Android: Aufräumen nach «Android Pie»-Upgrade

Bei wem Android 9.0 («Pie») reingeflattert ist, der wird ein paar Sachen zurechtrücken wollen.

von Gaby Salvisberg 22.02.2019
Hoppla, da rollt etwas Grosses an Hoppla, da rollt etwas Grosses an Zoom Mit dem Upgrade auf Android 9.0 (Codename: Android Pie) erhalten Nutzer einiger neuerer Android-Geräte eine Reihe neuer Funktionen. Einen Überblick lieferten wir in «Google veröffentlicht Android Pie». Zu Googles eigener offizieller Android-Ankündigung in Englisch geht es hier

Das Update ist ziemlich gross. Auf dem Nokia-Gerät der Autorin waren es über 1,3 Gigabyte.

Viele neue Funktionen erscheinen nicht als separate Apps, sondern als neue, geänderte oder erweiterte Punkte in den Einstellungen. Wir geben Tipps dazu, wie man die beiden meistkritisierten «Goodies» bei Nichtgefallen auch wieder loswird.

Dieser unsägliche «Google»-Balken im Dock! Nach dem Upgrade dürften die meisten Nutzer feststellen, dass das Dock (der feststehende Balken unten im Startbildschirm) auf doppelte Höhe angewachsen ist. Es enthält nun unterhalb der fünf festen Icons auch noch einen grossen Google-Suchbalken. Und der lässt sich hier auf keine Weise ausblenden. 

Der Nachteil fällt sofort ins Auge. Auf jedem Ihrer Startbildschirme haben Sie nun weniger Platz für App-Verknüpfungen und Widgets. Das Upgrade scheint zwar keine Verknüpfungen zu löschen, verschiebt die überzähligen aber auf einen weiteren Startbildschirm. 

Sie haben leider nur zwei Möglichkeiten. Entweder räumen Sie die Verknüpfungen auf und nehmen mit weniger Verknüpfungen pro Startbildschirmseite Vorlieb. Dann müssen Sie jene, die vom Pie-Upgrade verschoben wurden, wieder mühsam zurückschieben. Oder Sie wechseln den Launcher. Wie das geht, beschreiben wir in diesem Artikel. Der Nova Launcher dürfte das Problem sofort aus der Welt schaffen. Warten Sie aber damit noch, bis wir mit den anderen Update-Elementen aus Android Pie durch sind.

In Android Pie stecken einige Funktionen, die automatisch den Energieverbrauch und die Display-Helligkeit einstellen. Die heissen «Adaptive Battery» («Intelligenter Akku») und «Adaptive Brightness» («Automatische Helligkeit»). 

Bei Letzterem passt das Gerät die Helligkeit automatisch ans Umgebungslicht an. Geben Sie diesen Funktionen ein paar Tage Zeit. Falls Sie nicht zufrieden sind, schalten Sie diese via Einstellungen/Akku/Intelligenter Akku bzw. Einstellungen/Display/Automatische Helligkeit aus. 

Digital Wellbeing: Vielen sind solche Selbstbevormundungs-Features des Guten zuviel. Mit den hier angebotenen Funktionen können Sie Ihre eigene Smartphone-Nutzung begrenzen. Das Dashboard zeigt an, wie oft und wie lange Sie sich mit welchen Apps befassen. Die Funktion «App Timers» erlaubt Ihnen, für sich selbst festzulegen, wie lange Sie bestimmte Apps pro Tag nutzen dürfen. Eine erweiterte «Do Not Disturb»-Funktion («nicht stören») schaltet das Gerät in eine Art stillen Grau-Modus. Falls Sie damit nichts anfangen können, öffnen Sie die Google Play-App und gehen übers Hamburger-Menü oben links zu Meine Apps und Spiele. Tippen Sie Digital Wellbeing an, nutzen Sie Beenden erzwingen und setzen Sie die App auf Deaktivieren.

Die «Nicht stören»-Funktion hat weitere Einstellungen erhalten. Die legen Sie unter Einstellungen/Töne/Nicht stören fest. Legen Sie zum Beispiel via Zeitplan fest, zu welchen Nachtstunden Sie keine Störungen haben wollen. In den Bereichen Verhalten und Benachrichtigungen stellen Sie ein, welche Elemente Sie dennoch mitbekommen wollen, zum Beispiel den Wecker.

Bluetooth: Ein wenig nervig war direkt nach dem Upgrade auf dem Gerät der Autorin, die ständig mit Bimmelsound wiederkehrende Nachricht, dass jetzt Bluetooth wieder eingeschaltet sei. Man käme in Versuchung, die Benachrichtigung selbst abzuschalten. Es ist jedoch nur eine Info, dass diese Einstellung seitens Android-Update geändert wurde. Statt also die Benachrichtigung darüber zu deaktivieren, ist es besser, Bluetooth einfach wieder auszuschalten, um es bei Bedarf wieder anzuknipsen. Das erreichen Sie, indem Sie vom oberen Rand ein- bis zweimal herunterwischen, um Bluetooth dort aus- oder einzuschalten. Sobald Sie das gemacht haben, ist die Benachrichtigung für diesmal weg.

«Mensch, ärgere dich nicht»

Viele Benachrichtigungen sind komplett überflüssig oder in der angebotenen Form nicht brauchbar. Lassen Sie diese aber zunächst mal auf Sie zukommen. Schauen Sie sich jede kurz an und überlegen Sie, ob Sie diese brauchen könnten. Wenn Sie keine Benachrichtigungen zu irgendeinem Thema wollen, tuts oft ein langes Drauftippen, gefolgt von einer Option, genau diese in Zukunft wegzulassen. Ist die Idee der Benachrichtigung gut, aber die Umsetzung schlecht? Öffnen Sie die App, aus der die Benachrichtigung stammt und suchen Sie nach einem Menüpunkt wie Feedback Hub oder Feedback geben. Da können Sie den Entwicklern Ihre Änderungswünsche mitteilen. Vielleicht werden Sie ja erhört.

Gerätezugriff: Es dürfte anfangs etwas irritieren, ist aber sinnvoll. In Android 9 werden die App-Zugriffe auf Module wie Kamera oder Mikrofon standardmässig deaktiviert, wenn eine App nur im Hintergrund läuft. Sie sehen einen Infobalken, während eine App eins dieser Module nutzt.


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