Spezialbrillen gegen Office-Eye-Syndrom

TrekStor und Gunnar bringen zwei Brillen-Kollektionen für Bildschirmarbeiter auf den Markt. Die Gläser sollen die Augen jener schützen, die viel Zeit vor dem Compi verbringen.

von Sandra Adlesgruber 25.10.2010

So sieht die Compi-Brille aus So sieht die Compi-Brille aus Zoom Die Spezialgläser richten sich an jene Personen, bei denen Augenbeschwerden zum Alltag gehören. Gemäss der deutschen Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin liegt die Zahl der Betroffenen bei 50 Prozent. Sie klagen über trockene und tränende Augen, verschwommene Sicht, Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit, verursacht durch das sogenannte Office-Eye-Syndrom, in den USA auch als Computer-Vision-Sydrom und unter Spielern als Gamer Eye bekannt.

Hintergrund der Beschwerden
Menschen, die längere Zeit auf einen Monitor starren, blinzeln weniger mit den Augenlidern. Ein Bildschirmarbeiter blinzelt nur 5 bis 8 Mal pro Minute, ein Gamer manchmal nur zweimal oder weniger, weil er hoch konzentriert auf den Bildschirm schaut. Er sollte aber mindestens 15 bis 25 Mal pro Minute blinzeln, damit die Augenoberfläche gereinigt, der schützende Tränenfilm verteilt und der Flüssigkeitshaushalt seiner Augen geregelt ist. Die zu wenigen Lidbewegungen lassen den so wichtigen Flüssigkeitsfilm aufreissen und es entstehen trockene Bereiche, in denen die Hornhautoberfläche nicht mehr geschützt ist. Die Folge der Austrocknung sind zudem eine Bindehautreizung und eine höhere Anfälligkeit für Keime. Die besondere Wölbung der Gunnar-Brillen soll der Austrocknung entgegenwirken.

Zusätzlich werden diese Funktionen des Augenapparates belastet: die Scharfeinstellung (Akkommodation) und die Ausrichtung der Blicklinien (Vergenz). Das Auge wird bei der Bildschirmarbeit gerade durch den Blickwechsel zwischen Tastatur und Monitor pausenlos zu einer besseren Scharfstellung angeregt. Dieser Effekt verstärkt sich bei Fehlsichtigkeit und führt schon bei geringer Weitsichtigkeit zu schweren Belastungen. Nach einigen Stunden Bildschirmarbeit kommt es infolge der Ermüdung der äusseren Augenmuskeln zunehmend zu Problemen, insbesondere durch Stellungsfehler (Hornhautverkrümmung, latenter Schielstellung etc.) der Augen. Gunnar-Gläser sollen diesen Effekt insbesondere im nahen und mittleren Sichtfeld korrigieren. Die Gläser verfügen in bestimmten Bereichen über eine leichte Korrektur von +0.12 bis +0.2 Dioptrien.

Die Gunnar-Brillen haben Gläser, die über eine Reihe von Filtern verfügen, zum Beispiel über eine Entspiegelungsschicht. Eine weitere Schicht filtert die Wellenlängen des Lichts und unterdrückt auf diese Weise harsche und grelle Bereiche des Lichtspektrums. Insgesamt bestehen dieGläser aus 14 unterschiedlichen Schichten. Die beiden äusseren Schichten schützen vor Kratzern. Nicht zuletzt sind die Gläser zur Kontraststeigerung leicht amberfarben getönt. Diese Farbgebung erhöht den Kontrast und schafft eine wärmere Umgebung, die beruhigend auf den Menschen und seine Sinne wirken soll.

Die Brillen-Kollektion ist ab Mitte November bei Gunnar Optik erhältlich. Je nach Modell beträgt der Preis 59, 79 oder 99 Euro.


    Kommentare

    • Elviss 04.12.2018, 14.32 Uhr

      Als Informatiker finde ich es grundsätzlich positiv, auf die Gesundheit von Bildschirmarbeitern einzugehen. Aber: Statt die Symptome mit einer besonders gebogenen Brille zu bekämpfen (...), sollten lieber die Ursachen für all diese Beschwerden deutlich gemacht werden: Zu langes Starren auf den Monitor, zu wenig Bewegung, vernachlässigte ergonomische Grundvoraussetzungen bei der Einrichtung des Arbeitsplatzes, etc. Arbeiten am Bildschirm - den Augen auch mal eine Pause gönnen!

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