News 08.02.2016, 12:27 Uhr

Digitales Portemonnaie: Auch Migros setzt auf Twint

Die Bezahllösung Twint gewinnt mit der Migros den zweiten Grossverteiler als Unterstützer. Six ist für die Alternativlösung Paymit ebenfalls in Verhandlungen mit den Grossverteilern.
Migros setzt bei Mobile Payment in Zukunft auch auf Twint. Zusätzlich zur eigenen Lösung soll das von PostFinance entwickelte System in die Migros-App integriert werden. Twint gewinnt damit nach Coop den zweiten Schweizer Grossverteiler als Unterstützer. 
Wie es in einer Mitteilung heisst, verdoppelt Twint damit die Abdeckung des schweizweiten Netzes an Akzeptanzstellen. Das System sei heute an über 7000 Kassen von Coop und der Schweizerischen Post einsetzbar. Bis Ende Jahr sollen sämtliche Migros-Supermärkte, die Fachmärkte Do it & Garden, Melectronics, Micasa, SportXX und sowie die Migros-Restaurants hinzukommen. Für den landesweiten Rollout haben Migros und Twint eine Zusammenarbeit im Mobile Payment vereinbart. «Ausschlaggebend für die Kooperation war für uns der offene Ansatz von Twint», begründet Herbert Bolliger, Präsident der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes, den Entscheid. 
Der Entscheid für Twint bedeutet nicht das Aus für die bereits vorhandene Bezahlfunktion der Migros-App. «Die Kooperation mit Twint bedeutet eine Erweiterung der Bezahlmöglichkeiten, aber in keiner Art und Weise einen Strategiewechsel oder gar eine Aufgabe unserer Bezahllösung», betont Migros-Sprecher Luzi Weber auf Anfrage. Neben Twint soll auch die PostFinance-Card als Bezahllösung in der Migros-App hinterlegt werden können.

Paymit in Verhandlungen

Der Migros geht es bei erweiterten Bezahlfunktion offenbar nicht um Exklusivität. Auf Nachfrage schreibt Weber: «Zu anderen Lösungen: Wir werden auch weiterhin den Markt beobachten und Gespräche führen mit den verschiedenen Playern im Markt.» 
Das Twint-Terminal wird für die Migros-App nicht erforderlich sein
Die Verhandlungen mit den bekannten Grossverteilern laufen, bestätigt Six-Sprecher Julian Chan auf Anfrage. «Bis zum Weihnachtsverkauf 2016 wird Paymit in den meisten Läden mit Zahlterminals verfügbar sein», kündigt er an. Der Vorteil gegenüber Twint: Alle Händler, die bereits ein Six-Terminal besitzen, benötigen für Paymit kein zusätzliches Gerät. Die Paymit-Technologie soll mithilfe eines QR-Codes funktionieren, der an den Kassen nur gescannt werden muss. Das hatte Six-Payment-Chef Jürg Weber jüngst der «Handelszeitung» erklärt. Twint hingegen basiert in der heutigen Implementierung auf Bluetooth, was am Point of Sale die Installation eines zusätzlichen Lesegeräts erforderlich macht. Für die Migros-App wird es auch eine Variante mit QR-Code geben.



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