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Wenn der PC oder das Notebook sich tot stellt

Das Notebook macht keinen Wank mehr oder zeigt einen eingefrorenen Bildschirm. Wie erweckt man es wieder zum Leben? Tipps für verschiedene Szenarien.

von Gaby Salvisberg 11.09.2015

Wenn ein Computer keinen Mucks mehr macht, sind manche froh, wenn sie einen PC anstelle eines Notebooks vor sich haben. Den PC könnte man notfalls abwürgen, indem man den Schalter am Netzteil kurz auf «Aus» stellt oder einfach das Stromkabel zieht. Tun Sie solches nicht ohne Not: Die Hardware wird das nicht mögen, die Prozedur aber in der Regel überstehen. Grösste Gefahr droht hier der Festplatte, falls man das dem Gerät mitten während der Arbeit antut. Bei Notebooks ist das etwas schwieriger. Gehen wir hier auf zwei grundverschiedene Symptome ein.

Symptom 1: Eingefrorener Bildschirm

Mitten während der Arbeit oder beim Herunterfahren bleibt die Bildschirmanzeige stehen. Auch nach mehreren Minuten zeigt sich keine Änderung; auch nicht nach Stunden. Oftmals klebt auch der Mauszeiger fest. Das Gerät reagiert auf keine Tastataureingaben.

Letzter Versuch: Versuchen Sie auf jeden Fall zuerst noch eine letzte Tastenkombination, nämlich Ctrl+Shift+Esc. Falls irgend etwas im Gerät noch bei «Bewusstsein» ist, sollte dadurch der Task-Manager erscheinen. Hier können Sie versuchen, Anwendungen und Prozesse abzuschiessen. Ausserdem gibts hier den Befehl Datei/Neuer Task. Hier könnten Sie beispielsweise cmd.exe eingeben, damit sich ein Konsolenfenster öffnet. Soll der Computer jetzt sofort ohne Rücksicht auf Verluste heruntergefahren werden, können Sie es mit dem folgenden Befehl versuchen: 

shutdown /s /f /t 5 

System komplett runterfahren per Konsolenbefehl System komplett runterfahren per Konsolenbefehl Zoom© pctipp.ch

Die Erklärung des Befehls bleiben wir Ihnen natürlich auch nicht schuldig: «shutdown» ist der Befehl zum Herunterfahren. Dahinter sind einige Schalter, die folgendes bedeuten:

/s: Dieses Herunterfahren soll den PC ausschalten.

/f: Schiesse beim Herunterfahren alle Anwendungen ohne Vorwarnung ab.

/t 5: Beginne das Herunterfahren in 5 Sekunden.

Soll es nur ein Neustart sein, geht auch das:

shutdown /r

Obiges gilt für alle aktuellen Windows-Versionen. Nur unter Windows 10 steht zusätzlich auch die folgende Möglichkeit zur Verfügung: Der Befehl shutdown /o /r leitet einen speziellen Neustart ein, nämlich jenen zum direkten Aufrufen der erweiterten Startoptionen. Das ist sehr nützlich, falls Sie ohne Umschweife zu Reparaturwerkzeugen greifen wollen, beispielsweise zur Systemwiederherstellung. Das System wird damit neu starten und Ihnen diese Optionen anzeigen: «Fortsetzen», «Problembehandlung» und «PC ausschalten». Über Problembehandlung würden Sie zur Auswahl gelangen: «Diesen PC zurücksetzen» und «Erweiterte Optionen». Letztere wiederum umfassen endlich die Werkzeuge, wie etwa die Systemwiederherstellung, Starteinstellungen, Rückkehr zur vorherigen Windows-Version und dergleichen.

Powerknopf – aber richtig! Der Ein/Ausschalter von PCs und Notebooks versetzt die Geräte bei kurzem Drücken normalerweise nur in den Stand-By-Modus. Hängt Ihr PC oder das Notebook, halten Sie den Ein/Ausschaltknopf mal während fünf bis zehn Sekunden gedrückt. Das führt auch bei den festgefrorensten Geräten meistens zum Ausschalten.

Netzteil-Schalter: Beim Desktop-PC gibts noch den Netzteilschalter. Das ist ein fast nie gebrauchter Kippschalter auf der Rückseite des PCs. Er schaltet das Netzteil aus – und somit auch den PC. Es hat einen ähnlichen Effekt wie das Ziehen des Stromkabels.

