Honor 6X im Test: Doppellinse zum Einstiegspreis

von Simon Gröflin 16.02.2017

Ausstattung und Performance

Beim Prozessor hat Honor auf die eigene Fabrik der HiSilicon-Tochter von Huawei zurückgegriffen und eine übertaktete Version des Kirin 650 eingebaut. Die Leistung ist für ein Einstiegsgerät ordentlich und liegt in etwa auf dem Niveau der neuen Samsung-Galaxy-A5-Reihe. Es hätte wohl auch keinen Grund gegeben, auf eine schnellere und teurere Qualcomm-CPU umzusteigen. Daran nagt die iOS-angehauchte Nutzeroberfläche (EMUI 4.1) kaum. Im Betrieb mit Android Marshmallow lief alles sehr flüssig. Bei den allgemeinen Apps (Spiele nicht berücksichtigt) kam es im Alltag nie zu Rucklern. Mit der Zugabe von 3 GB Arbeitsspeicher schafft es das metallene Grosstelefon auf 56'223 Punkte im AnTuTu-Benchmark. Damit liegt es für 250 Franken in der gehobenen Mittelklasse.

Das Honor 6X ist flink im Alltag und hat einen langen Atem Das Honor 6X ist flink im Alltag und hat einen langen Atem Zoom© sgr / PCtipp

Bei der Temperaturentwicklung konnten wir keine Negativeffekte beobachten. Selbst nach längerem Hotspot-Betrieb blieb das Smartphone an der Rückseite schön kühl. Was uns aber besonders überrascht hat, war die sagenhafte Akkulaufzeit. Mit dem 3340-mAh-Akku hatten wir auch nach intensiven Surftagen mit gelegentlichem Hotspot-Betrieb gegen Abend noch 20 Prozent Restladung übrig. Geladen wird noch über eine Micro-USB-Buchse. Mit dem Originalnetzteil des Herstellers war die Batterie nach knapp zwei Stunden wieder mit 100 Prozent Energie versorgt.

Kamera: Licht und Schatten

Ein Unikum für die Preisklasse ist die Dual-Kamera des Honor 6X, wobei die zweite Linse die Tiefeninformationen des Bildes einfängt. Der Hauptsensor knipst mit 12 Megapixeln, der untere bloss mit 2 Megapixeln. Man kennt das schon von anderen Smartphones. Das HTC One (M8) war damals als eines der ersten High-End-Geräte mit einem Zweitsensor ausgerüstet. Beim Honor 6X nützt dieser allerdings nicht sehr viel. Die Hintergrundebenen bei Objekten werden durch den verschiebbaren Fokus einen Tick aufpoliert, verlieren aber je nach Licht schnell an Schärfe. Doch insgesamt schiesst die Hauptkamera ordentliche Bilder bei Tageslicht. Wie bei vielen Smartphones der Mittelklasse wird es bei Dunkelheit schnell ein wenig matschig.

Im Alltag schiesst das Honor 6X bei gutem Tageslicht sehr akzeptable Aufnahmen:

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Dem Digital Native Approach wird Honor ansonsten gerecht: Die 8-Mpx-Frontkamera eignet sich gut für gelegentliche Selfie-Schnappschüsse. Optional kann bei sehr dunklen Umgebungen wie beim iPhone 6S ein grell aufleuchtendes Display-Licht zu Hilfe genommen werden.

Fazit

Für 250 Franken bietet das Honor 6X ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Andere Hersteller haben es erneut schwer, auf diesem Niveau mitzuhalten. Den Rotstift ansetzen musste der Hersteller jedoch bei der Kamera und dem Sound. Wer viel im Dunkeln knipst, muss sich im höherpreisigen Segment umschauen.

  • Honor 6X

    Positiv:
    Ausstattung, Verarbeitung, Display, Akkulaufzeit
    Negativ:
    Kamera, Lautsprecher
    Details:
    5,5"-Display, Auflösung: 1920 x 1080, Achtkernprozessor (2,1 + 1,7 GHz), 3 GB RAM, 32 GB Speicher, microSD-Slot, 12-/2-Mpx und 8-Mpx-Kamera, NFC, LTE, Nano-SIM, 4100-mAh-Akku, Abmessungen: 7,6 (B) x 15,9 (H) x 0,82 (T) cm, 162 g
    Strassenpreis:
    Fr. 249.–
    Info:
    hihonor.com/de
    PCtipp-Bewertung:
    4.5 Sterne

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    Kommentare

    • dbaechli 21.02.2017, 20.24 Uhr

      Vermutlich muss ein Smartphone kugelrund sein, damit das Design nicht ständig als Apple-Kopie abgetan wird.. Schade, weil eigentlich war ja HTC der Vorläufer des iPhone-Designs.. Oder so. Was mich noch interessiert hätte, wären die vorinstallierten Apps. Hat das Honor 6X auch so viel Müll drauf, wie die Samsung- oder Sony-Geräte??

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