News 11.06.2014, 10:47 Uhr

Das Handy bei der Mobiliar versichern - lohnt sich das?

Seit Kurzem bietet auch die Mobiliar eine Handy-Versicherung an. Besteht damit die Gefahr einer Überversicherung? PCtipp fragt Experten und rechnet nach.
Bei Providern und Händlern gibt es schon seit Längerem zusätzliche Handy-Versicherungen. Wer bei der Mobiliar Kunde ist, erhielt neuerdings eine Offerte zu einer Handy-Versicherung. Bei der Smartphone-Versicherung handle es sich um eine Deckungserweiterung der Hausrat-Kaskoversicherung, erklärt die Mobiliar auf Anfrage. «Der Kunde hat dank dieser Versicherung alle Elektrogeräte in einer Police versichert.»
«Die teure Zusatzversicherung aus dem Handy-Shop wird damit überflüssig», findet Thalmann. Versichert seien unvorhergesehene und plötzlich eintretende Beschädigungen sowie Stromwirkungsschäden.

Angebotsdiversität zu hohen Preisen

Im Vergleich zu Handy-Preisen sind die bereits von Handy-Shops bekannten Versicherungen manchmal teuer und unterscheiden sich stark von den jeweiligen Leistungen. So sind beispielsweise Feuchtigkeitsschäden nicht bei allen Handy-Anbietern gedeckt. Mobilezone etwa hat verschiedene Schutzpakete wie Wasserschutz und Schutz vor Datenmissbrauch im Angebot. Je nach Angebot zahlt man ohne Selbstbehalt bis zu Fr. 19.95 pro Monat über zwei Jahre hinweg.
«Die Kosten für eine Handy-Versicherung ist vergleichsweise hoch», meint Telco-Experte Ralf Beyeler von Comparis gegenüber PCtipp. «Ein Schaden ruiniert mich nicht und über die Hausratversicherung ist der Diebstahl bereits auswärts gedeckt.» An dieser Meinung hält Comparis grundsätzlich immer noch fest – gleichwohl gibt Comparis zu verstehen, dass es inzwischen bei einzelnen Produkten gewisse Änderungen gegeben haben könnte.

Hohe Prämien im Vergleich zum Gerätepreis

Ein anderer Punkt, der gegen eine Handy-Versicherung spricht: Die Prämien sind im Verhältnis zum Gerätepreis hoch. So ergab eine Nachfrage bei Mobilezone, dass den (unversicherten) Kunden, abhängig von der Intensität und Quantität des Schadens, für ein kaputtes Handy-Display oder einen Wasserschaden schätzungsweise Fr. 200.- bis Fr. 300.- als Reparaturofferte veranschlagt werden.
Über den Daumen gerechnet, müsste somit ein Handy für Fr. 478.80 bei einer maximalen Monatsprämie von Fr. 19.95 einmal während zweier Jahre einen Totalschaden erleiden, damit sich die Versicherung lohnt. Sofern ein Totalschaden überhaupt gedeckt ist. Bei weniger teueren Handys müsste man also gut abwägen, ob man nicht eher das Risiko eines Displayschadens einfach in Kauf nimmt, so unsere Folgerung.
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 Rechnungsbeispiel zur Mobiliarversicherung

Die Handy-Versicherung der Mobiliar

Die Mobiliar rechnet uns auf Anfrage ein Beispiel vor, wobei die Versicherungssumme für die Hausrat-Kaskoversicherung der Kunde selbst bestimmt: Die jährliche Versicherungssumme kann bei der Mobiliar 2000 bis zu 30'000 Franken betragen. Unter die Deckungserweiterung fallen aber auch sämtliche andere Elektrogeräte.
Beispiel:
Ist ein Versicherungsnehmer für eine Summe von Fr. 2000.- versichert, macht das eine Jahresprämie von Fr. 94.30 aus.
«Der Selbstbehalt in der Hausrat-Kaskoversicherung beträgt grundsätzlich 200 Franken, bei Smartphones allerdings nur 50 Franken», erklärt uns Jürg Thalmann von der Mobiliar.
Ralf Beyeler von Comparis folgert: «Die Versicherung der Mobiliar ist vergleichsweise günstig, allerdings sollte man sich als Kunde fragen, ob man diese wirklich braucht. Aber grundsätzlich braucht es diese Versicherung nicht.»
PCtipp meint: Wer also sein Gerät sorgfältig behandelt, es mit einem PIN-Code schützt und bei der Hausratsversicherung den Zusatz «einfacher Diebstahl auswärts» schon hat, kann auch getrost auf die Handy-Versicherung verzichten. Sollten Sie dennoch bei einem teuren Smartphone eine (teure) Zusatzversicherung in Erwägung ziehen, achten Sie darauf, dass die Versicherung einen nicht allzu erheblichen Anteil des Geräte-Anschaffungspreises ausmacht. Achten Sie auch darauf, dass Sie nicht überversichert sind, wenn Sie z.B. bei einem iPhone bereits von einer Apple-Care-Dienstleistung profitieren.

Autor(in) Simon Gröflin



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