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Millionen Patientendaten ungeschützt im Netz

Aus einer Untersuchung des BR mit der US-Investigativplattform ProPublica geht hervor, dass weltweit Millionen von Patientendaten ungeschützt im Netz zugänglich waren oder immer noch sind.

von dpa, cm 18.09.2019

Sensible medizinische Daten von Millionen Patienten weltweit standen auf offen zugänglichen Servern im Internet, teils über Jahre hinweg. Wie der Bayerische Rundfunk berichtete, stammen mehr als 13'000 der entdeckten Datensätze aus Deutschland von mindestens fünf verschiedenen Server-Standorten. Zu den Daten gehören medizinische Bilder wie Brustkrebs-Screenings, Wirbelsäulenbilder und Röntgenaufnahmen. Der grösste Teil der Datensätze entfalle auf Patienten aus dem Raum Ingolstadt und aus Kempen in Nordrhein-Westfalen, hiess es.

In Ingolstadt seien allerdings nur in einem Fall sensible Daten von Patienten aus einer Arztpraxis abgeflossen, bestätigte das bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht. Dabei seien Untersuchungsdaten von rund 7200 Patienten ohne Passwortschutz abrufbar gewesen. Der betroffene Arzt sei informiert worden und habe den Rechner daraufhin abgeschaltet. Nach aktuellem Stand sei keine der öffentlichen Kliniken in Bayern betroffen, teilte der bayerische Datenschutzbeauftragte Thomas Petri mit.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI wurde von IT-Sicherheitsforschern darüber informiert und hat die betroffenen Einrichtungen davon in Kenntnis gesetzt, teilte die Behörde am Dienstag mit. Es lägen keine Erkenntnisse vor, dass die Daten tatsächlich in krimineller Absicht abgeflossen seien. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mahnte höchste Datenschutzvorkehrungen an. Für die Speicherung von Patientendaten seien jederzeit höchste Schutzstandards zu garantieren, sagte Spahn. Dies gelte für jede Arztpraxis, jede Apotheke, jedes Krankenhaus und für jeden Dienstleister.

Über 16 Millionen Datensätze weltweit

Ob Schweizer Patientendaten betroffen sind, ist derzeit unklar, schreibt der «Tages-Anzeiger». Die Bilder seien hochauflösend und mit vielen Informationen versehen: Geburtsdatum, Vor- und Nachname, Termin der Untersuchung und Informationen über den behandelnden Arzt oder die Behandlung selbst.

Nach den Recherchen des BR mit der US-Investigativplattform ProPublica sollen in rund 50 Ländern von Brasilien über die Türkei bis Indien 16 Millionen Datensätze offen im Netz stehen. Besonders betroffen seien Patientinnen und Patienten aus den USA. «Allein bei einem einzelnen Anbieter für radiologische Untersuchungen lagen nach einer Auswertung von ProPublica mehr als 1 Million Datensätze von Patienten vor», heisst es in dem Bericht weiter.

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