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Acer ConceptD 7 im Test

Das neue Profi-Notebook von Acer bietet vor allem für Grafikfreunde unterwegs ein schlagendes Argument.

von Luca Diggelmann 14.02.2020
Gewagt in weiss: Das Acer ConceptD 7 Gewagt in weiss: Das Acer ConceptD 7 Zoom© Acer

Acer bewirbt das neue ConceptD 7 als schlanke Designstation für Profis. Wer allerdings ein elegantes Designerstück im Stile eines Macbook Pro erwartet, wird enttäuscht. Das ConceptD 7 ist deutlich mehr Arbeitsstation als Ausstellungsstück, was ja durchaus seine Vorteile hat. Generell ist es schwierig, ein Notebook als schlank zu bezeichnen, das noch Platz für einen RJ-45-Stecker hat. Mit seinen harten Kanten und hohen Rändern erinnert das ConceptD 7 mehr an ein Gaming-Notebook als an eine digitale Gestaltermuse. Eigentlich fehlen für den perfekten Gaming-Look nur ein schwarzer Anstrich und eine RGB-Tastatur.

Das mattweisse Finish dürfte Geschmackssache sein, bringt aber ein angenehmes Stück Abwechslung in die sonst etwas gar schwarz und silber geprägte Notebook-Welt. Für Alltagsschmutz ist die Farbe sicher nicht ideal, bewegt aber womöglich zu hygienischerem Verhalten, was auch ein Pluspunkt sein kann. Etwas schade sind die fünf (!) prominent angebrachten Sticker, die über Spezifikationen wie HDMI, UHD-Auflösung, den i7-Prozessor, die Nvidia-GPU und die Pantone-Verifikation des Displays informieren.

Wirklich schlank ist das ConceptD 7 nicht gerade, aber noch gesund Wirklich schlank ist das ConceptD 7 nicht gerade, aber noch gesund Zoom© Acer

Das klingt alles ein wenig negativ, ganz so dramatisch ist die Situation aber gar nicht. Denn erstens zählen bei einem wahren Arbeitstier sowieso mehr die inneren Werte, und zweitens lässt sich über Geschmack bekanntlich bestens streiten.

Ausstattung

Ein Notebook kann noch so elegant daherkommen, ohne die richtige Ausstattung nützt es keinem Profi was. Auf dem Papier bringt das Acer ConceptD 7 bereits ein ordentliches Kraftpaket mit sich. Ein Intel Core i7-9750H treibt die Maschinerie an, und zwar mit 2,6 GHz im Normalzustand und bis zu 4,5 GHz im Boost. Unterstützt wird die CPU für grafische Arbeiten von einer Nvidia GeForce RTX 2060 mit satten 6 GB Speicher. Beim regulären RAM und dem Nutzspeicher hat der Nutzer die Wahl: 16 GB RAM mit 512 GB SSD oder 32 GB RAM mit 1 TB SSD. Wobei die stärkere Variante rund 600 Franken mehr kostet als die Günstigere. Unser Testgerät verfügt über 32 GB RAM und ein 512-GB-SSD. Diese Konfiguration ist so zwar nicht eins zu eins erhältlich, sollte aber für Leistungstests identisch mit dem teureren Modell sein. Das verbaute SSD ist in beiden Modellen gleich schnell, nur mit mehr oder weniger Speicherplatz.

Die Anschlüsse links Die Anschlüsse links Zoom© Acer

Gerade für Notebooks sind die Anschlüsse enorm wichtig. Acer bietet hier eine breite Auswahl an Optionen, die manchmal mehr und manchmal weniger verständlich sind. Auf der linken Seite findet man einen USB-A-Port mit USB 3.1, zwei Audiostecker für Kopfhörer und Mikrofon, einen Fullsize-HDMI-Stecker, sowie den bereits eingangs erwähnten RJ45-Anschluss für LAN-Freunde. Auf der rechten Seite gibt es zwei weitere USB-A-Steckplätze, einmal MiniDisplayPort und einmal USB-C (Thunderbolt 3 / USB 3.1)

