News 17.07.2012, 06:49 Uhr

Microsoft präsentiert das neue Office

Ein neues Büropaket von Microsoft steht vor der Tür. CEO Steve Ballmer hat an einem Anlass in San Francisco gezeigt, wie mit Office in Zeiten von BYOD und Tablets gearbeitet wird.
Im Vorfeld rankten sich die Gerüchte um den Medienanlass, zu dem Microsoft am Montag (Ortszeit) nach San Francisco eingeladen hatte: Über eine weitere Überraschung wie Surface war spekuliert worden, etwa ein Microsoft-Handy oder auch ein neuartiges Gerät auf der Basis der Bewegungserkennung Kinect. Am Metreon-Messezentrum prangte aber der Schriftzug «Willkommen in Ihrem modernen Büro». Wie die Tageszeitung USA Today im Vorfeld gemeldet hatte, ging es um ein neues Microsoft Office.
Office ist für Microsoft das zweite Standbein neben Windows. Wie der grösste Software-Hersteller der Welt bei dem Betriebssystem aktuell eine Kehrtwende vollführt, muss sich auch Office wandeln. Der Endverbraucher sitzt nicht mehr ausschliesslich am heimischen Schreibtisch, wenn er seine Korrespondenz erledigt oder das Haushaltsbuch führt. Ebenso ist der Angestellte nicht mehr an seinen Schreibtisch gefesselt. Vielmehr sind Home Office oder private Elektronik im Büro an der Tagesordnung. Dazu passt kein «dickes» Software-Paket mehr, das zwar alles kann, aber den Benutzer zum Beispiel auch durch Tastatur- und Mauszwang einschränkt. Dieser Realität stellt sich Microsoft mit dem künftigen Office.
Namenloses Office zum Download
Das Produkt trägt noch keine Versionsnummer – im Vorfeld waren «Office 15» und «Office 2013» gehandelt worden. Womöglich verzichtet Microsoft komplett auf die Nummerierung, auch um zu dokumentieren, dass die Software permanent weiterentwickelt wird.
Aktuell ist Office in einem frühen Entwicklungsstadium. Wer sich schon jetzt selbst ein Bild von den Anwendungen machen will, kann die «Customer Preview» herunterladen und installieren. Die Software ist allerdings nicht für den produktiven Einsatz geeignet. Bei der Parallelinstallation zweier Office-Versionen gibt es insbesondere bei Outlook einige Einschränkungen – etwa Komplikationen beim Import von Terminen.
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Office ist für Microsoft das zweite Standbein ...

Steve Ballmer schwört auf Microsoft Office
Geht es nach Microsoft-CEO Steve Ballmer, läuft Office am besten auf einem Tablet mit Windows 8. Ideal ist alternativ die Kombination mit Windows RT – bei dem die Vollversionen von Excel, OneNote, PowerPoint und Word vorinstalliert sind, wie Ballmer an dem Anlass in San Francisco versprach. Es handle sich weder um eingeschränkte Anwendungen noch um eine Trial, so der CEO.
Für den nochmals gewachsenen Funktionsumfang bezahlen alle anderen Käufer von Office – sei es für den Client oder im Web. Lieferte Microsoft bislang beim Cloud-Dienst Office 365 eine Lizenz von Office Professional Plus mit, kommen die Anwendungen künftig als Stream auf den Bildschirm der Mitarbeiterarbeitsplätze. Das kostet zwar Bandbreite, erspart dem Unternehmen aber das Einrichten von lokaler Software auf seinen Computern. Über Kosten und Lizenzmodelle für den Office-Stream hat sich Microsoft indes noch nicht geäussert.
Individuelles Office aus der Cloud
Wer auf lokaler Software besteht, wird mit herkömmlichen Office-Anwendungen weiter bedient. Word & Co. können wie bisher auf PCs installiert werden. Den Schritt in die Cloud wünscht sich Microsoft aber auch von diesen Benutzern. Den Anwender wird der Onlineanschluss schmackhaft gemacht mit einer Personalisierungsfunktion für die lokalen Anwendungen. Verknüpft der Benutzer seine Software mit SkyDrive, speichern alle Office-Anwendungen zum Beispiel individuelle Einstellungen, Vorlagen und Wörterbücher auf der Onlinefestplatte. Diese Funktionen kann der User dann von jedem PC oder auch Tablet aus zugreifen, hat quasi sein individuelles Office überall dabei.
In Microsofts Idealvorstellung nimmt der Benutzer nicht nur die Office-Einstellungen via SkyDrive mit, sondern legt auch seine Dokumente online ab. Dieser Wunsch dürfte im Unternehmensumfeld zwar selten erfüllt werden, kann für den Privatgebrauch aber eine Option sein. Für den geschäftlichen Nutzer will Microsoft parallel zu Office das kostenpflichtige «SkyDrive Pro» lancieren. Der Dienst wird eine SharePoint-basierte Dokumentenablage unter anderem mit Dateivorschau bieten.



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