Test: drei Schlüsselfinder im Vergleich

Alle Keyfinder bieten gute Apps; Nutzer können sowohl den Schlüssel als auch das Smartphone finden. Ob sie unseren Badewannentest überlebt haben und welcher unser Favorit ist, lesen Sie hier.

von Claudia Maag 02.07.2019 (Letztes Update: 02.07.2019)

Wer ab und zu mal was verliert, könnte die Vorteile elektronischer Schlüsselfinder schätzen. Natürlich kann man die intelligenten Anhänger auch an anderen Gegenständen befestigen, die man nicht verlieren will – beispielsweise Portemonnaie, Kamera, Rucksack oder Fernbedienung. Wir haben drei Keyfinder getestet.

Alle drei haben bei der intelligenten Benachrichtigung nur teilweise überzeugt. Wir hätten im Fall der Fälle jedenfalls das Gebäude unserer Wohnung ohne Schlüssel verlassen. Am sensibelsten war der Orbit Keys, gefolgt vom Tile Pro.

Chipolo Classic (2. Generation)

Chipolo Chipolo Zoom© Chipolo

Der Chipolo Classic ist in den Farben Schwarz, Blau, Gelb, Grün, Rot oder Weiss erhältlich sowie im Zitronen- oder Wassermelonen-Look.

Sie können mit dem Chipolo auch Selfies machen und Social-GPS nutzen, wenn Ihr Gerät verloren geht.

Zwar ist die Herstellerseite nur auf Englisch verfügbar, aber auf den Supportseiten finden sich gewisse Informationen auf Deutsch.

App

Chipolo-App Chipolo-App Zoom© cm/PCtipp

App runterladen (Android, iOS), den Instruktionen folgen, fertig. Der Chipolo ist subito der App hinzugefügt. Wir nutzten die Android-Version.

Mindestanforderungen: iOS-Geräte (mit der Version 9.0) mit Bluetooth 4.0 oder neuer. Android-Geräte (mit der Version 4.4) mit Bluetooth 4.0 oder neuer.

Wenn jemand mehrere Chipolos hat, sieht er sie in der Registerkarte Liste schön aufgereiht.

Schlüssel finden

Chipolo ausser Reichweite Chipolo ausser Reichweite Zoom Wählt man in der App den Chipolo an, tippt man auf den Button Klingeln zum Finden. Sie können den Klingelton übrigens ändern. Laut Hersteller ist die Reichweite 60 Meter, das können wir bestätigen.

Handy finden

Das funktioniert auch umgekehrt. Falls Sie statt des Schlüssels Ihr Smartphone irgendwo in der Wohnung oder im Büro haben liegen lassen, drücken Sie zweimal (fest) hintereinander auf den Chipolo. Sofort beginnt Ihr Handy zu klingeln. Auch wenn es auf lautlos gestellt ist.

Smarte Benachrichtigungen: Erinnerung

Die App benutzt die Standortdienste Ihres Handys und erstellt den zuletzt bekannten Standort des Chipolos basierend auf den Geo-Standortdaten des Smartphones.

Eigentlich sollten wir beim Verlassen unseres Hauses daran erinnert werden, wenn wir den Schlüssel liegen lassen. Selbst als wir uns im Keller befanden oder ein paar Meter vor dem Haus, erhielten wir keine Warnung.

Reichweite: 60 Meter

Sprachsteuerung

Theoretisch wäre das nützlich: Chipolo bietet Sprachsteuerung via Google Assistant oder Amazon Alexa. Da wir das Amazon-Gerät nicht mehr haben, konnten wir Alexa nicht testen.

Zum Google Assistant: Die Steuerung funktioniert – wenn überhaupt – nur in Englisch! Das ist natürlich mühsam für jene, die das Handy lieber in der Muttersprache steuern. Denn: Auch die Geräteeinstellungen müssen laut Support auf Englisch sein.

