Firmenlink

 

Test: Fujifilm X-E1

von Klaus Zellweger 12.03.2013

Was vermissen wir?

Was ihre fotografischen Qualitäten betrifft, lässt die X-E1 keine Wünsche übrig (abgesehen von der etwas vermasselten ISO-Automatik). Doch so sehr diese Kamera die Fotografie auf ihren Kern reduziert, hätten wir uns ein wenig mehr technischen Firlefanz gewünscht.

Der eine oder andere Familienfotograf wird sich an der mässigen Filmfunktion stören – ihre Untermotorisierung ist umso ärgerlicher, weil Full-HD-Filme mit 30 fps in jeder Preisklasse längst Standard sind, dahergelaufene Smartphones inklusive. Filmfans müssen also eine andere Kamera oder einen Camcorder mit in die Ferien schleppen. Ebenfalls wäre ein Klappdisplay wünschenswert, wenn in Bodennähe oder über eine Menschenmenge fotografiert werden soll – schliesslich ist die X-E1 ja für Reportagen prädestiniert. Auch ein GPS-Modul für automatisches Geotagging hätte dem Retro-Gedanken kaum geschadet. Allerdings sind all diese Kritikpunkte Ermessenssache.

Das eingebaute Stereomikrofon ist nur ein kleines Zugeständnis an die Filmfunktion Das eingebaute Stereomikrofon ist nur ein kleines Zugeständnis an die Filmfunktion Zoom

Hingegen hat Fujifilm in der Vergangenheit bewiesen, dass die Pflege der bestehenden Modelle ernst genommen wird. Zahlreiche Kritikpunkte der anderen Kamera-Modelle aus der X-Serie wurden durch die Firmware deutlich überarbeitet, bis hin zur Geschwindigkeit des Autofokus. Wir sind also zuversichtlich, dass auch die X-E1 in diesem Bereich noch ein wenig nachlegen wird und dass kleine Ärgernisse wie die ISO-Automatik behoben werden.

X-E1 mit optionaler Lederhülle BLC-XE1 (Bild: Fujifilm X-E1 mit optionaler Lederhülle BLC-XE1 (Bild: Fujifilm Zoom

Zielgruppe

Die Zielgruppen der X-E1 sind schnell ausgemacht: Diese Kamera wurde für Reportagen, Landschaftsaufnahmen, die Strassenfotografie und Familienbilder geschaffen. Sie richtet sich an Leute, die das Fotografieren zelebrieren und dabei nicht auf einen vollwertigen Camcorder-Ersatz angewiesen sind. Sportfotografen werden mit ihr jedoch garantiert nicht glücklich, denn dazu fehlen erstens die Objektive und zweitens kann der Autofokus nicht mithalten.

Fazit: Die Fujifilm X-E1 bietet nicht nur eine exzellente Bildqualität, sondern vermittelt den puren Spass an der Fotografie. Die hervorragende Ergonomie, die mechanischen Bedienelemente und ihr dezentes, aber hochwertiges Äusseres sprechen eine deutliche Sprache. Gewicht und Abmessungen wurden deutlich reduziert, so dass sie sich problemlos mit der spiegellosen Konkurrenz messen kann. Wer mit den wenigen Kritikpunkten umgehen kann erhält hier eine Kamera, die keine Wünsche offen lässt.

  • Fujifilm X-E1

    Positiv:
    Bildqualität, Verarbeitung, Ergonomie, Menüführung
    Negativ:
    ISO-Automatik, Fokussier-Geschwindigkeit, Filmfunktion
    Details:
    16 MP X-Trans-Sensor, APS-C-Format, eingeb. Blitz, für Objektive mit X-Bajonett)
    Strassenpreis:
    ca. Fr. 990.– (Gehäuse, Strassenpreis)
    Info:
    fuji.ch/de/kamera-und-zubehoer/x-serie/
    PCtipp-Bewertung:
    5 Sterne

    Leserwertung

    95.5%
    3%
    1.5%

    Jetzt abstimmen!

    Was halten Sie vom Produkt?

Seite 5 von 5

    Kommentare

    • donmatteo 03.08.2013, 14.07 Uhr

      Besten Dank für den interessanten Post. "Mechanisch bringt sie all das zurück, was uns im Zuge der Digitalisierung genommen wurde" dieser Satz überzeugte mich dermassen, das ich gleich eine X-E1 bestellte, auch der Tipp zum TriggerTrap ist genial, auch bestellt. Schöner Schreibstil :) Greez Don

    weitere Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.