Salt: Bei Kündigungen und Umzügen wird abkassiert

Salt sorgt mit hohen Gebühren und einem komplizierten Kündigungsverfahren für Unmut bei den Kunden.

von Florian Bodoky 25.01.2019

Rote Köpfe bei Konsumentenschützern und Salt-Kunden: Das Kündigungsverfahren beim Internetprovider Salt ist vergleichsweise sehr umständlich und fast immer mit nicht zu umgehenden Gebühren verbunden. Den Stein ins Rollen brachte ein Kunde, der sich an die Redaktion von SRF-Espresso wandte: Er zog innerhalb seines Wohnkantons Fribourg um. Ein halbes Jahr zuvor löste er ein Salt-Fiber-Abo und war offenbar zufrieden damit. An seinem neuen Wohnort ist das Abonnement aber (noch?) nicht verfügbar, daher musste er wohl oder übel kündigen. 

Aber da hat er die Rechnung ohne Salt gemacht: Rund 150 Franken an Kündigungsgebühren stellte ihm das Unternehmen in Rechnung. Auch die Geräte müssen zurückgeschickt werden – ansonsten drohen weitere Gebühren. Salt bot ihm zwar an, eine Internetlösung über das Mobilfunknetz zu installieren. Eine Empfangsgarantie gab es jedoch nicht – zudem war mit einer deutlichen Geschwindigkeitseinbusse zu rechnen. 

Salt nimmt Stellung

Gegenüber Espresso erklärt Salt, dass über 33 Monate lang eine Kündigungsgebühr fällig wird, die kontinuierlich abnimmt. Beträgt die Gebühr zu Beginn noch 198 Franken, werden pro Monat 6 Franken abgezogen. Begründet wird dies mit der Hardware in Form einer Settop-Box (Apple TV), die dem Kunden mitgeliefert wird. 

Bei der Konkurrenz sind die Kündigungsstrafen zwar auf den ersten Blick höher: Swisscom, Sunrise und UPC kassieren die Gebühren des ersten Abo-Jahres ein, auch wenn gekündigt wurde (bei Salt gibts keine Mindestvertragsdauer). Allerdings muss bei Salt die Hardware zurückgesendet werden, wenn man im ersten Jahr kündigt.

Umständliche Kündigung

Wie das Vergleichsportal Dschungelkompass darüber hinaus informiert, kommen noch zwei weitere Ärgernisse bei Salt dazu: Wer z.B. als UPC-Kunde in eine Region zieht, in der die UPC-Angebote nicht verfügbar sind, dem wird ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt – kostenlos. Bei Swisscom und Sunrise wird eine Lösung gesucht (wobei es durch die DSL-Technik eher unwahrscheinlich ist, dass die Angebote an einem Wohnort in der Schweiz nicht verfügbar sind). Ganz absurd sind aber die Umzugsmodalitäten bei Salt, selbst wenn man das Abonnement am neuen Ort weiterlaufen lassen kann und will: Der bestehende Vertrag muss dennoch gekündigt werden, sämtliche Geräte müssen an die Firma retourniert werden, die Kündigungsgebühr wird fällig. Am neuen Ort wird das Abo dann aufgeschaltet, die Kündigungsgebühr wird der Rechnung gutgeschrieben.

ABER: Am neuen Ort wird dann wieder eine Aufschaltgebühr von Fr. 99.95 fällig – und dies, obwohl das Abo nicht gekündigt, sondern nur an eine neue Wohnadresse verlegt wird.

Weitere Details über Gebühren bei Kündigungen und Abo-Wechseln finden Sie auf Dschungelkompass.

Tags: Provider, Salt

    Kommentare

    • Joey_Wheeler 25.01.2019, 15.03 Uhr

      Genau aus solchen Gründen bin ich nicht Kunde von Salt (oder UPC). Ein Kollege von mir bekam nach erfolgter und bestätigter Kündingung immer noch Rechnungen und sogar eine Betreibung.

    • karnickel 26.01.2019, 11.17 Uhr

      Gut, jetzt wäre es noch interessant, ob dieser Kunde von der versalzenen Orange in seinem ursprünglich abgeschlossenen Vertrag diese "Konditionen" vorgefunden hatte. Doch selbst wenn nicht, könnte man bei einem Umzug von einer Situation mit übergeordnetem Interesse ausgehen - ein Erfolg vor Gericht also denkbar. Ein weiterer Aspekt wäre der Betrag selber und wie verborgen er im Vertrag übermittelt worden war. War er vielleicht sogar erst mit einer Vertragsänderung zugestellt worden? Hat der K[...]

    • gucky62 27.01.2019, 02.04 Uhr

      Wenn bei einem Umzug Salt die vereinbarte Dienstleistung nicht erbringen kann, dann kan ja Salt den Vertrag nicht einhalten udn somit kann der Kunden diesen Auflösen. Steht so eigentlich auch in den Salt AGBs. Wenn Salt seine vertragliche Leistung nicht erbringen kann. Da muss der Kunden aber Salt zuerst einmal mahnen. So wie Salt den Vertrag kündigen kann, wenn der Kunden seinen vertraglichen Verpflichtungen (Z. B. bezahlen der Gebühren) nachkommt, kann das auch der Kunde. Dieser Rechtsgrundsa[...]

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