Natürlich muss der Google Assistant erst installiert und aufgesetzt sein. Mit unserem Huawei-Smartphone (Android 9.0.0) ist die App nicht kompatibel. Somit können wir das vergessen.

Ersetzbare Batterie

Die Batterie lässt sich austauschen (Batterie: CR2025). Das ist laut Hersteller alle neun Monate nötig. Laut Support-Webseite wird die Chipolo-App einen erinnern, eine Ersatzbatterie zu bestellen. Um die Batterie zu ersetzen, braucht man etwas längere Fingernägel, die in eine kleine, rechteckige Lücke auf der Seite passen, dann geht das Austauschen leicht. 

Wasserfest: Der Chipolo Classic ist nicht wasserfest.

Chipolo Classic wurde uns von Digitec Galaxus zur Verfügung gestellt.

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Orbit Keys

Orbit Keys Orbit Keys Zoom© findorbit.com

Orbit Keys ist ebenfalls sowohl mit Android als auch iOS kompatibel. Die App (Android: 4.4 oder höher, iOS: iPhone 5 oder später) ist kostenlos. Wir haben die Android-Version genutzt.

Der Orbit ist in Silber, Blau, Grau und Gold erhältlich. Silber und Gold sind bei Media Markt günstiger (Fr. 29.95), wir hatten ein silbriges Modell. Der Orbit misst 3,4 × 3,4 × 0,9 Zentimeter und wiegt 20 Gramm.

Der Orbit (je nach Farbe) ist zwar mit Fr. 39.95 etwas teurer als der Chipolo, doch er bietet auch mehr. So ist er wasserfest, was der Chipolo Classic nicht ist. Und der Orbit kann als Selfie-Remote, also als Fernbedienung genutzt werden. Im Lieferumfang sind eine Ersatzbatterie und zwei sogenannte Öffnungs-Tools (aus Plastik) sowie je ein Keychain und Schlüsselbundring.

Lieferumfang des Orbit Keys Lieferumfang des Orbit Keys Zoom© cm/PCtipp

App

Die Orbit-App bietet zahlreiche Funktionen Die Orbit-App bietet zahlreiche Funktionen Zoom© cm/PCtipp

Das Verbinden geht schnell und unkompliziert (Android, iOS). Generell bietet die App deutlich mehr Funktionen als jene des Chipolo Classic.

Es ist z.B. möglich, sich eine intelligente Erinnerung einzurichten. Dadurch werden Sie benachrichtigt, wenn Sie Ihre Wohnung oder das Büro etc. ohne das Orbit-Gerät verlassen.

Orbit finden

In der Grundansicht tippt man einfach auf die Taste Orbit suchen. Ist der Orbit etwas zu weit weg, dass man dessen Klingeln nicht mehr hört, kann man sich – wenn man die ungefähre Richtung im Büro oder der Wohnung weiss – bewegen. Anhand der ringförmigen Striche, die zuerst fehlen, sieht man sofort, ob man auf der richtigen Fährte ist. Je näher man ist, desto mehr grüne Striche erscheinen. Später hört man das Klingeln wieder.

Das Einzige, was etwas nervt: Wenn die App das Gerät lokalisiert, piepst (und je nach Einstellung vibriert und flasht) es jedesmal. Das verschwindet erst, wenn Sie eine Sicherheitszone definieren (siehe weiter unten).

Smarte Benachrichtigungen: Trennungsalarm

Auch diese App bietet die Zuletzt-gesehen-Option. Ausserdem findet sich in den Einstellungen die Option Trennungsalarm. Wenn sich Orbit und Smartphone zu weit voneinander trennen, beginnen beide Geräte zu klingeln. Praktisch, falls einem der Rucksack geklaut würde oder als Erinnerung, wenn man das Haus verlässt. In unserem Test begann das Läutkonzert, als wir uns mit dem Orbit knapp 60 Meter vom Smartphone entfernt hatten. 

Sie können auch eine Sicherheitszone definieren: Ein Wi-Fi-Netzwerk, wo der Trennungsalarm nicht aktiviert wird. Beispielsweise im Büro.

