News 05.07.2017, 08:25 Uhr

Linux Mint: Version Sonya ist da

Linux Mint ist ab sofort in der Version 18.2 mit dem Codenamen Sonya verfügbar. PCtipp zeigt die besten Features.
Die beliebte Linux-Distribution Linux Mint ist jetzt in der Version 18.2 alias Sonya erschienen. Das Open-Source-OS basiert wie der Vorgänger auf Ubuntu 16.04 LTS mit dem Linux-Kernel 4.8 und wird bis 2021 mit Updates und Sicherheitspatches versorgt. Die bedeutendsten Neuerungen von 18.2 umfassen die aktualisierten Desktop-Umgebungen Cinnamon 3.4, Mate 1.18, Xfce 4.12 und einen verbesserten Update-Manager.
Die Oberfläche von Linux Mint
Nutzer des hauseigenen Cinnamon-Desktops dürfen sich auf eine überarbeitete Spices-Webseite freuen, die Desktop-Erweiterungen und Widgets von Drittanbietern bereithält. Neben der Neugestaltung haben die Entwickler auch an den Erweiterungen selbst Hand angelegt und viele der Tools aktualisiert. Ausserdem wird die Entwicklung der Spices nun direkt von Linux Mint überwacht, um das Einschleusen von Schadcode im System zu verhindern. Überarbeitet und verbessert wurden zudem die X-Apps Xed, Xplayer, Pix, Xreader und Xviewer.
Eine optimierte Bluetooth-Unterstützung verspricht die neue Blueberry-Software, die mit einem angepassten Nutzerinterface und neuen Einstellungen aufwartet. So wird nun etwa auch der Dateitransfer via OBEX unterstützt, was einen komfortablen Dateiaustausch zwischen Linux Mint und gekoppelten Bluetooth-Geräten erlauben soll.
Der Bildbetrachter Pix erhält mit Version 18.2 neue Bedienelemente und Funktionen

Linux Mint mit vorbildlichem Update Manager

Viele Neuerungen hat auch der Update Manager in Linux Mint 18.2 erfahren. Beispielsweise wurde die Einordnung von Software-Updates überarbeitet. Diese soll Anwendern übersichtlich die Tragweite von Aktualisierungen verdeutlichen und aufzeigen, welche Updates bedenkenlos zu installieren sind und welche vielleicht zu Problemen führen.
Die meisten herkömmlichen Software-Aktualisierungen stuft der Update Manager nun mit dem relativ geringen Risiko-Level 2 ein. Lediglich Änderungen, die keine Auswirkung auf das Betriebssystem haben, erhalten das niedrigste Level 1. Als schwerwiegendere Eingriffe (Level 3) werden Änderungen an Toolkits, Desktop-Umgebungen und Librarys eingestuft, die das System in mehreren Bereichen betreffen. Darüber rangieren mit Level 4 Änderungen am Linux-Kernel und weitere tiefe Systemeingriffe. Das oberste Ende der Skala umfasst potentiell gefährliche oder defekte Updates der Stufe 5, die lediglich in Sondersituationen von Relevanz sein sollten. Daneben liefert der Update Manager jetzt mehr Informationen zu den einzelnen Aktualisierungen und Funktionsweisen.
Der Update Manager hält jetzt nützliche Informationen für Nutzer bereit
Erfahrene Nutzer und Admins können dank des Updates die Aktualisierung ihres Systems mit dem CLI mintupdate-tool über Skripte, Routinen oder Cronjobs automatisieren. Dieses Tool umfasst sämtliche Funktionen, die auch die Nutzeroberfläche des Update Managers bereithält. Eine Einführung in das Konsolen-Tool erhalten Nutzer über den Befehl mintupdate-tool --help.
Linux Mint 18.2 steht wie gewohnt über die Hersteller-Webseite in den verschiedenen Editionen zum kostenlosen Download bereit. Wer bereits die Vorgänger-Version 18 oder 18.1 nutzt, kann die Aktualisierung über den Update Manager vornehmen.


Kommentare

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Gaby Salvisberg
10.07.2017
Hallo karnickel Ich mochte Mint auch sehr, bis sie gezeigt haben, dass sie die Sicherheit massiv vernachlässigt haben. Es wurden Pakete infiziert; so etwas dürfte bei den professionelleren Distributionen wohl nicht passieren. 2013: https://www.golem.de/news/sicherheit-mit-linux-mint-wuerde-ich-kein-onlinebanking-machen-1311-102830.html 2016: https://www.computerbase.de/2016-03/kommentar-linux-mint-hack/ https://de.wikipedia.org/wiki/Linux_Mint#Kritik Es ist sehr schade; aber ich würde mir eine Alternative suchen. Im Moment habe ich nur noch eine Linux-Maschine, und dort drauf habe ich schweren Herzens Open Suse installiert. Geht auch recht gut. Herzliche Grüsse Gaby

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Kovu
10.07.2017
^ Ich wüsste nicht was an OpenSuse auszusetzen wäre. Zumindest ist es sicher mal besser als die ganze Ubuntu-Gruppe (welche für die meisten wohl einfacher zu installieren ist, aber schon einiges an Verfehlungen für die freie Software eingeführt hat). Ich fände es toll, wenn der PCtipp etwas mehr über alternative (und schon weitaus länger etablierte) Distros berichten würde. Die Linux-Welt ist gross, und bietet für jeden Geschmack etwas eigenes. Beim PCtipp entsteht immer ein wenig der Eindruck "Ubuntu ist Linux", was aber einfach nicht stimmt. Die Vielfalt ist Linux. Red Hat/Fedora, Suse/OpenSuse, Mandrake, Slackware, Arch, ... , und ja - auch Ubuntu. Ich selber bin schon seit Jahrzehnten Linuxianer und nutze vorwiegend OpenSuse und Slackware... entsprechend würde ich mich über Artikel zu meinen (und natürlich auch alternativen) Distros freuen.