Stecker/Akku raus: Beim Notebook nützt ein Rausziehen des Stromkabels herzlich wenig, da die Geräte über einen Akku verfügen. Nur wenn alle anderen Massnahmen nichts genützt haben, können Sie es versuchen: Klappen Sie das Gerät zu und drehen Sie es um. Auf der hinteren Unterseite befinden sich meistens zwei Plastik-Schiebeschalter, mit denen Sie die Akku-Arretierung lösen können. Ziehen Sie dann den Akku und das Stromkabel raus. Das Gerät schaltet ab.

Die Ursachen für Bildschirm-Freezes sind zahlreich. Sehr oft ist es kurioserweise eine zu hohe Temperatur im PC- oder Notebook-Gehäuse.

Symptom 2: PC oder Notebook bleibt still und schwarz

Desktop-PC bleibt dunkel: Sie schalten den PC ein, Sie sind sicher, dass er Strom bekommen hat, aber er macht nicht die gewohnten Bootgeräusche, es leuchtet höchstens irgendwo eine LED, die meisten Ventilatoren bleiben stumm und auf dem Bildschirm erscheint: nichts! Das kann bei Desktop-PCs immer wieder mal passieren. Laut Benutzerposts und eigenen Erfahrungen der Autorin trifft es häufig Geräte mit Asus-Mainboards. Ziehen Sie den Stecker und warten Sie ein paar Minuten. Stecken Sie wieder ein und versuchen Sie das Gerät nochmals einzuschalten. Es kann sein, dass Sie den Einschaltversuch mehrmals vornehmen müssen. Sehr häufig springt das Gerät bei einem davon (mal beim zweiten, mal beim zwanzigsten) wieder an – als wäre nichts gewesen.

Gerät bleibt dunkel, tönt aber normal: Sind die Hochfahrgeräusche und LEDs die üblichen, aber der Bildschirm zeigt nichts an? Bei einem externen Monitor müssen Sie natürlich zuerst prüfen, ob er korrekt an Strom und PC eingesteckt und ob er auch eingeschaltet ist. Wenn der PC mehr als einen Bildschirmanschluss besitzt, stecken Sie das Monitorkabel mal an einem anderen ein. Im Zweifelsfall probieren Sie sonst, ob der Monitor an einem anderen PC läuft. Wenn er das tut, zügeln Sie ihn zurück zu Ihrem PC. Wenn es immer noch nicht läuft, könnte der Grafikchip hinüber sein. Das sollte der PC aber mit einem Fehler-Beepcode äussern.

Notebookmonitor bleibt dunkel: Auch bei diesem Symptom tönt das Gerät normal und zeigt auch normale Aktivität der Leuchtdioden (LEDs). Neigen Sie den Bildschirm mal etwas vor und zurück. So finden Sie vielleicht heraus, ob ein Wackelkontakt vorliegt. Schliessen Sie auch einmal einen externen Monitor an. Wenn jener ein Bild bekommt (prüfen Sie das durch Monitor-Umschaltung via Fn-Tasten), kann es sein, dass entweder der Laptopbildschirm oder einer der Grafikchips im Notebook defekt ist.

Notebook ist wie tot: Beim Einschaltversuch fehlen die üblichen Boot- und Ventilatorengeräusche. Mehr als eine scheu leuchtende LED (wenn überhaupt) bekommen Sie von Ihrem Gerät nicht. Wir nehmen an, der Akku sei geladen oder das Gerät hänge am Strom. Den folgenden Tipp gibts in einer Kurz- und einer Langvariante. Die Autorin hat ihn schon selbst bei Acer- und Lenovo-Geräten erfolgreich ausprobiert – und es dürfte auch bei anderen helfen: 

Die Kurzvariante: Nehmen Sie den Akku raus und ziehen Sie das Stromkabel ab. Drücken Sie etwas auf der Tastatur des ausgeschalteten Notebooks herum, auch den Ein/Ausschalter dürfen Sie dabei drücken. Setzen Sie den Akku wieder ein bzw. schliessen Sie das Stromkabel wieder an. Das reicht oft schon. Wenn nicht, gehts zur längeren Variante:

Die Langvariante: Nehmen Sie den Akku raus und ziehen Sie das Stromkabel ab. Schrauben Sie an der Notebook-Unterseite die RAM-Abdeckung ab und nehmen Sie auch vorsichtig das RAM heraus. Drücken Sie auch bei dieser Methode etwas auf der Tastatur des ausgeschalteten Notebooks herum, auch den Ein/Ausschalter dürfen Sie dabei drücken. Warten Sie nochmals etwa eine halbe Stunde. Setzen Sie den RAM-Baustein wieder ein, schliessen Sie die Abdeckung und stecken den Akku bzw. das Stromkabel wieder ein. So manches Notebook hat sich dadurch wieder zum Leben erwecken lassen. (PCtipp-Forum)


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