Der Trennungsalarm funktionierte mehrheitlich. Mit einer Ausnahme: Da sass die Testerin bereits im Bus, als sie die Benachrichtigung erhielt. Nur: Der Orbit lag da im Rucksack neben ihr.

Smartphone finden

Durch zweimaliges Tippen auf eine Taste des Orbits beginnt das Handy zu klingeln. Den Klingelton kann man ändern.

Selfies 

Sie können damit auch Selfies aus der Ferne machen, wenn Sie die entsprechenden Berechtigungen erteilen. Dazu drückt man einfach auf die Taste rechts des Orbit. Klappte, aber da wir das Smartphone sowieso in der Hand hielten, erschliesst sich uns der Vorteil (z.B. gegenüber Timer) nur bedingt. Bei Gruppenfotos könnte das interessant sein.

Orbitnetz

Wenn der Schlüsselbund über 30 Meter entfernt ist, endet die Reichweite des Orbit. Sobald Sie sich erneut nähern, können Sie ihn wieder suchen lassen Wenn der Schlüsselbund über 30 Meter entfernt ist, endet die Reichweite des Orbit. Sobald Sie sich erneut nähern, können Sie ihn wieder suchen lassen Zoom Orbit Net ist ein Community-basiertes, laut Hersteller anonymes Suchsystem, das immer auf der Suche nach einem verlorenen Orbit ist. Wenn man also seinen Schlüsselfinder verlieren sollte, kann man das Orbit-Netz aktivieren. Wenn jemand, der die Orbit-App installiert hat, nahe an Ihrem Orbit vorbeiläuft, erhalten Sie eine Ortsaktualisierung, wo sich der Gegenstand auf der Karte befindet.

Reichweite: 30 Meter

Mit Alexa steuern

Orbit Keys ist mit Alexa steuerbar, was wir allerdings nicht testen konnten.

Ersetzbare Batterie

Laut Hersteller bis zu sechs Monaten, eine weitere Batterie ist im Lieferumfang enthalten (CR2025). Um sie zu ersetzen, verwendet man zwei Öffnungs-Tools aus Plastik, die im Lieferumfang enthalten sind. Es ist keine Anleitung dabei und wir fanden es am Anfang ein bisschen ein «Genifele» bzw. Gefummel, aber es funktioniert.

Wasserfest: Ja, wasserfest nach IPX 6.

Orbit wurde uns von Media Markt als Ersatz für den Eureka zur Verfügung gestellt. Wenn man das Preis-Leistungs-Verhältnis anschaut, bietet der Orbit Key sehr viel und ist somit unser Favorit.

Tile Pro

Tile Pro Tile Pro Zoom© Tile

Auch mit dem Tile Pro finden Sie Schlüssel, Fernbedienung oder Laptop rasch wieder. Tile Pro ist ebenfalls sowohl mit Android als auch iOS kompatibel. Die App (Android, iOS) ist wie bei den anderen Anbietern kostenlos. Wir haben die Android-Version genutzt.

Der Tile Pro ist nur in Schwarz und Weiss erhältlich, misst 4,2 × 4,2 × 6,5 Zentimeter und wiegt 15,5 Gramm.

App

Tile Pro Tile Pro Zoom© cm/PCtipp

Die App wird übersichtlich und einfach mit einer Erste-Schritte-Information erklärt. Ein Tile ist rasch hinzugefügt.

In der App von Tile ist der Keyfinder nach Kategorien aufgeteilt: Gegenstände des täglichen Gebrauchs, Transport, Beruf & Schule oder Reise.

Schlüssel (etc.) finden

Das Suchen des Schlüssels (mit Tile) funktionierte einwandfrei. Den Klingelton kann man ändern.

Smartphone finden

Durch Drücken des Tile-Logos beginnt das Handy zu klingeln. Neu ist der Standortverlauf verfügbar, Sie sehen also, wo die App das Smartphone zuletzt erkannt hat, falls Sie es verlieren oder es abhanden kommt.

