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Test: iPhone SE

von Klaus Zellweger 07.04.2016

Die Kamera

Auflösung. Die hintere Kamera ist mit jener des iPhone 6s identisch und liefert demzufolge 12 Mpx für Fotos. Schön: Die Rückseite des iPhone SE wird nicht durch den ungeliebten Kamerabuckel der 6er-Serie verschandelt. Weniger berauschend ist die Frontkamera für Selfies und Videochats, die es gerade einmal auf 1.2 Mpx bringt. Im heutigen Selfie-Wahn ist diese Auflösung alles andere als zeitgemäss und gleichzeitig unser grösster Kritikpunkt am iPhone SE.

Bildqualität. Die Fotos gefallen durch ihre ausgewogenen Farben, den gefälligen Kontrasten und der sehr guten Schärfe. Hier ein Beispiel, das mit der integrierten Fotos-App zurechtgeschnitten wurde. Die Sättigung und die Kontraste wurden mit dem Filter Chrom automatisch verstärkt:

Muss man einfach mögen: Farben, Kontraste und Schärfe sind hervorragend Muss man einfach mögen: Farben, Kontraste und Schärfe sind hervorragend Zoom© ze / PCtipp

Exzellente Signalverarbeitung. Die rasend-schnelle Signalverarbeitung gehört seit jeher zu den Stärken des iPhones – und zu jenen Eigenschaften, mit denen es sich von der Konkurrenz abhebt.

Panoramen. Dazu gehören zum Beispiel die lupenreinen Panoramen mit bis zu 63 Mpx, die ohne die geringste Wartezeit berechnet und gespeichert werden. Dass sich dabei die Belichtung dynamisch an die verschiedenen Bereiche anpasst und damit zu streifenfreien Bildern führt, ist dem lokalen Tone Mapping zu verdanken.

Lokales Tone Mapping. Beim Tone Mapping wird die Helligkeit des Bildes so optimiert, dass in den Lichtern und Schatten noch Zeichnung vorhanden ist. Bei kontrastreichen Szenen klappt das jedoch nicht immer; eine Anpassung in der Mitte des Bildes mag für den Bereich am Rand bereits zu viel sein. Deshalb verwendet Apple ein lokales Tone Mapping. Dabei wird das Bild in Bereiche aufteilt, die individuell berechnet werden. Die Folge: Deutlich bessere Kontraste und mehr Zeichnung in den Lichtern und Schatten.

Mehr noch: Ein scheinbar hoffnungslos unterbelichtetes Bild kann später aufgehellt werden, ohne dass in den Lichtern und Schatten zu viele Details verloren gehen. In diesem Fall wurde die Belichtung um fast 1.5 Belichtungseinheiten angehoben. Anschliessend wurden die Lichter und Schatten justiert, was der Zeichnung in den Wolken und den Schatten jedoch nicht geschadet hat:

Das lokale Tone Mapping erhöht auch die Reserve bei der Nachbearbeitung Das lokale Tone Mapping erhöht auch die Reserve bei der Nachbearbeitung Zoom© ze / PCtipp

HDR. Das lokale Tone Mapping ist nicht zu verwechseln mit HDR (High Dynamic Range), das ebenfalls mit an Bord ist.

Burst-Mode. Im Burst-Mode werden 10 Bilder pro Sekunde geschossen – und zwar in der besten Qualität, mit 12 Mpx und in beliebiger Menge, bis der Speicher voll ist. Aus diesem Stapel schlägt das iPhone automatisch die besten Fotos vor. Dabei werden Bilder ignoriert, die unscharf respektive falsch belichtet sind oder bei denen eine Person die Augen geschlossen hält. Die Gesichtserkennung hilft dabei, das Modell nicht aus den Augen zu verlieren.

Aus einem Bilderstapel werden die besten Fotos automatisch oder händisch herausgepflückt Aus einem Bilderstapel werden die besten Fotos automatisch oder händisch herausgepflückt Zoom© ze / PCtipp

Live Photos. Immer wieder eine Freude. Bei den Live Photos wird neben dem eigentlichen Bild ein drei Sekunden langes Video aufgenommen, Ton inklusive. Bei der Wiedergabe wird nur das Bild angezeigt; sobald jedoch der Finger auf dem Display gedrückt bleibt, wird das Video abgespielt – und das verleiht jedem Foto einen enormen Kick.

Die Live Photos werden häufig als «GIF-Funktion» bezeichnet, was jedoch komplett falsch ist: GIFs benötigen viel mehr Platz, können maximal 256 verschiedene Farben darstellen und speichern keinen Ton. Die Live Photos speichern hingegen echte Videos, die sich später auch in anderen Programmen bearbeiten lassen. Heute lassen sich diese lebendigen Bilder nicht nur zwischen Macs und iPhones tauschen, sondern auch auf Plattformen wie Tumblr und Facebook einbinden und auf Knopfdruck abspielen.

Bildstabilisator. Einzig der optische Bildstabilisator bleibt leider dem grossen iPhone 6(s) Plus vorbehalten. Der digitale Stabilisator des iPhone SE wirkt wiederum nur bei Full-HD-Videos, liefert dort aber sehr überzeugende Resultate.

4K-Videos. Die 4K-Videos sind nichts weniger als ein Quell der Freude. Das iPhone SE zeichnet mit 3840 × 2160 Pixeln bei 30 fps aus. So viel vorweg: Besser können die Ferienfilme aus dem Smartphone nicht aussehen. Gestochen scharf und mit brillianten Farben halten sie die wertvollen Ferien-Erinnerungen fest. Und wenn sie später im Wohnzimmer am 4K-Fernseher gezeigt werden, lassen die «Ahhh!» und «Ohhh!» nicht lange auf sich warten. Ich habe meine Erfahrungen mit dem iPhone 6s bereits gemacht – und seither ist Full-HD in unserer Familie das neue VHS.

Videoverarbeitung

Videoschnitt. Die einzelnen Clips lassen sich direkt in iMovie auf dem iPhone schneiden, untertiteln und als neuer Streifen exportieren. Dabei verarbeitet die aktuelle A9-CPU bis zu drei (!) 4K-Streams gleichzeitig. Selbst mit Effekten und Titeln erfolgt die Bearbeitung in Echtzeit. iMovie kann nach dem Kauf kostenlos aus dem App Store geladen werden.

iMovie schneidet 4K-Videos in Echtzeit (hier am iPhone 6s) iMovie schneidet 4K-Videos in Echtzeit (hier am iPhone 6s) Zoom© ze / PCtipp

Transfer zum Mac. Zugegeben, die Videoverarbeitung am iPhone SE ist ein wenig fummelig, auch wenn das mitgelieferte iMovie den ein Musterknabe in Bezug auf die Bedienung ist. Eine Alternative besteht darin, den Rohschnitt zum Mac zu übertragen und dort in Desktop-Version von iMovie zu verfeinern. (Alles Wichtige zu diesem gewieften Workflow erfahren Sie hier.)

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Tags: iPhone, Apple
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