News 24.04.2015, 09:49 Uhr

Im Juni ist überall Schluss mit Analog-TV: Das muss ich wissen

UPC Cablecom schaltet das analoge Fernsehen demnächst schweizweit ab: Damit Sie an diesem Tag nicht in die Röhre gucken, gibts von uns noch einmal alle wichtigen Fakten.
UPC Cablecom schaltet die letzten Analog-TV-Regionen ab. In der Zentralschweiz wurde das Analog-TV schon seit letztem November abgeschaltet, zu Beginn des Jahres folgten Biel, die Romandie und die Ostschweiz: Sämtliche TV-Sender können dort nur noch digital empfangen werden. Als Grund nannte UPC Cablecom im letzten Jahr den Erfolg des erweiterten digitalen Grundangebots seit der Aufhebung der Verschlüsselung von 2012. Inzwischen hat die UPC Cablecom auch den genauen Abschaltplan der verbleibenden Analog-TV-Regionen kommuniziert. Damit Sie oder Ihre Angehörigen zum Abschaltzeitpunkt nicht in die Röhre gucken, haben wir Ihnen einen Überblick zu allen Fakten zusammengetragen.

Wer ist betroffen?

Betroffen ist eigentlich jeder, der über einen Kabelnetzanschluss der Cablecom fernsieht, aber bis heute kein digitales Angebot empfangen kann.
Flachbildfernseher, die mehr als drei Jahre auf dem Buckel haben, und vor allem Röhrenfernseher sind davon betroffen. Nicht auszuschliessen sind aber selbst einige Billig-LCD-TVs (nach Baujahr 2010). Beim Flachbildfernseher müssen Sie überprüfen, ob Ihr TV-Gerät mit einem DVB-C-Tuner ausgerüstet ist. Denn: Um Digitalfernsehen zu empfangen, ist ein entsprechender Signalwandler nötig. (DVB-C steht für «Digital Video Broadcasting – Cable».) Bei sämtlichen TV-Modellen nach 2010 ist in der Regel ab Werk ein solcher Tuner im Gerät integriert. Dabei wird der Fernseher, wie gewohnt, über das Antennensignalkabel angeschlossen. Bei einem Senderdurchlauf werden dann allerdings automatisch die digitalen Programme (natürlich auch HD-Sender) gefunden.
Betroffen sind natürlich auch ältere VHS- und DVD- sowie HDD-Rekorder. 
Lesen Sie weiter auf der nächsten Seite: TV-Gerät überprüfen

TV-Gerät überprüfen

TV-Gerät überprüfen

Konsultieren Sie, falls noch vorhanden, die Bedienungsanleitung Ihres Fernsehers. Suchen Sie nach der Modellnummer des TVs auf der Herstellerseite, um anhand der technischen Daten herauszufinden, ob ein solcher DBC-C-Tuner integriert ist. Manchmal befindet sich ein Kleber am TV, der Ihnen auf einen Blick verrät, welche Tuner integriert sind.

Ich bin betroffen, was kann ich tun?

Grundsätzlich gibt es als Besitzer eines nicht digitalfähigen TV-Geräts zwei Möglichkeiten zum Digitalumstieg.
  1. Wenn Sie einfach nur die unverschlüsselten digitalen Sender empfangen wollen, kaufen Sie sich je nach Zustand Ihres alten Fernsehers entweder einen neuen TV oder verlangen von UPC Cablecom einen Digital-Analog-Wandler. Diese Wandlerbox wird einfach zwischen TV-Buchse und TV gestöpselt und erledigt die Signalübersetzung. Pro Haushalt verteilt UPC Cablecom gratis eine solche Wandlerbox. Befinden sich mehrere ältere TV-Geräte im Haushalt, kostet eine weitere Box 99 Franken pro TV-Gerät. UPC Cablecom hat sogar eine im Angebot für ältere Röhrenfernseher mit zusätzlichem Scart-Ausgang. Bestellen kann man den Digital-Analog-Wandler direkt bei UPC Cablecom.
  2. Die andere Möglichkeit ist ein Digital-Abo bei UPC Cablecom oder bei einem der Mitbewerber wie Swisscom oder Sunrise.
    Wichtig: Bei vielen Digital-TV-Anbietern fallen unter Verwendung mehrerer digitaler Empfangsgeräte im selben Haushalt variierende Zusatzkosten an. 
Tipp: Vergleichsportale wie Comparis aktualisieren von Zeit zu Zeit die Digital-TV-Angebote aller Anbieter und stellen gute Übersichten zusammen.
Lesen Sie weiter auf der nächsten Seite: Vorteile und Nachteile beider Varianten

Vorteile und Nachteile beider Varianten

Vorteile und Nachteile beider Varianten

Ein Digital-Analog-Wandler ist mit Sicherheit die einfachste und kostenschonendste Variante. Klarer Nachteil der Wandlerbox: Sie gibt keine zusätzliche Signalaufbereitung über HDMI aus. Das Signal wird wieder über ein normales RF-Signal an den TV ausgespuckt. Auf zeitgemässen Fernehern kommt das Signal aber dennoch erstaunlich gut und gestochen scharf. Laut UPC Cablecom werden keine zusätzliche Kosten verrechnet. Man belässt es bei den 29 Franken Grundgebühr, die z.B. als Mieter einer Wohnung in den monatlichen Anschlussgebühren bereits in den Nebenkosten ohnehin enthalten sind.
Bei einem Digitalabo müssen Sie, damit es sich von der Programmauswahl und den Optionen her lohnt, mit mindestens 30 Franken pro Monat rechnen. Ihre Wahl hängt davon ab, ob Sie eher viele HD-Sender wollen, Aufnahmefunktionen benötigen oder verpasste Sendungen rückwirkend ansehen wollen. 

Wann wird welche Region abgeschaltet?

Die UPC Cablecom hat inzwischen den genauen Abschalt-Fahrplan kommuniziert: In den Regionen Bern, Murten, Spiez und Basel findet die Abschaltung derzeit vom 21. bis 28. April statt. 
Vom 12. bis zum 19. Mai 2015 werden die Regionen Glarnerland, Winterthur und Zürcher Oberland sowie Region Aarau/Olten abgeschaltet. Die restlichen zwölf der 18 verbliebenen Analogsender werden am 12. Mai aus dem Programm genommen. Am 19. Mai werden die letzten Sender, zu denen SRF 1, SRF zwei gehören, abgeschaltet.
In der Stadt Zürich erfolgt die Abschaltung des analogen Signals zwischen dem 2. und 9. Juni. Die Region Tessin bildet das Schlusslicht im Sommer. Danach sei die ganze Schweiz digital, wie Cablecom auf Anfrage näher ausführt. Bereits komplett digital sind die Zentralschweiz, die Romandie und die Ostschweiz.

Autor(in) Simon Gröflin



Kommentare
Es sind keine Kommentare vorhanden.