Smarte Benachrichtigungen nur mit Premium

Ohne Zonenhinterlegung klappte die Meldung, dass wir die Reichweite verlassen, beim Tile gut.

Ausserdem gibt es die intelligente Benachrichtigung. Leider ist sie nur in der Premium-Version zu haben (jährlich Fr. 2.50 pro Monat, insgesamt Fr. 30.–). Wir haben sie mit der kostenlosen 1-Monats-Testversion ausprobiert.

Man definiert Orte, also z.B. Zuhause oder das Büro. Als wir das Büro verliessen und uns einmal ca. 30 Meter vom Gebäude entfernten, erhielten wir keine Benachrichtigung. An einem anderen Tag klappte es bereits im Gebäude. Dies funktioniert ausserdem nur mit Premium und ist in der Beta-Version.

Reichweite: Obwohl der Tile eine Reichweite von 90 Metern haben soll, fand er ihn im Büro breits bei 60 Metern nicht mehr. Bewegt man sich in seine Richtung, findet er ihn erneut, wenn man ca. 20 Meter nah dran ist Obwohl der Tile eine Reichweite von 90 Metern haben soll, fand er ihn im Büro breits bei 60 Metern nicht mehr. Bewegt man sich in seine Richtung, findet er ihn erneut, wenn man ca. 20 Meter nah dran ist Zoom 90 Meter, allerdings schwächelte die Lokalisierung bereits bei 60 Metern (im Büro): Die App konnte den Tile Pro bereits nicht finden (siehe Screenshot). Wenn man sich dem Gerät nähert, erkennt es ihn wieder und man kann erneut danach suchen und somit dem Klingelton folgen.

Community-Suche

Wie bei Orbit gibt es bei Tile eine Community, deren Hilfe man nutzen kann, wenn das Gerät verloren geht. Tippen Sie in diesem Fall auf Benachrichtigung bei Fund. Wenn sich nun ein Smartphone, das ebenfalls die Tile-App installiert hat, dem Keyfinder nähert, werden Sie benachrichtigt und im Tab Nachrichten erscheint der Fundort auf der Karte.

Mit Amazon Alexa oder Google Assistant steuern

Alexa konnten wir, wie bereits erwähnt, nicht testen. Mit unserem Huawei-Smartphone (Android 9.0.0) und einem Samsung-Smartphone ist die Google-Assistant-App nicht kompatibel. Somit können wir das auch vergessen.

Ersetzbare Batterie

Gemäss Hersteller bis zu zwölf Monaten (CR2032). Durch den Schiebedeckel ist die Batterie leicht ersetzbar.

Wasserfest: Der Tile Pro ist wasser- und staubdicht gemäss IP55.

Sowohl Webseite als auch Benutzerhandbuch sind auf Deutsch verfügbar. Der Tile Pro wurde uns von Brack.ch zur Verfügung gestellt.

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Der Badewannentest

Wir wollten wissen, ob die Keyfinder auch unter Wasser funktionieren. Da der Chipolo nicht wasserfest ist und der Orbit (IPX6) sowie der Tile (IP55) zwar Zertifizierungen haben, aber keine, um damit schwimmen zu gehen, steckten wir sie sicherheitshalber in eine wasserdichte Hülle (wir hatten keine hübschere).

Schwimmen können sie jedenfalls, wir haben sie mit einem Stein unten gehalten Schwimmen können sie jedenfalls, wir haben sie mit einem Stein unten gehalten Zoom© cm/PCtipp

Jedenfalls klingelten alle drei Geräte. Auch, als wir uns bis zu drei Meter entfernten. Danach konnten die Apps sie nicht mehr finden. Allerdings muss hierzu gesagt werden, dass bei uns zu Hause dann auch jeweils eine Wand dazwischen war.

Wenn Sie testen möchten, ob Sie Ihren Schlüsselbund in die Sihl oder Aare werfen und wiederfinden können, dann viel Glück. 

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