PC-Monitor richtig einstellen und kalibrieren

von Andreas Dumont, Florian Bodoky 13.03.2017 (Letztes Update: 10.07.2019)

Farbtemperatur, Gammawerte und Kalibrierung

Eine exotisch anmutende Farbeigenschaft ist die Farbtemperatur. Das ist die Temperatur, auf die ein theoretischer schwarzer Körper aufgeheizt werden muss, um Licht in der entsprechenden Farbe abzustrahlen. Das ist vergleichbar mit erhitztem Eisen, das zunächst rötlich glüht und bei steigenden Temperaturen weiss und schliesslich bläulich wird. Farbtemperatur: Die Farbtemperatur beschreibt ein Strahlungsspektrum, das ein idealer schwarzer Körper bei einer bestimmten Temperatur abstrahlt Farbtemperatur: Die Farbtemperatur beschreibt ein Strahlungsspektrum, das ein idealer schwarzer Körper bei einer bestimmten Temperatur abstrahlt Zoom

Die Einheit der Farbtemperatur ist Kelvin. Um Kelvin in Grad Celsius umzurechnen, ziehen Sie vom Kelvinwert einfach 273,15 ab.

Kerzenlicht hat eine Farbtemperatur von 1500 Kelvin und wird als warm empfunden. Tageslicht hat etwa 5500 Kelvin. Blauer Himmel hat über 10'000 Kelvin und wird als kalt empfunden. Kelvinangaben finden Sie zum Beispiel auch bei Energiesparlampen.

Gammawerte und die Helligkeitsverteilung

Ein Monitor gibt Helligkeiten nicht linear wieder. Ein Helligkeitswert von 100 ist also nicht doppelt so hell wie ein Helligkeitswert von 50. Die Helligkeitsverteilung lässt sich als Kurve darstellen. Mathematisch gesehen steckt die Gleichung y = xγ dahinter. γ ist der Gammawert. Er beträgt in der Regel 2,2 und ist Bestandteil des Farbprofils.

Gamma: Die untere Kurve zeigt den Helligkeitsverlauf eines Monitors, die obere die in Bilddateien eingerechnete Korrektur Gamma: Die untere Kurve zeigt den Helligkeitsverlauf eines Monitors, die obere die in Bilddateien eingerechnete Korrektur Zoom

Um eine lineare Helligkeitsverteilung zu erreichen, ist in Bilddateien eine Korrektur eingerechnet. Die meisten Fotos sind vorkorrigiert für ein Monitorgamma von 2,2. Daher sollte Ihr Monitor auch auf ein Gamma von 2,2 kalibriert sein.

Kalibrierung und Profilierung eines Monitors

Die Begriffe Kalibrieren und Profilieren werden oft synonym gebraucht. Bei der Kalibrierung wird der Farbraum des Monitors linearisiert, sodass die Graustufen gleichmässig sind. Zudem werden Helligkeit und Farbtemperatur des Monitors eingestellt und über den Gammawert wird eine Helligkeitsverteilung festgelegt.

Anschliessend wird ein Profil des Monitors ausgemessen und als Standardmonitorprofil hinterlegt. Das ist die Profilierung. Alle Programme, die das Farbmanagement beherrschen, können das Profil nutzen, um die Farben der Bilder an den Monitorfarb­raum anzupassen. Dazu sind die meisten Bildbearbeitungsprogramme und Browser in der Lage.

Nächste Seite: Testbilder zeigen, wie gut ein Monitor eingestellt ist

Seite 2 von 5
       
       

    Kommentare

    • Münggu 13.03.2017, 16.26 Uhr

      Das mit dem Monitor ist klar. Interessant wäre zu wissen, wie man den Printer dazu bringt, die Farben "richtig" auszugeben. Da habe ich die wesentlich gröberen Abweichungen.

    • P4Spezial 13.03.2017, 21.23 Uhr

      Ich verwende einen NEC SpectraView Reference Monitor und einen 10 Jahre alten LCD Monitor. Ich habe die Testbilder etwas in der Grösse reduziert (wegen dem alten Zweit-Monitor) und diese dann zwischen den Monitoren hin und her geschoben. Ein sehr GROSSER Unterschied wurde sichtbar ! Mein Spectraview ist mein einziger Luxus, und auch nicht mehr der Jüngste. Den SpectraView kalibriere ich ab und zu mit dem X-rite i1 (Hardware kalibrierung). Monitore zu kalibrieren ist nicht so einfach, weil [...]

    • P4Spezial 13.03.2017, 21.39 Uhr

      Ich habe da zum Thema noch etwas gefunden http://www.filmscanner.info/Druckerprofilierung.html Viel Vergnügen

    weitere Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.