Wieder kleben im 2022 06.12.2021, 11:15 Uhr

Verspätung: Die E-Vignette kommt erst 2023

Die digitale Autobahnvignette verspätet sich und wird erst übernächstes Jahr verfügbar sein. Das heisst, 2022 muss die alte nochmal abgekratzt und die neue geklebt werden.
(Quelle: EZV)
Auch die Vignette für 2022 muss wieder auf die Autoscheibe geklebt werden. Denn die Einführung der E-Vignette verzögert sich und ist nun doch erst «im Verlauf des Jahres 2023 geplant». Dies schreibt die zuständige Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) in einem Update zu den Autobahngebühren. Die digitale Vignette wird die bisherige Klebevariante nicht ersetzen. Künftig sollen beide Varianten parallel verfügbar sein.
Ursprünglich war die E-Vignette für das Jahr 2022 angekündigt worden. Zur Verspätung sagt die EZV zu «Blick»: Die Eidgenössische Zollverwaltung habe «stets» kommuniziert, dass die elektronische Vignette «frühestens 2022» erhältlich sein werde. «In der Zwischenzeit hat sich der Zeitplan konkretisiert.»
Die E-Vignette ist neu an das Kontrollschild gebunden, statt ans Fahrzeug. Dies hat den Vorteil, dass bei einem Fahrzeugwechsel oder bei Wechselnummern keine zusätzliche Vignette gekauft werden muss. Die digitale Vignette werde «voraussichtlich» über einen Webshop zu kaufen sein.
Das Parlament hat in der Wintersession 2020 die Revision der freiwilligen elektronischen Vignette (E-Vignette) verabschiedet. Die Vignette für 2022 ist ab dem 1. Dezember 2021 bis zum 31. Januar 2023 gültig. Der Verkaufspreis beträgt weiterhin 40 Franken und die Vignette kann wie bisher an Postschaltern oder Tankstellen bezogen werden.
07.12.21/Korrektur Tippfehler: Natürlich ist die Vignette bis zum 31. Januar 2023 gültig und nicht 2022.



Kommentare

Avatar
musk1953
06.12.2021
Bevor das Parlament darüber abgestimmt hat, wurden ja die Machbarkeiten bereits abgeklärt. Ich frage mich schon, was die betreffenden Sachbearbeiter seither getan haben, dass sie jetzt nochmals ein Jahr dafür brauchen. Es braucht nicht immer Meisterleistungen, die kann ich auch nicht immer liefern - aber das ist nun definitiv Lichtjahre davon entfernt. Ich bin ziemlich enttäuscht.

Avatar
Menco
06.12.2021
Letzter Absatz: "Die Vignette für 2022 ist ab dem 1. Dezember 2021 bis zum 31. Januar 2022 gültig". Das muss wohl 31. Januar 2023 heissen! :-)

Avatar
Rogerovi
07.12.2021
Wieder einmal typisch für die CH. Es gibt in Europa schon mehrere Länder, die das System schon seit mehr als 5 Jahren in Betrieb haben. Simpel, einfach. Jeweils eins Sache von 1-2 Minuten und man hat die Vignette... Da werden wieder Millionen verbuttert für ein System, dass man quasi hätte übernehmen können von den anderen Staaten. Aber ich freue mich drauf :-)

Avatar
Klaus Zellweger
07.12.2021
Da werden wieder Millionen verbuttert für ein System, dass man quasi hätte übernehmen können von den anderen Staaten. Dort wird die digitale Vignette an einem Automaten gelöst und innerhalb von Sekunden an das Kennzeichen gebunden. Auf der Autobahn lesen Kameras das Kennzeichen ein und prüfen, ob eine gültige Vignette gelöst wurde. Einfach, praktisch, gut. Nur: Ich möchte mir den Aufschrei in einigen Kreisen gar nicht vorstellen, wenn ein heiliges CH-Kennzeichen mit Schweizer Kreuz von einer Kamera erfasst werden soll – und so die freiheitliche Seele des Fahrers der fremden Maschine zum Frass vorgeworfen wird. Und darum dauert es halt länger.

Avatar
Jürgen N.
07.12.2021
und wenns dann endlich spruchreif ist kommen bestimmt die Freiheits-Trychler von wegen "Überwachungsstaat"...

Avatar
karnickel
11.12.2021
@Klaus Zellweger In der Schweiz fehlt es glaub noch immer an gesetzlichen Grundlagen für andauernde und identifizierende Videoerfassungen im öffentlichen Raum. Wobei ich persönlich finde, man dies mit folgender Funktionsweise einhalten könnte: Wahrscheinlich fehlt es nun aber bei Punkt 3 noch an der Verhältnismässigkeit. Soll heissen, automatische Parkbussen wären so auch nicht möglich. Das individuelle Selbstbestimmungsrecht wiegt schwerer. @Jürgen N. Womit wir wieder bei den Trychlern wären... ;)