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WLAN-Standard 802.11ah für die Langstrecke

Mit 802.11ah geht ein neuer WLAN-Standard an den Start, der sich durch höhere Reichweite, aber niedrigeren Datenraten auszeichnet.

von Boris Boden 29.02.2016

Wer sein Heim oder Büro drahtlos vernetzen will, kommt an WLAN als Übertragungstechnik kaum vorbei. Doch nicht immer dringen die Funksignale des Routers durch Wände; die theoretisch mögliche Reichweite wird in Gebäuden nicht erreicht und muss durch kostspielige Hilfsmittel wie Signalverstärker erhöht werden. Die stetigen Erweiterungen des 802.11-Basisstandards für WLAN haben bisher keine Abhilfe geschaffen, weil sie auf immer ­höhere Geschwindigkeiten abzielten und nicht auf eine stärkere Sendeleistung.

Eine Lösung soll die neue Erweiterung 802.11ah bringen, die zur Vermarktung von der Dach­organisation Wi-Fi Alliance auch WiFi HaLow genannt wird. Dabei funken Router in niedrigeren ­Frequenzbändern um 900 MHz (in Europa 863 bis 868 MHz), während die anderen WLAN-Standards mit 2400 oder 5000 MHz arbeiten.

Die mögliche Reichweite von 802.11ah liegt bei bis zu einem Kilometer, also doppelt so hoch wie bisher. Zudem soll die Durchdringung von Wänden deutlich besser sein – bisher das grösste Hindernis der Indoor-Versorgung. Der Strombedarf sowohl im Router als auch in den daran angebundenen Geräten wird merkbar geringer ausfallen als bei den anderen WLAN-Standards und Bluetooth.

Gut geeignet ist die Neuentwicklung mit diesen Eigenschaften nicht nur für das smarte Heim, sondern generell für das Internet der Dinge (IoT), in dem viele Geräte wie Sensoren, Wearables oder Smart Meter ans Netz angebunden werden müssen. Hier kann WLAN die in der Kapazität beschränkten Mobilfunknetze entlasten und zudem den Verzicht auf kostspielige und stromfressende Mobilfunkmodule in Endgeräten ermöglichen. Ein ah-Router ist in der Lage, jeweils mehr als tausend Empfänger zu versorgen, da diese nicht permanent senden und empfangen.

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