Im Test: Xiaomi Mi Mix 5G

Mit Sunrise als Partner lanciert Xiaomi sein erstes 5G-taugliches Handy in der Schweiz. Kann das Gerät überzeugen? Wir habens ausprobiert.

von Daniel Bader 21.05.2019
Einen Klinkenanschluss gibts keinen Einen Klinkenanschluss gibts keinen Zoom Das Top-Feature von Xiaomis brandneuem Android-Smartphone steckt bereits im Namen selbst: Es ist das erste in der Schweiz erhältliche 5G-Handy und wird vom Provider Sunrise vertrieben. Mit dem Kick-off sind, so Sunrise, bereits 172 Ortschaften mit Sunrise'schen 5G-Netz abgedeckt. Als «abgedeckt» gilt dann eine Ortschaft, wenn auf 80 Prozent der Gemeindefläche das 5G-Netz zur Verfügung steht. Zwar führen übrigens auch die Hersteller Huawei, Oppo und auch Samsung entsprechende 5G-Modelle. Allerdings sind diese, bis auf das Oppo-Modell Reno 5G, bisher noch nicht im freien Verkauf gesichtet worden.

Die zweite Besonderheit des Android-Modells ist dafür eine alte: Das Fernost-Handy lässt sich in guter alter Slider-Manier nach oben aufschieben, etwa um einen Zentimeter, und gibt dadurch seine Front-Dual-Cam preis, die über ein 24/2-Megapixel-System verfügt. Zuständig für den Mechanismus selbst ist ein magnetischer Schieberegler, der, so der Hersteller, in internen Tests über 300'000-mal auf- und zugeschoben wurde, um die fehlerfreie Funktion auch über einen längeren Zeitraum zu gewährleisten.

Nicht gerade dünn ... Nicht gerade dünn ... Zoom© PCtipp

Warum das China-Handy übrigens gleich zwei Frontsensoren an Bord hat? Mit dem ersten Sensor lassen sich Standard-Selfies schiessen. Der zweite, 2 Megapixel grosse Sensor erschliesst bei einem geschossenen Bild auch Tiefeninformationen und erlaubt so besondere Aufnahmen eines Porträtmodus, bei dem der Hintergrund beabsichtigt verschwommen wirkt. Auch auf der Rückseite befindet sich zudem ein Cam-System aus zwei Sensoren, bestehend aus zwei 12 Megapixel grossen Sensoren. Unterstützt werden die Aufnahmen mit einem Vier-Achsen-Bildstabilisierungssystem sowie 2-fachem optischem Zoom. Im Bildtest kann das Gerät hier punkten. Selbst bei schlechten Lichtverhältnissen sind die Fotos, dank Nachtmodus, noch auf einem ordentlichen Niveau, und es gibt hier kaum etwas zu beanstanden.

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Glatte Rückseite Glatte Rückseite Zoom

Zum Handling

Das Handy selbst kommt auf ein stattliches Gewicht von 228 Gramm, ist damit kein Leichtgewicht und liegt zwar schwer, aber keineswegs schlecht in der Hand. Das Notch-lose und nahezu randfreie Amoled-Display misst in der Diagonale 6,4 Zoll. Auf der linken Seite befindet sich die Xiaomi-typische Taste, um den Google-Assistent direkt aufzurufen. Auf der rechten Seite befindet sich der Ein- und Ausschaltknopf sowie der Lautsprecherregler. Eine Kopfhörerbuchse gibt es nicht mehr, dafür auf der Unterseite einen USB-C-Port, an dem sich das Gerät nicht nur kabelgebunden aufladen lässt, sondern auch per mitgeliefertem USB-C-zu-Klinken-Adapter mit einem Audio-Klinkenstecker gekoppelt werden kann. Im Innern arbeitet der topaktuelle Snapdragon-855-Prozessor von Qualcomm, unterstützt von 6 GB RAM und 128 GB Nutzspeicher. Der Akku verfügt über eine Kapazität von 3800 mAh.

Der Slider erspart uns einen Frontnotch Der Slider erspart uns einen Frontnotch Zoom© PCtipp

Im Test hielt das Gerät damit, bei typischem Gebrauch (Surfen, Filme anschauen, mehrere Browser-Tabs geöffnet) etwa 1,5 bis 2 Tage durch. Damit liegt das Mi Mix 3 5G im oberen Drittel der Geräte. Muss das Gerät hingegen aufgeladen werden, vergehen etwa 30 Minuten, bis die Kapazität rund 50 Prozent beträgt, und nochmal weitere 50 Minuten, bis das Aufladen mit 100 Prozent abgeschlossen ist. Aufgestartet ist das Smartphone mit Android 9 und Xiaomi-eigener Oberfläche MIUI in Version 10.3 innert 16 Sekunden. Beim AnTuTu-Benchmark erreicht das Gerät 369'800 Punkte. Zwar darf man diese Benchmarks nicht überbewerten, dennoch dürfte das Gerät damit zu den derzeit schnellsten Smartphones zählen.

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Die Benchmark-Werte sind beeindruckend Die Benchmark-Werte sind beeindruckend Zoom Wie schnell ist 5G?

Noch interessanter war der anschliessende Speed-Test, um sich von den 5G-Datenraten für den Up- und Download zu überzeugen. Dazu sind wir im Grossraum Zürich mit dem Handy umhergezogen. Unser Ergebnis: Nur in den wenigsten Fällen konnten wir auf das ultraschnelle 5G (maximales Tempo von bis zu 2000 Mbit/s) zugreifen. In der Regel wird in Zürich mit 4G gesurft. Eine der Ausnahmen war die Löwenstrasse in der Nähe des Zürcher Hauptbahnhofs. Hier haben wir ein 5G-Tempo von 890 Mbit/s (Download) und 772 Mbit/s (Upload) nachmessen können. Kann auf dieses Tempo zurückgegriffen werden, beschleunigen sich die Transferraten in der Praxis, im Vergleich zu 4G, um etwa das 7- bis 8-Fache.

Wer es genauer wissen möchte, informiert sich anhand der von Sunrise zur Verfügung gestellten Onlinekarte (im Suchfeld «World of 5G» eingeben), wo mit 5G gesurft werden kann.

Fazit

Mit dem Xiaomi Mi Mix 3 5G lanciert der chinesische Hersteller ein sehr kräftiges Android-Smartphone mit aktueller Hard- und Software. Der Kick sind gleichermassen die Slider- wie auch die 5G-Funktion. Wer sich das Handy zulegen will, investiert, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, auch ein gutes Stück in die Zukunft. Denn 5G ist noch nicht wirklich in der Schweiz angekommen.

Tags: Test
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Kommentare

  • flacocuchento 21.05.2019, 17.45 Uhr

    Kein Chinesen Smartphone mehr, da sonst der Trump mir das dann auch noch abstellt.

  • POGO 1104 21.05.2019, 18.11 Uhr

    Kein Chinesen Smartphone mehr, da sonst der Trump mir das dann auch noch abstellt.Das kannst du nicht vergleichen. Trump stellt Huawei wegen deren Netzwerktechnik ab, nicht wegen der Smartphones. Xiaomi stellt keine Netzwerktechnik her

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