News 14.10.2003, 07:45 Uhr

Die Zukunft ist drahtloses Breitband

An der ITU Telecom 2003 in Genf treffen sich die weltweit grössten Kommunikationsfirmen. Hier entscheidet sich, welche Technologien unsere Zukunft bestimmen.
Die Zeiten, da Sprachkommunikation das Kerngeschäft der Telekom-Anbieter war, sind endgültig vorbei. Nachdem sich auch die Datenkommunikation (z.B. Internet) in den meisten Haushalten in Europa und Nordamerika etabliert hat, sieht sich die Branche vor neue Herausforderungen gestellt: Der Preiskampf hat die Margen gedrückt, neue Einkommensquellen sind gefragt. Die Tendenz geht klar in Richtung Breitbandanwendungen wie Videos, Spiele und Geschäftsanwendungen. Und das alles am besten drahtlos.
Dieser Herausforderung stellen sich seit gestern die weltweit wichtigsten Hersteller und Dienstleister an der ITU Telecom World 2003 in Genf [1]. Die Messe teilt sich auf in eine Ausstellung, an der die neusten Entwicklungen und zukünftigen Technologien zu sehen sind und ein Forum, in dem politische, technologische und wirtschaftliche Themen besprochen werden. Als einzige grosse Schweizer Firma nimmt die Swisscom am exklusiven Treffen teil.
So unterschiedlich die Geschäftstätigkeit der Aussteller ist, alle Produkte haben einen gemeinsamen Nenner: Breitband. Alles, was für solche Services nötig ist, ist vertreten, angefangen bei den Entwicklern von Satelliten-Technologie über Raumtransportfirmen wie Boing oder Lockheed Martin, die die Satelliten ins All bringen, über die Firmen, welche die Daten vom Produzenten zum Empfänger bringen, jene die sie komprimieren, jene die sie unter einer einfachen Benutzeroberfläche darstellen und natürlich auch die Gerätehersteller, die uns die ganze Palette von Geräten verkaufen, um die Daten im Büro oder zu Hause zu empfangen und zu bearbeiten.
Und das erwartet uns: Mobiltelefone, Taschencomputer (Handhelds) und Notebooks werden noch kleiner und leistungsfähiger. Sie wählen unter den drahtlosen Verbindungsarten (WLAN, GPRS, UMTS) automatisch die beste Möglichkeit aus, ohne dass beim Wechsel von einem Service zum Anderen die Verbindung unterbrochen wird. Sowohl Kameras wie auch Bildschirme dieser Geräte werden dank neuer Technologien wesentlich besser. Die Dienstanbieter werden eine ganze Palette an Filmen und Spielen haben, die gegen Bezahlung auf Abruf zur Verfügung stehen. Und Geschäftskunden versenden ihre sensiblen Dokumente über mehrfach abgesicherte Kommunikationswege, damit sie vor fremden Augen geschützt sind und die Verbindung nicht unterbricht.
Das sind alles absehbare Entwicklungen, grosse Überraschungen bleiben aus. Viel wichtiger ist denn auch die Möglichkeit für die Teilnehmer, neue Geschäftspartner kennen zu lernen. Viele Länder wie Israel, Spanien und die Schweiz, aber auch ganze Ländergruppen (Afrika, arabische Länder) präsentieren ihre Hightech-Firmen an einem grösseren Gemeinschaftsstand. An Vorträgen werden Informationen gesammelt und an den aufwändigen Ständen Kontakte geknüpft und gepflegt. Nicht die Konkurrenz, sondern die gemeinsamen Möglichkeiten stehen im Vordergrund.
Die Messe dauert noch bis Samstag, dem einzigen Tag, an dem sie auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Autor(in) Beat Rüdt


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