News 31.08.2009, 08:06 Uhr

Lauschangriff auf Skype-Anwender

Der angeblich von Behörden in Auftrag gegebene Schädling «Megapanzer» speichert Skype-Anrufe als MP3-Datei. Sein Schweizer Entwickler hat jetzt den Schadcode des «Bundestrojaners» als Open Source veröffentlicht.
Um Opfer des Skype-Trojaners zu werden, muss der Schädling erst auf den Computer gelangen. Das passiert über die üblichen Infektionswege (Drive-by-Download, Mails, verseuchte Datenträger etc.)
Ruben Unteregger war beim Schweizer Unternehmen ERA IT Solutions beschäftigt, um ein Programm zum Abhören und Aufzeichnen von Skype-Anrufen zu entwickeln. 2008 verliess Unteregger den Betrieb. Jetzt stellt er auf seiner Webseite Megapanzer.com einen Teil der Quelltexte und Binärdateien des Trojaners als Open Source zur Verfügung. Die wichtigsten Komponenten, um tatsächlich eine Skype-Abhörung durchführen zu können, hält er unter Verschluss. Mit der Veröffentlichung will Unteregger auf die Risiken von VoIP-Programmen aufmerksam machen. Gleichzeitig sollen die Anbieter von Antiviren-Software dadurch die Chance haben, den Trojaner zu erkennen und nutzlos zu machen. Symantec warnt bereits vor dem Megapanzer. Auch Sophos-Programme erkennen die Skype-Malware.
Unteregger besitzt zwar die Software-Rechte am so genannten Bundes- oder Staatstrojaner, dessen Entwicklung seitens der Behörden zum Überwachen von Rechnern beauftragt wurde. Durch eine Vertragsklausel ist es ihm jedoch untersagt, Informationen über Auftraggeber und Projektbeteiligte bekannt zu geben.



Kommentare
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cobradora
31.08.2009
Ich finde, dass ist ein massiver eingriff und da hört es auf. Heutzutage ist es leider so, Wer die heutigen modernen Techniken zb: Kommunikationen auf verschiedene Ebenen nutzt, kann sicher sein, dass da Informationen gesammelt werden. Heutzutage können schon aus der Umlaufbahn der erde mit sateliiten diverses abgehört werden und ihn einer Qualität wo man sich nicht vorstellen kann. Bundestrojaner und wie sie alle noch heissen??? die findet man schon fast überall , gehören zum Standard heutzutage leider. grüsse cobradora

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leloup
31.08.2009
ein wenig sieht das nach Doppelmoral des Entwicklers aus - aber egal. Bekannt dürfte ja bald jedem sein das die Nutzung von Skype, Handys aller Art und auch Internet immer ein gewisses Risiko in sich bergen, dass die Informationen an Dritte gelangen. Schliesslich ist ja jeder auch ein potentieller Verräter der Heimat und muss überwacht werden. ;)