Maus und Tastatur: Welche Geräte sind die besten für mich?

Maus und Tastatur sind eine wichtige Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Da lohnt es sich, ein wenig genauer hinzuschauen. Das müssen Sie wissen.

von Luca Diggelmann 03.09.2018

Wir arbeiten jeden Tag damit und doch finden sie beim Einrichten des PC-Arbeitsplatzes meist nur wenig Beachtung: die Maus und die Tastatur. Wer clever wählt, arbeitet nicht nur effizienter, sondern auch ergonomischer und gesünder. Unser Maus-/Tastatur-Ratgeber hilft Ihnen bei der Wahl.

Die Maus

Die PC-Maus ist unser verlängerter Zeigfinger in die digitale Welt und eine ähnliche Technologie-Revolution wie später das Touchdisplay. Sie ist immer noch eine der wichtigsten Schnittstellen zwischen Mensch und PC. Da ist es mehr als sinnvoll, bewusst ein passendes Modell auszuwählen.

Bild 1: Im Gamingbereich gibt es viel Auswahl für Nutzer Bild 1: Im Gamingbereich gibt es viel Auswahl für Nutzer Zoom© PCtipp

Kabel oder nicht

Kabellose Mäuse sind auf dem Vormarsch. Das hat einen guten Grund: Denn anders als bei der Tastatur macht sich hier das fehlende Kabel durchaus positiv bemerkbar. Die Maus ist ständig in Bewegung und profitiert somit von weniger Widerstand und dank kleinerer und leichterer Akkus gibt es mittlerweile auch diverse Modelle, für die man nicht vorgängig ins Krafttraining muss.

Tasten und Scrollräder

Die Beschaffenheit der Tasten ist bei der Maus weniger ein Thema als bei der Tastatur. Viel wichtiger sind Anzahl und Position. Standard ist heutzutage eine Maus mit zwei Tasten und einem Scrollrad, das als dritte Taste gedrückt werden kann. Die Dreitastenmaus ohne Scrollrad ist dagegen praktisch ausgestorben. Die häufigste Addition zur Standardausführung sind die zwei seitlich angebrachten Tasten vier und fünf. Normalerweise werden diese als Vor- und Zurück-Tasten verwendet, um beispielsweise im Webbrowser leichter zu navigieren. Ein Problem entsteht mit diesen Seitentasten: Sogar eine symmetrisch gebaute Maus wird durch sie entweder zum Modell für Rechts- oder Linkshänder – meistens zu Ungunsten der Linkshänder, die eine klar kleinere Auswahl an Mäusen haben. Manche Hersteller verbauen Seitentasten auf beiden Seiten und bieten dem Nutzer per Software eine Auswahl an, welche Seite aktiv sein soll. Mehr als diese fünf Tasten gibt es normalerweise nur bei Gaming-Mäusen, Bild 1. Für bestimmte Genres wie Rollenspiele oder Strategiespiele kann es von Vorteil sein, mehr als zwei Seitentasten zu verbauen. Ebenfalls üblich bei Gaming-Mäusen ist ein DPI-Wechsler (Dots Per Inch = Punkte pro Zoll), mit dem die Empfindlichkeit der Maus angepasst werden kann (dazu später noch mehr). Bei den Scrollrädern ist ein einzelnes Rad mit Klickfunktion als Taste drei üblich. Seltener gibt es zusätzliche Scrollräder für den Daumen, die sich klicken lassen und auf der Seite angebracht sind, um horizontal zu scrollen. Das ist vor allem für Grafiker nützlich, die mit grossen Dokumenten arbeiten. Eine solche Maus ist zum Beispiel Logitechs MX Master, die mit zwei Scrollrädern aufwartet.

Bild 2: DPI-Einstellungen sorgen für das perfekte Mausgefühl und sind vor
allem für Gamer wichtig Bild 2: DPI-Einstellungen sorgen für das perfekte Mausgefühl und sind vor allem für Gamer wichtig Zoom© PCtipp

Abtasttechnologie

Die Früheinsteiger unter uns kennen noch die alten mechanischen Mäuse mit Kugel. Diese wurden vor einigen Jahren durch optische Mäuse ersetzt, die wiederum langsam von Lasermäusen verdrängt werden. Der Unterschied zwischen optischen Mäusen und Lasermäusen liegt in der Erkennung. Optische Mäuse verwenden LEDs und Photodioden. Die LEDs beleuchten die Oberfläche unter der Maus, während die Photodioden die Oberfläche scannen. Die Maus erkennt so Bewegungen. Die meist rot leuchtenden optischen Mäuse benötigen dafür jedoch eine strukturierte, nicht durchsichtige Oberfläche. Auf bestimmten Tischen (zum Beispiel Glas) ist somit ein Mauspad Pflicht. Lasermäuse verwenden einen Laser, um die Oberfläche zu scannen. Diese Laser sind nicht nur unsichtbar, sondern auch besser im Aufnehmen von kleinen Details. Die meisten Lasermäuse funktionieren auf allen möglichen Oberflächen und benötigen so seltener Mauspads.

