KI-Trends 04.10.2021, 08:00 Uhr

Google-Suche steht vor Quantensprung

Google wird seine Suche weiter optimieren. Eine grosse Rolle spielt dabei Künstliche Intelligenz. Die soll helfen, den Nutzer besser zu verstehen und ihm höchst individuelle Ergebnisse anzuzeigen.
(Quelle: Shutterstock/nito)
Bereits im Mai hatte Google angekündigt, dass der Konzern bei der Google-Suche vor einem weiteren Entwicklungsschritt steht. Eine grosse Rolle dabei soll das Multitask Unified Model (MUM) spielen, eine KI-gestützte Technologie, die selbst komplexe Fragen versteht. Als Beispiel nannte Google-Manager Prabhakar Raghavan die Frage: «Ich habe schon den Mount Adams erklommen und möchte im nächsten Herbst den Fuji besteigen. Was soll ich diesmal anders machen, um mich vorzubereiten?»  Diese würde heute noch jede Suchmaschine hoffnungslos überfordern. Bald aber könnte Google darauf schon genaue Suchergebnisse liefern.

Folgen für das Keyword-Advertising

Inzwischen scheint Google hier einen grossen Schritt weiter zu sein. Auf dem unternehmenseigenen Event Search On '21 bot der Konzern einen Blick in seinen Maschinenraum. Dort wurde die Weiterentwicklung der Suche über Google Lens vorgestellt, die in den kommenden Monaten in englischer Sprache eingeführt wird. Der User kann dann beispielsweise die Lens auf ein bunt gemustertes T-Shirt halten, woraufhin Google im Netz nach Kleidungsstücken sucht, die dazu passen. Er kann über die Lens Google auch auffordern, nach genau diesem Muster auf einem bestimmten Kleidungsstück zu suchen, beispielsweise auf einem Paar Socken. Auch das soll nach und nach funktionieren. Für die Google-Suche und das Keyword-Advertising hat dies weitreichende Folgen. Denn künftig genügt es, wenn User einfach den gesuchten Gegenstand, beispielsweise einen speziellen Fahrradsattel, vor die Google Lens halten – schon werden entsprechende Ergebnisse gezeigt.
Die Google Lens erkennt das Muster und sucht im Netz nach entsprechenden Kleidungsstücken. Wenn man will, auch gezielt auf Socken.
Quelle: Google
Das MUM soll auch dazu führen, Suchergebnisse zu zeigen, nach denen der User gar nicht bewusst gesucht hat, die ihn aber interessieren dürften. Als Beispiel wurde der Begriff «Acrylbilder» genannt. Wird dieser in den Suchschlitz eingegeben, werden nach bisheriger Logik entsprechende Bilder gezeigt. Künftig entscheidet sich Google auch für verwandte Themen, die den Interessen des Users entsprechen könnten, also beispielsweise Kunstkurse zur Acrylmalerei oder Deko-Ideen. Zudem soll das MUM dabei helfen, die Inhalte von Videos besser zu verstehen, beispielsweise bestimmte Tierarten zu erkennen, ohne dass diese im Video mündlich oder schriftlich erwähnt würden. Auch diese Ergebnisse könnten dann künftig in der Suche angezeigt werden.
Wie üblich kommuniziert Goolgle diese Innovationen mit dem Hinweis, dass man damit den Menschen den Alltag weiter erleichtern wolle. Bislang seien im Durchschnitt acht Suchanfragen nötig, um komplexere Fragestellungen zufriedenstellend zu beantworten. Das soll in Zukunft deutlich einfacher werden.

Helmut van Rinsum
Autor(in) Helmut van Rinsum



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