OnePlus 6T kommt mit Fingerabdruckscanner im Display

Das neue Flaggschiff-Smartphone von OnePlus ist erstmals mit einem im Display integrierten Fingerabdruckscanner ausgestattet. Die Klinkenbuchse musste im neuen Modell einem grösseren Akku weichen.

von Stefan Bordel 30.10.2018

Als einer der wenigen Smartphone-Hersteller am Markt setzt OnePlus bei seinen Modellen auf einen halbjährlichen Produktzyklus. Durch diese Strategie halten die Chinesen den Hype um ihre «Flagship Killer» am Leben und bieten gleichzeitig ihrer technikaffinen Kundschaft stets die neusten Hightech-Schmankerl. Jüngstes Mitglieder der Produktfamilie ist nun das Modell OnePlus 6T, das mit einem im Display integrierten Fingerabdruckscanner, einem grösseren Amoled-Panel und einem üppigeren Akku punkten soll. Gestrichen hat der Hersteller hingegen die Klinkenbuchse. Eine kabelgebundene Audiowiedergabe ist daher nur noch per Adapter oder Kopfhörern mit USB-Typ-C-Anschluss möglich.

Ansonsten halten sich die Änderung im Vergleich zum Mitte Mai vorgestellten OnePlus 6 in Grenzen. Das Display mit der neuartigen Login-Funktionalität ist auf nunmehr 6,4 Zoll angewachsen. Bei der Auflösung bleibt sich OnePlus mit 2340 × 1080 Pixeln treu. Der integrierte Fingerabdruckscanner trägt den Namen «Screen Unlock» und soll einen Anmeldevorgang in nur 0,34 Sekunden erlauben und dabei dieselbe Sicherheit bieten wie herkömmliche Lösungen. Ein Entsperren per Gesichtserkennung ist aber auch weiterhin möglich.

Erfreulicherweise fällt die Displayeinkerbung (Notch) für die Frontkamera beim OnePlus 6T wesentlich kleiner als beim Vorgänger aus. Konkurrent Xiaomi zeigt indessen bei seinem Mi Mix 3, dass es auch komplett ohne geht.

Als Chipset kommt wie beim Vorgänger Qualcomms Snapdragon 845 zum Einsatz, dessen acht Kerne mit maximal 2,8 GHz takten. Dem Chip stehen je nach Speichervariante 6 beziehungsweise 8 GB RAM zur Seite. Der nicht erweiterbare UFS-2.1-Datenspeicher ist in Varianten mit 128 und 256 GB Kapazität erhältlich.

Das auf 6,4 Zoll angewachsene Amoled-Display löst wieder in Full HD+ auf und wird von einem kleinen Notch am oberen Bildschirmrand unterbrochen Das auf 6,4 Zoll angewachsene Amoled-Display löst wieder in Full HD+ auf und wird von einem kleinen Notch am oberen Bildschirmrand unterbrochen Zoom© OnePlus

Die Kameratechnologie übernimmt das Gerät ebenfalls vom OnePlus 6. Entsprechend ist auf der Rückseite eine Dualkamera mit 16 und 20 Megapixeln sowie Blende ƒ/1,7 verbaut. Das Kamera-Setup bietet sowohl eine optische als auch eine elektronische Bildstabilisierung. Ausserdem ist der neue Low-Light-Modus «Nightscape» mit an Bord für bessere Aufnahmen bei schwierigen Lichtverhältnissen. Als Selfiekamera ist eine Knipse mit 16 Megapixeln Auflösung im Einsatz.

Die sonstige Ausstattung des OnePlus 6T umfasst einen auf 3700 mAh angewachsenen Akku, Dual Band WLAN AC, Bluetooth 5.0 mit Support für aptX und aptX HD, NFC, LTE, Dual-Nano-SIM und USB Typ C. Das Gehäuse besteht aus einem Verbund von gehärtetem Glas und Metall. Als Betriebssystem installiert OnePlus das hauseigene OxygenOS auf Basis des aktuellen Android 9 Pie.

Wenn Hightech die Mittelklasse erobert

OnePlus verlangt für das neue Modell mit der kleinsten Speichervariante, das zum Start in den Farbvarianten Mirror Black und Midlight Black verfügbar ist, mindestens 549 Euro (ca. 618 Franken). Angesicht der gebotenen Ausstattung ist das eine faire Ansage. Allerdings hat sich auf dem Smartphone-Markt in den vergangenen Monaten einiges getan. So bieten etwa das Xiaomi Pocophone F1 oder das Honor Play eine ähnlich starke Ausstattung schon zu Preisen ab rund 330 Euro (ca. 372 Franken). Angesichts dieser starken Konkurrenz ist es fraglich, ob den Nutzern einzelne Zusatzfunktionen wie Screen Unlock dieser Aufpreis wert ist. Gegenüber vergleichbaren Geräten traditioneller Hersteller wie Apple, Samsung, Sony und Co. bleiben die OnePlus-Smartphones aber weiterhin Schnäppchen.


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