Digitales Erbe: Wie gibt man Daten an Hinterbliebene weiter?

von Klaus Zellweger 24.06.2019

Der ganze Rest

Wenn Sie alles geklärt haben, was es zu Kennwörtern und Hardware-Zugriffen zu klären gibt, ist das Gros der Arbeit getan. Doch was geschieht mit den Informationen, die Sie in schriftlicher Form weitergeben möchten? Damit meinen wir nicht das Testament, sondern Informationen, von denen Sie möchten, dass sie die richtigen Personen erreichen – also quasi ein digitaler Brief. Dieses Dokument enthält Instruktionen, Angaben zu Vermögenswerten, letzte Worte oder was auch immer Sie für wichtig erachten.

Verschlüsselte PDF-Dokumente

Solche Informationen speichern Sie in einem verschlüsselten PDF ab. Dieses PDF können Sie jederzeit via E-Mail an den Empfänger schicken oder auf einem USB-Stick weiterreichen: Solange das Kennwort nicht bekannt ist, bleibt der Inhalt des PDFs sicher verschlossen. Entsprechend einfach ist es, eine aktualisierte Version des PDFs in Umlauf zu bringen.

Allerdings müssen Sie den Empfänger auch informieren, wo er das Kennwort findet, wenn es so weit ist. Das kann in einem Schliessfach sein oder in einem Umschlag unter dem Teppich mitten im Wohnzimmer; es sollte ein Ort sein, an den man nicht so einfach rankommt, um einen schnellen Blick darauf zu werfen.

Verschlüsselte PDFs sind bis heute unknackbar. Sie dürfen nicht mit PDFs verwechselt werden, bei denen ein Kennwort verhindert, dass das Dokument gedruckt oder bearbeitet wird – denn dieser Schutz lässt sich durch legale, oft kostenlose Software in einer Sekunde aushebeln. Verwenden Sie anstelle des Kennworts am besten einen einfachen, aber unverwundbaren Kennsatz, wie Der Hund will raus.

  • Erstellung unter Windows: Es gibt unzählige Möglichkeiten, ein verschlüsseltes PDF zu erstellen. Am einfachsten verwenden Sie dazu Microsoft Office, falls das auf Ihrem PC installiert ist. Benutzen Sie Word, Excel oder PowerPoint – gerade so, wie es am besten passt. Klicken Sie auf das Menü Datei und wählen Sie den Befehl Speichern unter. Verwenden Sie das Format PDF und klicken Sie auf Optionen. Markieren Sie im nächsten Dialog ganz unten die Option Dokument mit einem Kennwort verschlüsseln, Bild 8. Bevor Sie den Dialog verlassen können, müssen Sie das gewünschte Kennwort zweimal eingeben.
Bild 8: In Microsofts Office 365 ist das Erstellen von verschlüsselten PDFs ein Kinderspiel Bild 8: In Microsofts Office 365 ist das Erstellen von verschlüsselten PDFs ein Kinderspiel Zoom© PCtipp
  • Erstellung unter macOS: Erstellen Sie das Dokument in einem beliebigen Programm. Wählen Sie im Menü Ablage den Befehl Drucken. Statt das Dokument zu Papier zu bringen, nehmen Sie im Menü PDF den Befehl Als PDF sichern, Bild 9. Klicken Sie danach auf Sicherheitsoptionen und füllen Sie den oberen Teil unter Passwort erforderlich aus.
Bild 9: Unter macOS lässt sich aus jeder Anwendung ein verschlüsseltes PDF-Dokument generieren Bild 9: Unter macOS lässt sich aus jeder Anwendung ein verschlüsseltes PDF-Dokument generieren Zoom© PCtipp

Tipp: Vergessen Sie nicht, das ursprüngliche Dokument zu löschen oder an einem Ort abzulegen, zu dem niemand Zugriff hat.

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    Kommentare

    • martinmvn 24.06.2019, 15.50 Uhr

      Was mich interessiert, ist ein Passwort-Manager, der alle aktuellen Windows-Browser (Edge, Chrome, Firefox, etc.) und gleichzeitig auch die aktuellen Browser der Android- und IOS-Betriebssysteme unterstützt. Das wäre ein sehr hilfreicher PC-Tipp Artikel.

    • Detektei Schütt 25.06.2019, 15.27 Uhr

      Für mich ein sehr wichtiger und auch dringlicher Artikel. Das digitale Erbe ist bei uns 50jährigen noch nicht so weit verbreitet und aufgenommen worden, wie es sein sollte. Die jüngere Generation ist da schon sehr viel weiter. Wie der der Autor schon sagt, mistet er regelmäßig aus und benötigt ein Managementprogramm um der Datenflut an Passwörtern und Benutzernamen überhaupt Herr zu werden. Immer mehr wird an Daten in der digitalen Welt abgewickelt und es geht mittlerweile schon nicht me[...]

    • haf 26.06.2019, 16.04 Uhr

      Vor Erscheinen dieses Artikels habe ich mich dem Schlüsselmanager Lockwise von Firefox zugewandt, da letzterer mein Standardbrowser ist. Er ist neu und es gibt da noch Luft nach oben, aber die Grundfunktionen sind vorhanden. Er ist gratis. Es bleibt abzuwarten, wie die Entwcklung weiter geht. Mir fehlt z.B. eine Notizfunktion zum Eintrag. Euer haf

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