News 18.08.2014, 05:58 Uhr

Mutmasslicher Kopf von Cyberbankraub gefasst

Ermittler haben den mutmasslichen Drahtzieher eines spektakulären Cyberbankraubs gefasst, bei dem weltweit fast 40 Millionen US-Dollar wegkamen.
Er wurde bereits im Dezember 2013 in Frankfurt am Main festgenommen. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Sonntag auf Anfrage und bestätigte einen entsprechenden Bericht des Magazins «Der Spiegel». Die Düsseldorfer Staatsanwalt hat die Federführung bei der Aufarbeitung des Verbrechens in Deutschland. Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen türkischen Staatsbürger, der laut «Spiegel» als einer der talentiertesten Hacker der Welt gilt.
Er soll Kopf der Bande sein, die in einer Februarnacht 2013 in 24 Ländern weltweit mit manipulierten Kreditkarten insgesamt fast 40 Millionen Dollar erbeutet hat. Hunderte Komplizen waren damals zeitgleich losgezogen, um Geldautomaten von Deutschland bis Japan zu plündern. Zuvor waren die Täter nach «Spiegel»-Informationen in das Computersystem eines IT-Unternehmens mit Sitz im indischen Bangalore eingedrungen und hatten die Datensätze von zwölf Kreditkarten gestohlen.

Keine Hinweise auf Hintermänner

In Düsseldorf waren in der Nacht dank eines aufmerksamen Zeugen zwei dieser Komplizen festgenommen worden, als sie 170'000 Euro mit Kreditkartendubletten abhoben. Der niederländische Schreiner und seine Mutter wurden im November 2013 zu jeweils vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die beiden Angeklagten hatten «aus Angst um das Wohlergehen ihrer Angehörigen» keine Hinweise auf die Hintermänner gegeben und damit eine höhere Strafe in Kauf genommen. Insgesamt waren in jener Februarnacht in Dortmund, Duisburg, Frankfurt/Main, Mannheim, Koblenz, Hamburg, Bremen, Essen und Düsseldorf 1,8 Millionen Euro abgehoben worden.
Den entscheidenden Tipp in Frankfurt erhielten die Ermittler dem «Spiegel» zufolge vom US-amerikanischen Secret Service, der für Finanzermittlungen zuständig ist. Der kam dem mutmasslichen Drahtzieher durch einen Kronzeugen auf die Spur. Als er in Frankfurt über das WLAN-Netz des Hotels Mails abrief, konnten die Amerikaner ihn lokalisieren und die deutsche Polizei informieren.



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