und die Anschlüsse rechts und die Anschlüsse rechts Zoom© Acer

Bei der Menge der Anschlüsse kann man sich wahrlich nicht beklagen. Etwas verwunderlich ist aber, dass drei USB-A-, aber nur ein USB-C-Anschluss verbaut wurden. Und noch verwunderlicher ist, dass Acer Platz für einen Full-Size-HDMI-Anschluss macht, wenn bereits MiniDisplayPort und ein videofähiger USB-C-Port verbaut sind. So verfügt das ConceptD 7 über drei unterschiedliche Bildschirmanschlüsse. Der RJ45-Anschluss ist 2020 eher eine Seltenheit geworden, hat aber durchaus seine Vorzüge. Wäre da nicht ein kleines Platzproblem: Da das ConceptD7 sowohl auf der Rückseite, als auch seitlich grössere Lüftungsschlitze besitzt, fehlt es seitlich an Platz für die einzelnen Anschlüsse. Das macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn etwas breitere USB-Sticks angeschlossen werden. In diesem Fall werden der HDMI-Anschluss links, oder der MiniDisplayPort-Stecker rechts schnell unbrauchbar, da schlicht kein Platz für ein weiteres Kabel da ist. Und damit kommen wir wieder zurück zur ursprünglichen Frage: Warum verbaut Acer HDMI in voller Grösse, drei verschiedene Videoanschlüsse, dreimal USB-A und RJ45, wenn der Platz dafür kaum da ist? Mit mehr USB-C und ein paar mitgelieferten Adaptern wäre dem Nutzer wohl besser geholfen gewesen. Oder der Platz hätte für einen SD-Kartenslot gebraucht werden können. Ein Feature, das bei der angesprochenen Kreativ-Kundschaft beliebt gewesen wäre.

Die Tastatur weiss zu überzeugen Die Tastatur weiss zu überzeugen Zoom© Acer

Im Gegensatz dazu ist die Tastatur sehr angenehm. Die einzelnen Tasten sind gross genug, bieten Platz zwischen den Keycaps und ein gut spürbares Feedback. Auch das Layout ist grösstenteils Standard und sinnvoll. Ebenfalls angenehm ist die bernsteinfarbene Hintergrundbeleuchtung, welche deutlich weniger aggressiv wirkt als gängige blaue oder rote Beleuchtungen. Umstellungsschwierigkeiten könnten höchstens die Sondertasten am rechten Rand bereiten. Dort sind Home, End, PgUp und PgDn angebracht, mit Zweitfunktion für die Medienkontrollen. Ist man sich gewohnt, Tasten wie Backspace vom rechten Rand her zu suchen kann das etwas verwirren. Am meisten stört das beim Power-Knopf, der oben rechts in die Tastatur eingebracht ist. Diesen erwischt man etwas gar leicht aus Versehen und versetzt so seinen PC in den Ruhezustand. Die Umgewöhnung ist aber keine grosse Sache.

Das Touchpad funktioniert grösstenteils wie üblich. Es ist weder besonders gross noch in irgendeiner Form auffällig. In unserem Test schien das Touchpad tendenziell etwas übereifrig beim Erkennen von Klicks, was zu einigen Fehlauslösungen unsererseits führte. So etwas kann aber individuell sehr unterschiedlich sein.

Hier nicht abgebildet: die ständigen Norton-Nerv-Popups Hier nicht abgebildet: die ständigen Norton-Nerv-Popups Zoom© Acer

Vorinstalliert ist auf dem ConceptD 7 Windows 10 Pro. Dieses kommt bereits von Microsoft her mit ordentlich Bloatware vorinstalliert. Acer macht das noch ein gutes Stück schlimmer, indem eine regelrechte Bootsladung an zusätzlicher Software mitgeliefert wird. Einige der Programme sind lediglich Steuerungselemente für Funktionen wie das Wi-Fi-Modul, andere bringen dem Nutzer kaum etwas. Besonders schade ist die Vorinstallation von Norton Ultra, einer Antivirus-Lösung, die sowohl unglaublich nervtötend, als auch erstaunlich schwierig zu deinstallieren ist.

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Tags: Acer, Notebook
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