Empfindlichkeit

Wie genau eine Maus ist, erkennt man an der DPI-Auflösung. Wobei die DPI in der Praxis eher eine schlechte Masseinheit für Genauigkeit sind. Denn ab einer gewissen DPI-Höhe macht es schlicht keinen Unterschied mehr. Mit einem höheren DPI-Wert nimmt allerdings die Geschwindigkeit der Zeigerbewegung zu. Die meisten modernen Mäuse liegen irgendwo zwischen 800 und 2000 DPI.

Gerade bei günstigen Modellen ist es leider oftmals schwierig herauszufinden, wie der Wert genau ist. Das ist besonders für Gamer ein Problem, die exakte Werte benötigen, um das trainierte Muskelgedächtnis auch mit unterschiedlicher Hard- und Software beibehalten zu können, Bild 2. Wenig hilfreich sind die Einstellungsmöglichkeiten im Betriebssystem. Windows bietet beispielsweise nur eine relative Geschwindigkeit in 11 Stufen an. Genaue Zahlenwerte gibt es nicht. Die Stufe 6 (gezählt von links) lässt den Maus-Input unverändert. Die Option darunter Zeigerbeschleunigung verbessern ist irreführend und sollte «Zeigerbeschleunigung einschalten» heissen. Diese Einstellung beschleunigt den Zeiger, je länger man in dieselbe Richtung fährt. Das lohnt sich vor allem bei Touchpads. Bei Mäusen ist sie nicht zu empfehlen. Eine perfekte Geschwindigkeit gibt es übrigens nicht, das ist Geschmackssache und hängt auch von den Bewegungen des Anwenders ab. Sie können aber selbst herausfinden, ob Sie zu schnell oder zu langsam sind: Falls Sie oft knapp daneben klicken, sind Sie wahrscheinlich zu schnell unterwegs. Falls Sie meist zu kurze Bewegungen machen, sind Sie zu langsam unterwegs. Passen Sie in diesem Fall die DPI der Maus an. Die meisten grösseren Hersteller bieten dazu eine Software an. Falls das nicht möglich ist, können Sie das Tempo in Windows anpassen. Suchen Sie dazu via Windows-Suche nach den Mauseinstellungen. Tipp: Als kleine Ergonomie-Übung können Sie ausserdem den folgenden Gamer-Trick verwenden: Für grosse Bewegungen nutzen Sie den Arm, für kleine, präzisere Bewegungen nur das Handgelenk. Der Vorteil: Da Sie auf diese Weise ständig zwischen Ellbogen und Handgelenk abwechseln, schonen Sie beide und verringern das Risiko für einen Mausarm.

Kaufempfehlung

Die Maus gehört an die Hand. Wählen Sie also primär eine Maus, die in Grösse und Form zu Ihrer Hand passt. Seitentasten sind ein enormer Gewinn für die Bedienung von praktisch allem und damit immer ihr Geld wert. Im Idealfall bietet die Maus Lasertechnologie und eine kabellose Verbindung mit USB-Aufladefunktion, die Sie auch während der Verwendung aufladen können. Für Gamer gilt wie so oft: lieber hochwertig als auffällig. Shooter-Spieler profitieren meistens von leichten Mäusen für schnellere Bewegungen. Kabellos ist nur bei Modellen aus dem Jahr 2017 und neuer zu empfehlen. Besonders Logitech hat in diesem Bereich ein starkes Angebot.

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    Kommentare

    • Rietramer 03.09.2018, 17.46 Uhr

      Den meiner Meinung nach wichtigsten Punkt betr. Maus haben Sie «vergessen» oder kennen ihn nicht: Stichwort Vertical Mouse! Ich hatte mir vor einiger Zeit mit einer herkömmlichen Maus einen hartnäckigen und auch sehr schmerzhaften Mausarm (auch Tennisarm genannt) eingehandelt. Das ist eine RSI (Repetitive Strain Injury), die ich nur mit Eigenblutbehandlung (3 Mal, extrem schmerzhaft und auch nicht gerade billig!) wieder loswurde. Seither benutze ich nur noch eine vertikale Maus (Marke Evoluen[...]

    • Charlito 03.09.2018, 22.53 Uhr

      Ich komme auf CAD-Welt und seit 25 Jahre benutze ein Trackball Jedem Tierchen sein Pläsierchen! Gruss, Charlito

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