Apple Pay von A bis Z

Neue, kontaktlose Bezahldienste werden noch immer misstrauisch beäugt. Wir beleuchten die Technik genau und geben Tipps.

von Klaus Zellweger 18.02.2019

Das kontaktlose Bezahlen mit Mobilgeräten ist nicht mehr aufzuhalten, denn der Komfort ist enorm. Es reicht, das Smartphone für eine halbe Sekunde an das Terminal zu halten, damit die Transaktion abgeschlossen ist: kein Kramen nach Kleingeld, kein ekliges Bargeld, keine Unruhe in der Schlange vor der Kasse. Und im Gegensatz zur NFC-fähigen Kreditkarte muss auch bei höheren Beträgen nicht einmal die PIN eingegeben werden. Das Beste aber: Durch die flächendeckende Verbreitung der neuen Kassenterminals ist die Schweiz bestens darauf vorbereitet.

Doch diese Einfachheit macht auch misstrauisch: Ist das überhaupt sicher? Sammelt jetzt auch noch Apple meine Daten? Was passiert, wenn das Gerät gestohlen wird? Die Antworten lauten der Reihe nach: «todsicher», «nein» und «nichts». Wir beziehen uns im Folgenden nur deshalb auf Apple Pay, weil die Technologie bereits seit einigen Jahren in der Schweiz eingeführt und am flexibelsten nutzbar ist, etwa über die Apple Watch. Bei alternativen Systemen wie Google Pay oder Samsung Pay ist das Prinzip jedoch dasselbe. Samsung Pay ist seit Neustem ebenfalls in der Schweiz erhältlich, Google Pay soll in Kürze folgen. Auf Twint gehen wir hier nicht ein, da diese Zahlungsmethode anders funktioniert und umständlicher ist (twint.ch).

Die Technik hinter Apple Pay

Bild 1: Apple Pay wird sowohl vom iPhone als auch von der Apple Watch unterstützt Bild 1: Apple Pay wird sowohl vom iPhone als auch von der Apple Watch unterstützt Zoom Bei Apple Pay und typähnlichen Systemen kommt die relativ junge Technologie der «Tokenization» zum Einsatz. Das englische Wort «Token» ist dabei kaum zu übersetzen; es beschreibt ein Gerät, das sichere, aber zeitlich begrenzte Schlüssel für die Datenverarbeitung erzeugt. Diese Technologie wurde nicht von Apple entwickelt, sondern von den Banken; Apple war jedoch das erste Unternehmen, das die Tokenization in einem Smartphone implementierte. Apple Pay bedingt mindestens ein iPhone 6 oder neuer, ein iPhone SE oder eine beliebige Apple Watch, Bild 1. Auch die iPads und Macs werden unterstützt, allerdings nur für Einkäufe im Web – doch das ist eine andere Geschichte.

Die Aktivierung

In der Praxis dauert die Aktivierung von Apple Pay keine fünf Minuten: Die Angaben auf der Kreditkarte werden nach dem Öffnen der «Wallet»-App zuerst am Smartphone erfasst. Der Herausgeber der Karte autorisiert das Gerät danach automatisch via Internet und SMS. Dabei wird dem Gerät eine zufällige, aber einmalige Geräte-ID zugewiesen. Ab jetzt ist dieses Gerät die Kreditkarte. Weitere Informationen werden nicht gespeichert und schon gar nicht über eine Cloud übermittelt. Es ist auch nicht nötig, dass die Kreditkarte mitgeführt wird, was einen Verlust oder Diebstahl der Karte also ausschliesst.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Der Bezahlvorgang, Durchs Band diskret und Kompatibilität

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    Kommentare

    • hpe05 18.02.2019, 15.57 Uhr

      Hurra! Stell Dir vor, Du bist in Deutschland. Da haben Finanzämter auf private Konten von Menschen Zugriff. Und vielleicht irgendwann fällt auch bei uns das Bankkundengeheimnis, und unsere Ämter können auch... Genau das macht mir viel mehr Sorgen, als ob nun wer was mit meinem Handy machen kann... Bargeld, lieber Redaktor, ist nicht eklig. Wer sich vor Bargeld ekelt, dem geschieht recht, wenn er/sie arm wie eine Kirchenmaus bleibt. Bargeld macht anonym. Tragen wir deshalb Sorge dazu, dass[...]

    • Poldi 18.02.2019, 17.53 Uhr

      Na ja, es gibt viele Gründe gegen das bezahlen mit dem Handy. Aber Bargeld oder Bargeldlos ist keiner und hat mit diesem Thema nichts zu tun. Wenn ich mit einem Sack voll Bargeld rumlaufen will, ist dies ein Privates- oder Geschäftsmodell und jedem freigestellt. Wenn ich aber zeitweise Bargeldlos zahlen möchte, ist dieser Artikel schon interessant, vor allem, das es ja verschiedene Methoden gibt. Also lasst uns die Freiheit. Poldi

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