auch die qualitative Geräteverarbeitung, das LCD-Display sowie dessen Touch-Bedienung wussten zu gefallen. Chrome OS ist Geschmackssache, aber mittlerweile kann man auch Android-Apps nutzen. Wäre das Spin 13 günstiger, hätten wir ihm gerne 4,5 Sterne verliehen.


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Kommentare

  • simi3770 20.05.2019, 15.24 Uhr

    Meiner Meinung nach sind 64 GB Speicherplatz absolut ausreichend. Das Ziel eines Chromebooks ist ja sowieso, dass man alles in der Cloud/Google Drive abspeichert, damit man über das Gmail-Konto mit jedem anderen Gerät Zugriff auf die Dokumente hat. Desweiteren kann man ja auch keine Programme, sondern nur die Apps von Google Play installieren. Mein Acer Chromebook ist jetzt 1,5-jährig und hat erst 9 GB Speicherplatz besetzt!

  • trs 22.05.2019, 20.05 Uhr

    Seit geraumer Zeit habe ich mir ein Acer Chromebook bei Migros (!) mit satten Cumulus-Punkten gekauft :o. Da ich auch schon Pixel Notebooks und Mobile-Phones besitze, habe ich alles durchgängig zur Hand. 64GB Speicher reichen vollauf, egal welches Gerät. 2TB online Speicher machen sogar ein NAS überflüssig (liegen auch noch zwei herum und ziehen Strom). Aber ja, die Schattenseiten sind einfach die Politik, Privacy und Handelskriege .... Microsoft versucht ja krampfhaft den Markt für tragb[...]

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