Im Test: Sony WF-1000XM3

Sony hat True-Wireless-Kopfhörer mit aktivem Noise Cancelling lanciert. Was taugen die Mini-Hörer? PCtipp testet.

von Florian Bodoky 14.10.2019
Sony WF-1000XM3 Sony WF-1000XM3 Zoom Sony hat im Sommer die neuste Generation seiner True-Wireless-Kopfhörer vorgestellt. Die Buds mit dem – wie immer etwas kryptischen – Namen WF-1000XM3 haben ihre Stärken im bei In-Ears oft vernachlässigten Active-Noise-Cancelling-Bereich. True Wireless heisst konkret: zwei einzelne Buds ohne jegliche Kabelgeschichten. Ähnlich wie Samsung oder Apple setzt Sony damit auf Ultra-Mobilität, was laut Konsumtrendstudien in den letzten zwei Jahren die mit am höchsten angestiegenen Nachfragewerte aufweist.

Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Hörer aber in einem entscheidenden Detail: Sie sind etwas länglich und beschränken sich in der Form nicht auf die Ohrmuschel, sondern liegen über anderen Ohrteilen und finden Halt an drei entscheidenden Stellen am respektive im Ohr. Sony verweist diesbezüglich auf eine grössere Feldstudie, wonach die unterschiedlichsten Ohren vermessen und die In-Ear- und On-Ear-Architektur an die Ergebnisse angepasst wurden. Dank der beigelegten Auswahl an Ohrpolstern und nach einigem Ruckeln und Zuckeln können wir den Geräten auch einen guten Halt attestieren. Zudem: Es gibt extra beschichtete Ohraufsätze, extra für festen Halt. Davon werden gleich drei Paare geliefert und durch drei weitere Paare von Aufsätzen ergänzt, die sich eher am Komfort denn am Halt orientieren. Verzichtet wurde dafür auf eine IPX-Zertifizierung. Leichtes Regenwetter stecken die Hörer jedoch dennoch weg.

Starke Ladeschale

Ebenfalls mit von der Partie ist die mitgelieferte Ladebox aus Kunststoff und Alu. In dieser finden sich zwei Magnet-beschichtete Kuhlen, welche die Kopfhörer beherbergen, wenn sie nicht im Einsatz sind. Diese ist nicht nur chic in Kupfer und Schwarz gehalten. Sie lädt die Kopfhörer auch wieder auf. Denn nach den gut 7 Stunden, nach denen sich die Hörer auf recht lauten Musikniveau wieder verabschiedet haben, vermag sie die Kopfhörer dreimal auf 100 Prozent Ladestand zu katapultieren – also zwischen 24 und 32 Stunden.

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Bedienung und Noise Cancelling

Auch im Handling, respektive in den verbauten Features, haben die Hörer einiges zu bieten. Zum einen wurde das aktive Noise Cancelling (NC) optimiert, was zu den Kern-Features zählt. Das NC basiert auf einer hybriden Analyse, respektive Erfassung der Geräuschfrequenzen, die mit entsprechenden Gegenschallwellen neutralisiert werden. Hier kommt der neu entwickelte Prozessor QN1e zum Einsatz. Im Bereich NC erreicht der WF-1000XM3 das Niveau des grossen Bruders von 2017, dem WH-1000XM2 (dabei handelt es sich um das Over-Ear-Modell, vorgestellt an der IFA 2017).

Punkto Bedienung geht Sony bekannte, aber auch bewährte Wege: Beide Earbuds sind mit einem Touch-Bedienfeld ausgerüstet, das jeweils auf Berührung reagiert. Rechts erreicht man die klassische Musiksteuerung (Play/Pause, Skip/Search, Anrufe annehmen/ablehnen etc.), während links das aktive Noise Cancelling an- oder abgeschaltet oder der Ambiance Sound Mode aktiviert werden kann. Ein kleiner Mini-Dämpfer: Bei jeder Berührung kommt erst ein Bestätigungston, bevor die Aktion durchgeführt wird. Auch z.B. beim Trackskipping. Finden wir etwas nervig, ist aber vernachlässigbar.

Die aktive Geräuschunterdrückung beeinflusst auch die Akkuleistung: So werden aus sechs Stunden Laufzeit plötzlich acht Stunden, wenn man sich aufgrund eines ruhigeren Umfelds einmal gegen NC entscheiden sollte. Auch kann man nur einen Kopfhörer tragen. Dank des Detection-Features merkt der Hörer, ob er gerade getragen wird oder nicht und unterbricht entsprechend die Musikübertragung. Nach fünf Minuten ohne Kontakt wird das Gerät dann komplett ausgeschaltet, um den Akku zu schonen.

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Der Sound

Beim Sound kommt abermals der neue QN1e-Prozessor zum Tragen: So werden 24-Bit-Audiosignale mit einem Digital-Audio-Converter respektive einem Analogverstärker verarbeitet. Der Sound mag derweil zu überzeugen, zumal für In-Ears. Eine fein ausbalancierte Mischung aus Bass und erstaunlich viel Klangfülle für so einen kleinen Resonanzkörper. Eminent wichtig: Der Hörer muss wirklich tief im Gehörgang sitzen, ansonsten geht viel von der Qualität verloren.

Fazit

Sony hat hier einen Volltreffer gelandet. Die ungewöhnliche Form mag Geschmacksache sein, Sound, Features und Handling vermögen aber zu überzeugen.

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