Drohne hebt das 40-Fache ihres Gewichts

Forscher der ETH Lausanne und der Stanford University haben eine Drohne entwickelt, die das 40-Fache ihres Eigengewichts transportieren kann – und sogar Wände hochklettert.

von pte, Wolfgang Kempkens 30.10.2018

Zwei kleine Drohnen, «FlyCroTug» genannt, können eine Türklinke betätigen und ein Hindernis aus dem Weg schaffen. Die eine legt eine Schlinge um die Klinke und rollt den Draht mit einer kleinen Winde auf, die andere zieht an der Tür, sodass diese sich öffnet. Sie können überall landen, selbst auf einem Türblatt, und daran hochklettern, denn sie sind mit Haftsystemen ausgestattet, die nach dem Vorbild der Geckofüsse gestaltet sind. Geckos können sich sogar an der Decke festhalten, weil ihre Fusssohlen adhäsive Kräfte haben und sich gewissermassen am Untergrund festsaugen.

FlyCroTug kann Wasserflaschen, Verbandsmaterial oder Medikamente zu Verunglückten bringen FlyCroTug kann Wasserflaschen, Verbandsmaterial oder Medikamente zu Verunglückten bringen Zoom© Kurt Hickman/Stanford News

Wasser für Verunglückte

Entwickelt haben FlyCroTug Mark Cutkosky von der US-Ingenieurschule der Stanford University und Dario Floreano von der ETH Lausanne (École Polytechnique Fédérale de Lausanne; EPFL). Den Haftmechanismus können die kleinen Drohnen nicht nur nutzen, um sich an senkrechten Flächen festzuklammern. Sie verwenden ihn auch, um Lasten anzuheben, die bis zu 40-mal schwerer sind als sie selbst. Den Haftmechanismus hatte Cutkosky schon vorher entwickelt.

FlyCroTug kann Kameras transportieren, um etwa ein Katastrophengebiet zu erkunden und Wasserflaschen, Verbandsmaterial oder Medikamente zu Verunglückten bringen, die nicht sofort geborgen werden können. Weil die Drohne mit einem Durchmesser von etwa zehn Zentimetern so klein ist, lässt sie sich auch in schwierigem Umfeld leicht navigieren.

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