Fotos: Googles neuster Streich

Google will die Fotos eines ganzen Lebens speichern. Ein erster Augenschein.

von Klaus Zellweger 01.06.2015 (Letztes Update: 01.06.2015)

Google und Fotos: Diese Mischung hat bis jetzt nur mässig funktioniert. Das liegt auch daran, dass die soziale Plattform Google+ bis heute nicht richtig in die Gänge kommt. Jetzt wagt der Suchmaschinen-Riese einen neuen Anlauf und bietet für die Bilder einen eigenen Dienst.

Unspektakulär, aber solide: das neue «Google Fotos» Unspektakulär, aber solide: das neue «Google Fotos» Zoom

Im Mittelpunkt steht die kostenlose App Google Fotos, die für iOS und Android angeboten wird. Dabei handelt es sich nicht um eine Kamera-App. Stattdessen erlaubt sie die Betrachtung der Sammlung und den Upload neuer Fotos und Videos.

Der direkte Weg in den App Store Der direkte Weg in den App Store Zoom Der direkte Weg zu Google Play Der direkte Weg zu Google Play Zoom

Automatischer Upload ohne Schamgefühl

Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Uploads. Doch wer seine Seele nicht an Google verkaufen möchte, sollte das Vorgehen genau abwägen.

Smartphone. Sobald die App für iOS oder Android eingerichtet ist, werden sämtliche Fotos und Videos, die auf dem Gerät gespeichert sind, auf die Google-Server übertragen. Selbiges gilt natürlich für alle später hinzukommenden Medien.

Mac oder PC. Der kostenlose Uploader kann unter photos.google.com heruntergeladen werden. Beim ersten Start wird definiert, von welchen Medien die Bilder automatisch hochgeladen werden:

Was darf’s denn sein? Was darf’s denn sein? Zoom

Anschliessend saugt die Anwendung alles auf die Google-Server, was irgendwie nach Foto oder Video riecht:

Beim Upload geht Google nicht gerade zimperlich vor. Beim Upload geht Google nicht gerade zimperlich vor. Zoom

Wer längst die Kontrolle über seine Bilder verloren hat, findet in diesem radikalen Upload vielleicht einen Weg aus dem Chaos. Bei vielen anderen Anwendern dürfte er eher gemischte Gefühle verursachen.

Manueller Upload

Um die Kontrolle über die Uploads nicht zu verlieren, stehen zwei Möglichkeiten offen.

Browser. Fotos werden im Browser auf der Startseite photos.google.com manuell hochgeladen. Zu anstrengend.

Google Drive. Besser: Sortieren Sie die Fotos auf Google Drive manuell ein, indem Sie den kostenlosen Client verwenden. Ab Werk werden die Fotos auf Google Drive automatisch in der Sammlung angezeigt, doch die Einstellung lässt sich auf der eigene Fotoseite ändern.

Speicherkontingent

Und wie viele Fotos und Videos lassen sich speichern? Google bietet zwei Möglichkeiten an:

Unlimitierte Speichermenge, allerdings mit Abstrichen Unlimitierte Speichermenge, allerdings mit Abstrichen Zoom

Unlimitiert. Laden Sie so viele Foto und Videos hoch, wie Sie möchten. Allerdings darf die Auflösung maximal 16 Mpx (Fotos) respektive 1080p (Videos) betragen. Alles, was darüber hinausgeht, wird automatisch verkleinert. Fotos werden ausserdem neu komprimiert, um die Dateigrösse zu reduzieren. Das mag bei Smartphone-Fotos nicht so wichtig sein – aber für ambitionierte Fotografen fällt der Dienst als ernsthaftes Backup weg.

Volle Qualität. Nur wenn die volle Auflösung und die Original-Qualität erhalten bleiben sollen, wird das verfügbare Speicherkontingent belastet. Mindestens 15 GB sind bei Google gratis – allerdings teilen sich alle sämtliche Google-Dienste diesen Kuchen (zum Beispiel Gmail). Hier erfahren Sie, wie es um Ihr Speicherkontingent bestellt ist und können es bei Bedarf erhöhen. Eine Erhöhung um 100 GB kostet 1.99 US-Dollar/Monat, 1 Terabyte gibt es für 9.99 US-Dollar/Monat.

Soviel zum Dienst. Sehen wir uns an, was im Tausch gegen unsere intimsten Fotos an Möglichkeiten geboten wird.

Nächste Seite: Die Apps und ihre Möglichkeiten

Seite 1 von 3
       
       

    Kommentare

    • lorenz_h 02.06.2015, 11.42 Uhr

      Die Fotos lassen sich sehrwohl mit anderen Teilen - entweder über den besagten Link oder aber über das gewohnte Teilen-Menü auf alle erdenklichen Wege (Mail, Facebook, WhatsApp, Twitter usw.). Zumindest in der Android-Version ist dies alles problemlos möglich. Aber iOS nutzt man auch besser gar nicht :-)

    weitere Kommentare

    Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu verfassen.