Digitaler Welt droht Vertrauenskrise

Das Weltwirtschaftsforum warnt vor einer ernst zu nehmenden Krise in der digitalen Welt. Alle müssen dazu beitragen, dass auch diese neue Welt sauber, sicher und gesund bleibt.

von dpa 11.12.2018

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) hat in einem neuen Report dringenden Handlungsbedarf für die weitere Entwicklung der digitalen Welt angemahnt.

Der tanzende humanoide Roboter Pepper, hier an den dritten Informatiktagen in Zürich Der tanzende humanoide Roboter Pepper, hier an den dritten Informatiktagen in Zürich Zoom© cm/pctipp.ch

Es gehe darum, eine vertrauensvolle, nachhaltige und für alle zugängliche digitale Welt sicherzustellen, heisst es. Andernfalls drohe eine ernste Krise. «Die digitale Welt ist wie unsere natürliche Welt», sagte Derek O'Halloran vom WEF. «Wir alle – Regierungen, Unternehmen und Individuen – haben die Pflicht sicherzustellen, dass sie sauber, sicher und gesund bleibt.»

Dem Report zufolge hat sich das Wachstum von verfügbaren Internetzugängen weltweit deutlich abgeschwächt – von 19 Prozent im Jahr 2007 auf nur noch 6 Prozent Zuwachs 2017. Zugleich sei allerdings erstmals die Marke von 50 Prozent der Weltbevölkerung erreicht, die Zugang zum Netz haben. Um den digitalen Graben zu schliessen, seien aber mehr Investitionen nötig, so die Verfasser des Reports. Dabei gehe es nicht nur um den einfachen Zugang, sondern auch um die Verbesserung der Akzeptanz.

Eine Milliarde Menschen komplett ausgeschlossen

Einer Milliarde Menschen fehle derzeit eine formale Identität, mit der sie sich im Netz ausweisen könnten. Damit seien sie von der wachsenden digitalen Wirtschaft komplett ausgeschlossen, deren Wert bis 2022 auf rund 60 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts geschätzt wird. Gute und sichere Identitätslösungen seien ein Schlüssel dafür, um den digitalen Graben zu schliessen und die Rechte der Menschen in der Gesellschaft zu sichern.

Cyberattacken verursachen demnach der globalen Wirtschaft jährlich einen Schaden in Höhe von bis zu 400 Milliarden US-Dollar. Mehr als 4,5 Milliarden Datensätze seien allein in der ersten Hälfte des Jahres von Schadsoftware kompromittiert worden, 2017 seien es demnach im ganzen Jahr noch 2,7 Milliarden Daten gewesen. Zugleich würden Unternehmen in diesem Jahr voraussichtlich 1,2 Billionen Dollar für die digitale Transformation investieren. Nur 45 Prozent der Weltbevölkerung geht allerdings davon aus, dass neue Technologien ihr Leben verbessern werden.

Dabei wachse die Menge an anfallenden Daten exponentiell. Bis 2020 erwartet das Forum weltweit mehr als 20 Milliarden verbundene Geräte. Noch sei jedoch nicht geklärt, ob die Daten die neue Währung für Unternehmen werden oder ein gesellschaftliches Gut, das besser geschützt werden müsse. Es bedürfe Anstrengungen und weiterer Innovationen, damit Gesellschaften von den Daten profitierten und zugleich ihre Privatsphäre geschützt werde.


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