News 14.07.2014, 07:47 Uhr

Intels nächster Chipsatz wird massiv schneller bei SSDs und Grafikkarten

Intel will 2015 den Anwender selber bestimmen lassen, ob er mehr Bandbreite für SSDs oder Grafikkarten freigeben will. Für SSDs wäre sogar die vierfache Geschwindigkeit möglich.
PCI-Express, die universelle Erweiterungsschnittstelle für PC-Steckkarten, wird in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen. So sehr, dass sich nebst Grafikkarten auch SSDs künftig die Bandbreite über PCI-Express teilen werden. Denn der neue m.2-Steckplatz für die zweifränklergrossen m.2-SSDs wird nun ziemlich sicher «SATA Express» heissen und auf PCI-Express basieren. Darüber hinaus werden sich 2015 sämtlichen Komponenten Bandbreite über PCI-Express zuschalten lassen. Das verraten durchgesickerte Intel-Fahrpläne des chinesischen Portals VR-Zone.

«SATA Express» endlich verabschiedet? 

Mit Einführung der neuen «Haswell Refresh»-Prozessoren wurde bekannt, dass Hersteller wie MSI und Asus erste «m.2»-Steckplätze auf ihren neuen Brettern integrieren. Auch der Mainboard-Hersteller MSI kehrt der Speicherschnittstelle SATA für die Anbindung des m.2-Steckplatzes den Rücken und beschreitet mit PCI-Express 2.0 bereits neue Wege. Vermutlich, weil sich SATA als Flaschenhals entpuppte.

SSDs mit bis zu 4 GB/s

Die durchgesickerten Intel-Grafiken deuten darauf hin, dass Intel mit dem auf 2015 zu rechnenden Chipsatz «Skylake» die gesamte Eingangs- und Ausgangsleistung der kommenden Plattformen massiv erhöhen will.
Geschehen soll das durch zuschaltbare «Lanes» bzw. einzelne Verbindungen der seriell funktionierenden PCI-Express-Schnittstelle. Die Übertragungsgeschwindigkeit bei PCI-Express orientiert sich immer an der Version und der Anzahl der zugeschalteten PCI-Express-Lanes. Umso höher die Version und je mehr Lanes, desto höher die Bandbreite und desto höher ist die Übertragungsgeschwindigkeit.
Nach den Fahrplänen der für 2015 vorgesehenen Intel-100er-Chipsätze soll auf jenen Plattformen (mit PCI-Express 3.0) sogar das Vierfache von PCI-Express 2.0 x2 möglich sein. Damit käme eine daran angebundene SSD auf eine Nettotransfergeschwindigkeit von bis 4 GB pro Sekunde.

SATA Express als neues «Allround-Talent»

Je nachdem, ob man eher ein speicherlastiges System mit latenzarmen SSDs oder eine rasante Gamer-Grafikkarte betreiben will, könnten übers BIOS sämtlichen PCI-Express-3.0-Komponenten manuell Bandbreiten zugeschaltet werden.
Einen Nachteil könnte das Ganze allerdings mit sich bringen: Abhängig davon, wie viele Lanes auf den neuen Chipsätzen wirklich zuschaltbar werden, könnten für ein gut ausbalanciertes System auch Lanes für SSDs gegenüber Lanes für Grafikleistung (oder umgekehrt) verloren gehen.

Autor(in) Simon Gröflin


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