GPS-Kontrollpunkt für Smartphones

Zeigt das Smartphone oder der GPS-Empfänger die exakte Position an? Beim Landesmuseum neben dem Zürcher Hauptbahnhof kann man die Genauigkeit des GPS überprüfen.

von Jens Stark 20.11.2018

Die Ortungsfunktionen von Smartphones und mobilen GPS-Geräten helfen nicht nur dabei, die nächstgelegene Beiz oder den kürzesten Weg zu einer sonstigen Adresse zu finden, sie können – falls man Programme wie die Rega-App – installiert hat, sogar Leben retten. Umso wichtiger ist es, dass die Angaben exakt sind.

Am ersten Schweizer GPS-Kontrollpunkt lässt sich die Ortungsgenauigkeit des eigenen Smartphones überprüfen Am ersten Schweizer GPS-Kontrollpunkt lässt sich die Ortungsgenauigkeit des eigenen Smartphones überprüfen Zoom© Kanton Zürich

Ein Kontrollpunkt gibt seit Kurzem Aufschluss über die Standortgenauigkeit der mobilen Geräte. Und zwar hat das Amt für Raumentwicklung des Kantons Zürich vor dem Landesmuseum und vis-à-vis des Zürcher Hauptbahnhofs einen frei zugänglichen Granitstein gesetzt. Auf dem Stein ist eine Tafel mit einer lochartigen Markierung in der Mitte angebracht. Diese hat die exakten Koordinaten 47°22'43,07" nördliche Breite und 08°32'27,99" östliche Länge oder gemäss Schweizer Landeskoordinaten (LV95) 2'683'256,46 m Ost und 1'248'117,48 m Nord sowie eine Höhe von 408,36 m ü. M.

An dem Kontrollpunkt kann somit jeder die Genauigkeit des eigenen Smartphones oder Navigationsgeräts überprüfen, indem die Abweichung der eigenen Positionsbestimmung zum zentimetergenau bestimmten Punkt angezeigt wird. Während in Deutschland Kontrollpunkte für mobile Geräte bereits seit einigen Jahren verbreitet sind, ist der neu geschaffene Punkt der erste seiner Art in der Schweiz.

Neben seiner Hauptfunktion als Kontrollpunkt dient der Granitstein auch als Bezugspunkt für die amtliche Vermessung. Damit ist er Teil eines landesweiten Netzes, das die Grundlage für das Koordinatensystem der Schweiz bildet. Sämtliche Raumdaten und Positionsbestimmungen beziehen sich auf dieses Koordinatensystem.

So funktioniert der Kontrollpunkt

Bei herkömmlichen Navigationsgeräten sind die gemessenen Koordinaten mit denjenigen zu vergleichen, die auf der Tafel angegeben sind. Daraufhin kann die Differenz zwischen den beiden Koordinatenpaaren berechnet werden.

Einfacher ist es mit dem Smartphone: Hier lässt sich der QR-Code einscannen, der auf der Tafel des Granitsteins aufgedruckt ist, oder die dort aufgeführte URL eingeben. Daraufhin öffnet sich auf dem Gerät eine Internetseite, auf der zentimetergenau die Differenz zur Soll-Koordinate angezeigt wird. Über einen Link lässt sich zudem eine Kartenansicht im kantonalen GIS-Browser (Geografisches Informationssystem) öffnen. Diese zeigt sodann den Standort des Kontrollpunkts sowie die vom mobilen Gerät bestimmte Position.

Herkunft des Steins

Bei dem für den GPS-Kontrollpunkt verwendeten Granitblock handelt es sich um einen ausgedienten Grenzstein, der zwischen 1971 und 1986 bei Wasterkingen die Grenze zu Deutschland markierte. Der Stein wurde im Zuge des grenzüberschreitenden Kiesabbaus und der darauf folgenden Grenzkorrektur nicht mehr benötigt. Somit erklären sich auch die eigentümlichen Inschriften «1971» sowie «S» und «D» an den Seiten des Granitsteins.


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