Opera erhält Adblocker für Desktop und Mobile

Der Opera-Browser verfügt nun über einen integrierten Werbeblocker - sowohl in der Desktop-Version als auch in den mobilen Varianten. Was taugt er?

von Stefan Bordel 06.05.2016

Der bereits im März in den Entwicklerversionen von Opera integrierte Werbeblocker erreicht nun die herkömmlichen Varianten des Web-Browsers. Das neue Feature steht Nutzern des Desktop-Browsers sowie des mobilen Opera Mini für Android und iOS zur Verfügung. Im Gegensatz zu Adblockern auf Erweiterungsbasis soll die fest integrierte Lösung noch performanter arbeiten.

Der Hersteller verspricht durch den Werbeblocker je nach Webseite bis zu 90 Prozent schnellere Ladezeiten – den durchschnittlichen Geschwindigkeitsvorteil beziffert Opera mit 62 Prozent. Der ebenfalls integrierte Speed-Test-Benchmark in der Desktop-Version ermittelt zudem die gewonnenen Geschwindigkeitsvorteile auf einzelnen Seiten. Neben schnelleren Ladezeiten soll der Einsatz des Blockers ausserdem den Speicherbedarf senken. Opera verspricht hier Einsparungen von bis zu 47 Prozent.

Die notwendigen Einstellungen zur Aktivierung des Adblockers finden sich in der Desktop-Variante in den Browser-Einstellungen, beim mobilen Opera Mini verbergen sich diese in den Optionen der Datenverkehr-Einsparungen. Diese können Sie in den jeweiligen App-Stores für Android und iOS herunterladen.

Schlechte Umsetzung in Opera Mini

Ein erster Test der Adblocker-Funktion in Opera Mini fällt enttäuschend aus. Entweder ist das Feature noch nicht sauber integriert oder die Entwickler haben sämtliche unserer Testseiten auf die Whitelist gesetzt. Jedenfalls kann von einer werbefreien Surf-Erfahrung hier keine Rede sein.

Anders bei der Desktop-Version: Hier werden beinahe alle Werbeinhalte geblockt. Allerdings befinden sich auf der Ausnahmenliste standardmässig das soziale Netzwerk Facebook sowie die Suchmaschinenriesen Google, Yandex und Baidu.

Adblocker, wohin das Auge reicht

Aktuell sind Adblocker in der IT-Welt in aller Munde. Kein Wunder, sorgen sie doch bei vielen Seitenbetreibern für einbrechende Werbeeinnahmen und bedrohen damit so manche Existenz. Auf der anderen Seite erlauben die Tools Nutzern ein schnelleres, ungestörteres und auch sichereres Surfen im Netz.

Ein versöhnliches Miteinander will der Werbeblockerentwickler Eyeo mit der in Kooperation mit dem Mikropayment-Dienst Flattr entwickelten Lösung Flattr Plus bieten. Nutzer haben hier die Möglichkeit, für das werbefreie Web-Erlebnis die Webseiten-Betreiber mittels einer Bezahlfunktion zu entlohnen.

Ganz uneigennützig wird das Konzept freilich nicht sein, denn für Eyeo und Flattr springen sicherlich lohnende Provisionen heraus – auch wenn die Anbieter diese bei der Vorstellung auf der re:publica nicht genannt haben.

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