Nokia: «Wir wollen zur Nummer Drei aufsteigen»

Nokia-Lizenznehmer HMD Global hat sich für den Schweizer Smartphone-Markt ehrgeizige Ziele gesteckt. Aber Huawei will hierzulande Nummer Eins werden.

von Simon Gröflin 20.12.2017
Bildergalerie 32 Jahre Nokia-Handys 32 Jahre Nokia-Handys 31 Fotos Zoom

2017 war auch für den Nokia-Lizenznehmer HMD Global ein bewegtes Jahr. Mit den neuen Android-Smartphones Nokia 3, Nokia 5, Nokia 6 und Nokia 8 gibt es nebst dem wiederbelebten Kult-Phone Nokia 3310 wieder mehr als vier neue Telefone auf dem Markt. HMD Global betreibt das von Microsoft aufgegebene Handy-Geschäft mit den erworbenen Markenrechten weiter. «Vor einem Jahr noch, als wir gegründet wurden, haben wir uns noch im Garten getroffen», sagt Sebastian Ulrich, der Regionalverantwortliche vom HMD Global an einem Pressefrühstück. In einigen Ländern, so Ulrich, bewege sich der Marktanteil im zweistelligen Bereich. Dieses Ziel glaubt HMD auch in der Schweiz im nächsten Jahr zu erreichen. So habe bereits die Wiedereinführung des Nokia 3310 sämtliche Rekorde gebrochen. Angeblich habe man mit dem Feature-Telefon hierzulande nicht nur die Nokia-Kenner aus der Jahrtausendwende abholen können, sondern auch die jungen «Millennials», die auf Retro-Gadgets stehen. «In den nächsten vier bis fünf Jahren wollen wir zur Nummer Drei aufsteigen», betont Sebastian Ulrich.

Besonders gut angekommen im Schweizer Markt sei das Nokia 6 Besonders gut angekommen im Schweizer Markt sei das Nokia 6 Zoom© lpd / PCtipp

Schweizer lieben günstiges «Premium»

Gute Karten hat das junge Start-up zumindest bei seinen starken Partnern Google, Nokia und der iPhone-Fabrik: Foxconn produziert zu 60 Prozent für Apple und für die riesige Produktionsstätte sei es eine «Ehre», als Partner die neu aufgelegten Nokias zu schmieden. Tatsächlich ist die Aluminiumverarbeitung beispielsweise beim Nokia 5, dem mittleren Einstiegsgerät, von sehr guter Qualität.

Um ein einziges Body zu fräsen, sei ein 22-stündiger Produktionsvorgang vonnöten, versicherte Ulrich. Dass es aber nebst der guten Partnerschaft mit Google für blitzschnelle Android-Updates vor allem eines braucht – nämlich ein riesiges Werbe-Budget–, darüber ist man sich auch bei HMD einig. Bis jetzt investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben jährlich eine Million Schweizer Franken im hiesigen Markt. Sehr gut aufgenommen von Schweizer Käufern wurden HMD zufolge das 5,5 Zoll grosse Nokia 6, gefolgt von dem etwas kleineren Nokia 5 (5,2 Zoll). Zahlen wurden dabei keine genannt.

Nokia 2 und Nokia 9 vor Markteinführung

Noch wird spekuliert, was im nächsten Jahr kommt. Mit Sicherheit steht nach dem Nokia 8 im nächsten Jahr ein weiteres Premium-Smartphone auf dem Plan. Ob es auch ein randloses Gerät sein wird, darüber gibt es bis jetzt nur Vermutungen, die auch Ulrich nicht kommentieren wollte. Mit dem Nokia 2 wird Anfang 2018 zudem ein weiteres Kompakt-Smartphone folgen. Ein Nokia 4 wird es nicht geben, weil die Zahl in Asien Unglück bringt. Ähnlich wie bei Automarken soll aber die Nummerierung der Modelle in sich treu bleiben. 

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    Kommentare

    • HC55 20.12.2017, 15.08 Uhr

      bez. 'blitzschnellen' Android Updates: wenn bei einem Nokia 6 das Oreo Update erst ca. / vielleicht / eventuell 3-4 Mte nach einem alten Nexus 5x kommt, dann ist diese Marketingaussage eher geschäftschädigend und entspricht nicht der Werbung und dem gemachten Werteversprechen. Nach anfänglicher Begeisterung schlägt dies sonst zu schnell in Enttäuschung um. Also bitte liefern, nicht schwätzen.

    • since1990 20.12.2017, 17.56 Uhr

      Da muss ich leider meinem Vorredner "recht" geben. Wir haben Zuhause ein Nokia 5 und ein Nokia 6 im Einsatz. Mit einer der Gründe warum Nokia Phones, war eben genau die Aussage dass hier mit Stock-Android die Updates und neuen Versionen sofort verfügbar sein sollten. Security Patch Level ist Stand Heute 7.1.2 (November 2017) aber eben immer noch eine 7'er Android Version. So langsam aber sicher dürft dann schon Version 8 ausgerollt werden. Ansonsten dieser Vorteil nicht zieht! Ich wünschte[...]

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